Ofloxacin

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 18. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Ofloxacin ist die Bezeichnung für ein Breitspektrumantibiotikum. Es zählt zur Wirkstoffgruppe der Fluorchinolone.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Ofloxacin?

Ofloxacin
Die Anwendungsgebiete von Ofloxacin sind vielfältig. So dient es u. a. zur Behandlung von Harnwegsinfektionen, Entzündungen von Harnblase und Nieren.
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Bei Ofloxacin handelt es sich um ein Antibiotikum mit bakterienabtötender Wirkung. Es kommt zur Therapie von bakteriellen Infektionen wie Atemwegs- oder Harnwegserkrankungen zum Einsatz.

Ofloxacin gehört der Gruppe der Fluorchinolone an. Die Chinolone sind auch als Gyrasehemmer bekannt und werden in der Medizin in vier Generationen eingeteilt. Ofloxacin zählt zur 2. Generation und eignet sich zur Behandlung von komplizierten Infektionen an den Harnwegen sowie von bestimmten Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts. Ebenso lässt sich das antibiotische Mittel gegen bakterielle Augeninfektionen verwenden.

Die Zulassung von Ofloxacin in Europa fand in den 1980er Jahren statt. In den frühen 1990er Jahren wurde es zudem als Augenmittel zugelassen. In Deutschland ist es unter den Präparatnamen Floxal® Augentropfen, Tarivid®, Uro-Tarivid® und Gyroflox® im Handel. Darüber hinaus stehen mehrere Generika zur Verfügung. Da das Antibiotikum der Verschreibungspflicht unterliegt, kann es nur gegen Vorlage eines ärztlichen Rezepts erworben werden.

Pharmakologische Wirkung

Ofloxacin verfügt über die Eigenschaft, zwei Enzyme zu hemmen, die für die Bakterien lebenswichtige Bedeutung haben. Dies sind die Enzyme Topoisomerase II (Gyrase) sowie Topoisomerase IV. Bei der DNA der Bakterien handelt es sich um ein Molekül in Form einer Strickleiter. Es liegt im Zellkern verdrillt vor. Diese Verdrillung wird teilweise aufgelöst, damit sich die Erbinformationen ablesen lassen. Im Anschluss an diesen Vorgang verdrillt sich der DNA-Strang erneut, wozu die beiden Enzyme Topoisomerase II und IV erforderlich sind.

Von dem Antibiotikum Ofloxacin werden die Enzyme jedoch an dieser Tätigkeit gehindert. Infolgedessen lassen sich die Erbinformationen nicht ablesen, was letztlich den Tod der Bakterienzelle zur Folge hat. In seiner bakterienabtötenden Eigenschaft gleicht Ofloxacin den verwandten Antibiotika Ciprofloxacin und Norfloxacin.

Die Aufnahme von Ofloxacin ins menschliche Blut verläuft problemlos. Danach bindet sich der Wirkstoff zu etwa 25 Prozent an Plasmaproteine. Erfolgt die Einnahme über den Mund, erreicht das Antibiotikum seinen höchsten Spiegel im Blut nach 30 bis 60 Minuten. Die Halbwertszeit beträgt rund 5 bis 7 Stunden. Eine Verstoffwechselung des Medikaments findet kaum statt. Es wird in erster Linie über die Nieren aus dem Körper ausgeschieden.

Wie gut ein Fluorchinolon anschlägt, hängt nach den Angaben der Fachinformation im Wesentlichen von zwei Verhältnissen ab: vom höchsten Spiegel im Blut im Vergleich zu jener Konzentration, ab der das Wachstum des Erregers gehemmt wird, und von der insgesamt über die Zeit erreichten Wirkstoffmenge im Vergleich zu derselben Hemmschwelle. Für schwere Infektionen, für Erreger mit unterschiedlicher Empfindlichkeit und bei ungenügendem Ansprechen sieht die Fachinformation deshalb die Möglichkeit vor, die Tagesmenge zu erhöhen.

Unempfindlichkeit gegen Ofloxacin entsteht auf denselben Wegen wie bei den übrigen Vertretern der Gruppe, und wegen des gemeinsamen Angriffspunkts sind Erreger, die gegen ein Fluorchinolon unempfindlich geworden sind, häufig auch gegen die anderen unempfindlich. Die Fachinformation zieht daraus mehrere Folgerungen: Bei einer bekannten oder vermuteten Infektion mit Methicillin-unempfindlichen Staphylokokken (MRSA) wird Ofloxacin nicht empfohlen; bei Verdacht auf eine Gonokokkeninfektion soll es nur nach Nachweis des Erregers und seiner Empfindlichkeit eingesetzt werden; und bei Harnwegsinfektionen ist die örtlich unterschiedliche Widerstandsfähigkeit von Escherichia coli zu berücksichtigen. Bei einer eitrigen Mandelentzündung durch bestimmte Streptokokken besteht keine Indikation.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Die Anwendungsgebiete von Ofloxacin sind vielfältig. So dient es u. a. zur Behandlung von Harnwegsinfektionen, Entzündungen von Harnblase und Nieren. Ebenso eignet es sich zur Therapie von Geschlechtskrankheiten wie Gonorrhoe (Tripper).

Weitere Indikationen sind bakterielle Mittelohrentzündungen, Infektionen im Mund- und Rachenraum, entzündlicher Schnupfen, eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis), eine akute oder chronische Bronchitis sowie eine Lungenentzündung.

Darüber hinaus eignet sich das Antibiotikum bei Entzündungen der Weichteile, Hautinfektionen, Knochenentzündungen, Infektionen im Becken- und Bauchraum, bakterienbedingten Durchfall und einer Blutvergiftung (Sepsis). Bei einer reduzierten Abwehr des Körpers wird Ofloxacin zum Schutz vor Infektionen verabreicht.

Die bisher genannten Anwendungsgebiete geben den früheren, weit gefassten Zulassungsumfang der Tabletten wieder. Nach einem europäischen Risikobewertungsverfahren wurden die Anwendungsgebiete aller systemisch angewendeten Fluorchinolone im Jahr 2019 durch einen Rote-Hand-Brief deutlich eingeschränkt, weil in sehr seltenen Fällen lang anhaltende und möglicherweise nicht mehr rückbildungsfähige Beschwerden an Sehnen, Muskeln, Gelenken und Nervensystem auftreten können. Die heutige Fachinformation der Ofloxacin-Tabletten nennt nur noch die akute Nierenbeckenentzündung und komplizierte Harnwegsinfektionen, die bakterielle Entzündung der Prostata, die Entzündung von Hoden und Nebenhoden, die durch Gonokokken verursachte Entzündung von Harnröhre und Gebärmutterhals sowie – gemeinsam mit anderen Antibiotika – die Entzündung im kleinen Becken. Bei weiteren Anwendungsgebieten – der unkomplizierten Blasenentzündung, der nicht durch Gonokokken verursachten Harnröhrenentzündung, Knochen- und Gelenkinfektionen, komplizierten Haut- und Weichteilinfektionen, der akuten bakteriellen Nasennebenhöhlenentzündung, der akuten Verschlechterung einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung einschließlich Bronchitis, der ambulant erworbenen Lungenentzündung sowie der Vorbeugung bakterieller Infektionen bei Patienten mit verminderter Zahl weißer Blutkörperchen (Neutropenie) – darf Ofloxacin nur noch eingesetzt werden, wenn die sonst empfohlenen Antibiotika nicht in Frage kommen. Für die örtliche Anwendung am Auge gelten diese Beschränkungen nicht.

Für die behandelte Person bedeutet die zweite Gruppe von Anwendungsgebieten, dass Ofloxacin dort an die zweite Stelle rückt. Es kommt in Betracht, wenn die sonst empfohlenen Antibiotika nicht vertragen werden, wenn der Erreger gegen sie unempfindlich ist oder wenn ihnen etwas anderes entgegensteht. Der Grund liegt nicht in einer schwachen Wirkung, sondern in jenen seltenen, aber möglicherweise bleibenden Beschwerden an Sehnen, Muskeln, Gelenken und Nervensystem, die dem Überprüfungsverfahren zugrunde lagen. Bei einer Entzündung im kleinen Becken sieht die Fachinformation zudem die Kombination mit einem Mittel gegen Erreger vor, die ohne Sauerstoff auskommen, und bei Knochen- und Gelenkinfektionen ist zu prüfen, ob ein weiteres Mittel hinzugenommen werden sollte.

Das antibiotische Mittel lässt sich aber auch örtlich in Form von Augentropfen oder Augensalbe anwenden. Dabei werden in erster Linie oberflächliche Entzündungen am Auge sowie an den Augenanhangsgebilden therapiert. Zu diesen Erkrankungen zählen besonders Gerstenkörner, eine chronische Entzündung der Bindehaut (Konjunktivitis), eine Lidrandentzündung (Blepharitis) sowie eine Kombination von beiden Infektionen (Blepharokonjunktivitis). Als Augentropfen wurde Ofloxacin im Jahr 2013 wegen der infektiösen Hornhautentzündung (Keratitis) von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) auf die Liste der unentbehrlichen Arzneimittel gesetzt.

Die Anwendung von Ofloxacin erfolgt entweder oral in Form von Tabletten oder als Augensalbe bzw. Augentropfen. In schweren Fällen ist aber auch eine Darreichung als Infusion möglich, um eine raschere Wirkung zu gewährleisten. Wie hoch die Dosis des Antibiotikums ausfällt, richtet sich nach Art und Ausmaß der Infektion. Außerdem spielen individuelle Kriterien wie die Nierenfunktion und das Lebensalter des Patienten eine wichtige Rolle.

Bei unkomplizierten Harnwegsinfekten erhält der Patient Ofloxacin in der Regel zweimal täglich. Die Behandlung dauert normalerweise drei Tage. Liegt eine schwere Infektion vor, kann der Erkrankte auch zwei Mal 400 Milligramm am Tag erhalten.

Besteht eine Augeninfektion, gibt der Patient vier Mal am Tag einen Tropfen des Mittels in das betroffene Auge. Als Alternative kann auch drei Mal täglich Augensalbe aufgetragen werden. Die Therapiedauer liegt bei höchstens zwei Wochen.

Für die Anwendung am Auge nennt die Fachinformation eigene Hinweise. Die Tropfen sind nicht zum Spritzen bestimmt. Werden zusätzlich andere Augenmittel verwendet, ist zwischen den Anwendungen ein kurzer Abstand einzuhalten, und eine Salbe kommt als Letztes an die Reihe. Vom Tragen von Kontaktlinsen während der Behandlung einer Augeninfektion rät die Fachinformation ab; das in den Tropfen enthaltene Konservierungsmittel Benzalkoniumchlorid kann von weichen Linsen aufgenommen werden, sie verfärben und das Auge reizen, besonders bei trockenen Augen oder vorgeschädigter Hornhaut. Bessert sich die Infektion nicht in angemessener Zeit oder verschlechtert sie sich, ist auf eine andere Behandlung zu wechseln.

Bei vorbestehenden Schäden der Hornhautoberfläche oder einem Hornhautgeschwür ist besondere Vorsicht geboten, weil unter örtlich angewendeten Fluorchinolonen über Durchbrüche der Hornhaut berichtet wurde. Zur Behandlung einer Bindehautentzündung bei Neugeborenen, die durch Gonokokken oder Chlamydien verursacht ist, werden ofloxacinhaltige Augentropfen nicht empfohlen, weil sie für diese Gruppe nicht untersucht sind. Auch bei örtlicher Anwendung ist starkes Sonnenbaden zu meiden.


Risiken & Nebenwirkungen

Durch die Anwendung von Ofloxacin sind auch Nebenwirkungen möglich. Zu den am häufigsten beobachteten Beschwerden zählen Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall, der mitunter auch blutig ist.

Weitere Nebeneffekte können Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Schwindelgefühle, Kopfschmerzen, Krampfanfälle, Unsicherheiten beim Gehen, Zittern, Benommenheit, Schlafprobleme, ein Absenken des Blutdrucks, Herzrasen, Juckreiz, Hautausschlag und Verwirrtheit sein. Sehr selten kommt eine Gelbsucht durch einen Gallenstau vor; für schwere Leberschäden bis zum Leberversagen, für eine Leberentzündung und für eine Entzündung des Nierengewebes lässt sich die Häufigkeit nach den Angaben der Fachinformation nicht beziffern.

Wie oft die einzelnen Beschwerden vorkommen, lässt sich der Häufigkeitstabelle der Fachinformation der Tabletten entnehmen. Deren höchste besetzte Stufe ist „gelegentlich“, also mindestens ein Fall auf tausend und weniger als einer auf hundert Behandelte; eine Stufe „häufig“ oder „sehr häufig“ führt die Tabelle nicht. In die Stufe „gelegentlich“ fallen Magenbeschwerden, Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen, ferner Unruhe, Kopfschmerzen, Benommenheit, Schlafstörungen, Schwindel, Herzklopfen, Reizungen der Augen sowie Hautausschlag und Juckreiz. Selten sind unter anderem Sehstörungen, Störungen von Geschmack und Geruch, Verwirrtheit, Angstzustände, Depressionen, ein Abfall oder Anstieg des Blutdrucks, eine Verschlechterung der Leberwerte und eine Sehnenentzündung. Sehr selten treten Krampfanfälle, eine Schädigung peripherer Nerven, eine schwere Entzündung der Darmschleimhaut, Veränderungen des Blutbildes, ein akutes Nierenversagen sowie ein Sehnenriss auf; ohne Häufigkeitsangabe stehen ein Zerfall von Muskelgewebe, eine Entzündung des Nierengewebes und schwere Leberschäden bis zum Leberversagen.

Für die gesamte Wirkstoffgruppe sind daneben Aussackungen und Einrisse der Hauptschlagader (Aortenaneurysma und Aortendissektion) sowie eine Schlussunfähigkeit einer Herzklappe berichtet worden. Bis auf wenige Ausnahmen, etwa einzelne Störungen von Geruch, Geschmack und Gehör, bilden sich die beobachteten Beschwerden nach dem Absetzen von Ofloxacin wieder zurück.

Leidet der Patient unter starken Nebenwirkungen, muss ein Arzt konsultiert werden. Bei der Anwendung von Ofloxacin am Auge zeigen sich mitunter leichte Augenschmerzen oder Augenreizungen.

Liegt eine Überempfindlichkeit gegen Ofloxacin oder andere Gyrasehemmer wie Norfloxacin, Ciprofloxacin oder Levofloxacin vor, darf das Antibiotikum nicht zum Einsatz gelangen. Dies gilt auch im Falle von Sehnenerkrankungen, die bei früheren Einnahmen von Fluorchinolonen auftraten, sowie bei Epilepsie und einer herabgesetzten Krampfschwelle.

Auch eine Anwendung bei Kindern und Jugendlichen während der Wachstumsphase ist nicht möglich, da sonst Schäden an den Gelenkknorpeln drohen. Außerdem ist von einer Einnahme des Antibiotikums während Schwangerschaft und Stillzeit abzusehen.

Worauf während der Behandlung zu achten ist

Mehrere Hinweise der Fachinformation richten sich unmittelbar an die behandelte Person. Beim ersten Anzeichen einer schwerwiegenden Nebenwirkung soll Ofloxacin abgesetzt und ärztlicher Rat eingeholt werden. Hintergrund sind jene sehr seltenen Verläufe, bei denen Beschwerden an Bewegungsapparat, Nerven, Psyche und Sinnesorganen über Monate oder Jahre anhielten und sich möglicherweise nicht mehr zurückbildeten.

Den Sehnen gilt ein eigener Warnhinweis. Eine Sehnenentzündung oder ein Sehnenriss kann schon in den ersten Tagen auftreten, nach den Angaben der Fachinformation aber auch noch Monate nach dem Ende der Behandlung. Erhöht ist das Risiko im höheren Lebensalter, bei eingeschränkter Nierenfunktion, nach der Verpflanzung eines Organs und bei gleichzeitiger Behandlung mit Kortikosteroiden. Bei schmerzhafter Schwellung soll die Behandlung beendet und das betroffene Glied geschont werden. Bei plötzlichen Bauch-, Brust- oder Rückenschmerzen ist wegen der möglichen Gefäßkomplikationen sofort ärztliche Hilfe in der Notaufnahme zu suchen; das Gleiche gilt bei neuer Atemnot, neu bemerktem Herzklopfen oder Wassereinlagerungen.

Unter Chinolonen sind Depressionen und psychotische Reaktionen beschrieben worden, die sich in einzelnen Fällen bis zu Selbstgefährdung und Suizidgedanken steigerten, mitunter bereits nach einer einzigen Gabe. Treten solche Veränderungen auf, ist Ofloxacin sofort abzusetzen und eine antibiotische Behandlung ohne Fluorchinolon zu erwägen. Ebenfalls zum sofortigen Absetzen führen Schwankungen des Blutzuckers, über die vor allem Menschen mit Diabetes mellitus berichten, die zugleich blutzuckersenkende Mittel oder Insulin anwenden.

Anzeichen einer Lebererkrankung wie Appetitlosigkeit, Gelbsucht, dunkler Urin, Juckreiz oder ein druckempfindlicher Bauch sind ein Grund, die Einnahme zu unterbrechen und den Arzt zu fragen. Schwerer, anhaltender oder blutiger Durchfall während oder nach der Behandlung kann auf eine Entzündung der Darmschleimhaut durch Clostridien hinweisen; Mittel, die die Darmbewegung hemmen, dürfen dann nicht eingenommen werden. Hautblasen oder Reaktionen an den Schleimhäuten sind vor dem Fortführen der Behandlung ärztlich abzuklären, weil in seltenen Fällen schwere Hautreaktionen beschrieben sind.

Bei einer Myasthenia gravis wird Ofloxacin nicht empfohlen, da es die Muskelschwäche verschlimmern kann. Bei einem angeborenen Mangel des Enzyms Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenase ist auf den Zerfall roter Blutkörperchen zu achten. Kribbeln, Brennen, Taubheitsgefühl oder Schwäche können auf eine beginnende Nervenschädigung hindeuten und sollten vor dem Fortsetzen gemeldet werden. Während und noch kurze Zeit nach der Behandlung sind starke Sonnenbestrahlung und der Besuch im Solarium zu meiden. Eine längere Anwendung kann dazu führen, dass sich unempfindliche Keime und Pilze vermehren. Und noch ein praktischer Punkt: Unter Ofloxacin kann der Nachweis von Opiaten oder von Porphyrinen im Urin falsch positiv ausfallen, ein solches Ergebnis ist also mit genaueren Verfahren zu bestätigen.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Am häufigsten praktisch bedeutsam ist der zeitliche Abstand zu anderen Präparaten. Antazida mit Magnesium oder Aluminium, Sucralfat sowie Zubereitungen mit Eisen, Zink oder anderen Metallionen schwächen die Wirkung der Ofloxacin-Tabletten, weil sie den Wirkstoff im Darm binden; die Fachinformation sieht deshalb einen zeitlichen Abstand zwischen den Einnahmen vor.

Gemeinsam mit Theophyllin, mit entzündungshemmenden Schmerzmitteln aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika oder mit anderen Stoffen, die die Krampfbereitschaft erhöhen, kann die Schwelle für einen Krampfanfall deutlich sinken. Vorsicht gilt auch bei Arzneimitteln, die ihrerseits die QT-Zeit im EKG verlängern, darunter bestimmte Mittel gegen Herzrhythmusstörungen, trizyklische und verwandte Antidepressiva, Makrolid-Antibiotika, manche Mittel gegen Pilze und gegen Malaria, einzelne Antihistaminika sowie Antipsychotika.

Bei gerinnungshemmenden Mitteln vom Vitamin-K-Typ, etwa Warfarin, sind unter Ofloxacin eine verlängerte Gerinnungszeit und Blutungen berichtet worden, die auch schwer verlaufen können; die Gerinnungswerte sind daher zu überwachen. Das blutzuckersenkende Glibenclamid kann im Blut leicht ansteigen, sodass eine besonders genaue Kontrolle des Blutzuckers angezeigt ist. Stoffe, die über dieselben Transportwege in der Niere ausgeschieden werden, können den Ofloxacin-Spiegel erhöhen und damit Nebenwirkungen verstärken; genannt werden Probenecid, Cimetidin, Furosemid und Methotrexat.

Quellen

  • Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., Hofmann, F. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
    ISBN: 9783437426223
  • Ackermann, G. (Hrsg.): Antibiotika und Antimykotika.
    ISBN: 9783804729407
  • Brodt, H.-R., Simon, C. (Hrsg.): Infektionstherapie.
    ISBN: 9783132423435
  • Jung, N., Rieg, S. (Hrsg.): Klinikleitfaden Infektiologie.
    ISBN: 9783437223228
  • Frank, U.: Antibiotika am Krankenbett.
    ISBN: 9783662583371

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