Perazin

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 18. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Perazin ist ein mittelpotentes Neuroleptikum der 1. Generation. Es wird zur Behandlung von psychotischen Syndromen eingesetzt. Neben der Schizophrenie werden Psychosen, Wahnvorstellungen, maniforme Syndrome und psychomotorische Erregungszustände mit dem Medikament behandelt. Perazin hat eine sedierende und antipsychotische Wirkung, indem es bestimmte Neurotransmitter im zentralen Nervensystem in ihrer Wirkung inhibiert. Die Anwendung und Dosierung des Arzneimittels muss mit dem behandelnden Arzt besprochen werden und sollte individuell auf den Patienten abgestimmt sein. Bei der Einnahme sind bestimmte Nebenwirkungen wie zum Beispiel Herzrhythmusstörungen, Mundtrockenheit und Parkinson-ähnliche Symptome möglich.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Perazin?

Perazin
Perazin wird in der Medizin zur Behandlung von akuten psychotischen Syndromen eingesetzt. So findet es bei Wahnvorstellungen, Ich-Störungen und Halluzinationen Anwendung.
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Perazin ist ein Arzneimittel, das unter dem Handelsnamen Taxilan® auf dem Markt war; dessen Zulassung erlosch zum 31. Dezember 2018. Heute wird der Wirkstoff in Deutschland unter seinem Wirkstoffnamen als Generikum vertrieben. Perazin ist der Gruppe der Phenothiazine zugehörig. Phenothiazine sind schwer wasserlösliche Substanzen. Sie werden nicht nur als Arzneimittel, sondern auch als Insektizide oder Farbstoffe eingesetzt.

Pharmakologisch wirksame Phenothiazine sind hinsichtlich ihrer chemischen Struktur dem ersten entdeckten Neuroleptikum Chlorpromazin sehr ähnlich. Perazin ist ein mittelpotentes Neuroleptikum und kam in den 1960er Jahren auf den Markt. Der Wirkstoff ist in unterschiedlicher Dosierung erhältlich. Weitere Inhaltsstoffe des Medikaments sind unter anderem mikrokristalline Cellulose, Copovidon, ein Stärke-Natriumsalz, Magnesiumstearat und Eisen(III)-oxid als Farbstoff.

Chemisch ist Perazin ein Phenothiazin mit einer Piperazinyl-Seitenkette: An den Stickstoff des mittleren Rings ist eine Kette angehängt, die in einem Piperazinring mit einer Methylgruppe endet. Der dreiteilige Ringkörper selbst bleibt dabei unverändert. Welche Seitenkette ein Phenothiazin trägt, entscheidet in hohem Maße darüber, wie stark es antipsychotisch und wie stark es beruhigend wirkt.

Im Arzneimittel liegt der Wirkstoff nicht als freie Base vor, sondern als Salz, nämlich als Perazindimalonat. Die auf der Packung genannte Stärke bezieht sich dagegen auf die Base Perazin, sodass das enthaltene Salz jeweils schwerer wiegt als die angegebene Menge. Perazin ist verschreibungspflichtig und wird ärztlich verordnet.

Pharmakologische Wirkung

Neuroleptika haben eine sedierende und antipsychotische Wirkung auf den menschlichen Organismus. Sie können hinsichtlich ihrer Generation und ihrer Potenz unterteilt werden. Perazin gehört wie Zuclopenthixol zu den mittelpotenten Neuroleptika der 1. Generation; Melperon wird den nieder- bis mittelpotenten Vertretern zugerechnet und vor allem wegen seiner beruhigenden Wirkung verordnet.

Geordnet werden die Neuroleptika der ersten Generation nach ihrer neuroleptischen Potenz. Gemeint ist damit nicht die Stärke schlechthin, sondern ein Verhältnis: das Verhältnis der antipsychotischen zur dämpfenden Wirkung. Ein hochpotenter Vertreter drängt Wahn und Sinnestäuschungen bereits in einer Menge zurück, die verhältnismäßig wenig müde macht. Ein niederpotenter Vertreter beruhigt umgekehrt vor allem und erreicht die Psychose erst in weit höherer Dosierung. Die deutschen Fachinformationen benennen diese Einordnung ausdrücklich: Fluphenazin wird dort als hochpotentes, Perazin als mittelpotentes und Pipamperon als schwach potentes Neuroleptikum geführt.

Für die zu erwartenden Nebenwirkungen ist diese Einordnung aufschlussreicher als die Zugehörigkeit zu einer Stoffgruppe. Je kräftiger ein Neuroleptikum die Dopamin-Rezeptoren im Streifenkörper des Gehirns blockiert, desto eher kommt es zu Bewegungsstörungen; die Fachinformation zu Fluphenazin führt die extrapyramidal-motorischen Nebenwirkungen genau auf diese Hemmung zurück. Schwächer antipsychotisch wirkende Vertreter machen dafür stärker müde und senken den Blutdruck deutlicher. Perazin liegt dazwischen, und das zeigt sich an seiner Nebenwirkungsliste: Sowohl die Sedierung als auch Frühdyskinesien und ein Parkinson-Syndrom sind dort als häufig eingestuft.

Psychotische Zustände können vor allen Dingen auf die Wirkmechanismen bestimmter Neurotransmitter im Gehirn zurückgeführt werden. Daher ist das Medikament auch im zentralen Nervensystem wirksam. Perazin ist ein sogenannter Dopaminantagonist. Es bindet an den Rezeptor für Dopamin im Gehirn und verhindert somit, dass Dopamin andocken kann. Infolgedessen wird die Wirkung von Dopamin gehemmt.

Das Arzneimittel beeinflusst daher die Wirkung des Neurotransmitters auf die menschliche Psyche. Durch die Hemmung von Dopamin wird die Signalweiterleitung an die Nervenendigungen eingeschränkt. Daraus folgt, dass Gefühle wie Spannung, Angst und Unruhe abnehmen. Gleichzeitig werden Halluzinationen und Wahnvorstellungen eingeschränkt.

Neben den Dopamin-Rezeptoren blockiert Perazin auch Bindungsstellen für Noradrenalin, Acetylcholin, Histamin und Serotonin. Aus dieser breiten Wirkung erklären sich mehrere der bekannten Begleiterscheinungen: Die Blockade der alpha-adrenergen Bindungsstellen senkt den Blutdruck, die Blockade der Histamin-Rezeptoren macht müde, und der anticholinerge Anteil führt zu Mundtrockenheit, zu Schwierigkeiten beim Scharfstellen der Augen und zu trägem Darm. Über die Dopamin-Blockade steigt zudem die Ausschüttung des Hormons Prolaktin. Daraus können eine Schwellung der Brustdrüsen, ein Milchfluss und ein Ausbleiben der Regelblutung entstehen.

Nach dem Schlucken wird Perazin rasch aufgenommen, und die höchsten Blutspiegel werden innerhalb weniger Stunden erreicht. Ein großer Teil des Wirkstoffs wird schon bei der ersten Leberpassage umgebaut, weshalb die erreichten Spiegel bei gleicher Dosierung von Mensch zu Mensch und von Tag zu Tag stark auseinandergehen. Ein gleichbleibender Spiegel stellt sich erst nach einer guten Woche regelmäßiger Einnahme ein, was zu der verzögert einsetzenden antipsychotischen Wirkung passt. Perazin bindet fast vollständig an Bluteiweiße, ist stark fettlöslich und überwindet deshalb sowohl die Blut-Hirn-Schranke als auch den Mutterkuchen. Abgebaut wird es in der Leber, ausgeschieden etwa zur Hälfte über die Nieren und zur Hälfte über den Stuhl, und zwar fast nur in Form von Abbauprodukten. Bei älteren Menschen läuft der Abbau langsamer ab, sodass der Wirkstoff länger im Körper verbleibt. Von keinem dieser Abbauprodukte ist eine nennenswerte eigene Wirkung bekannt. Bei dauerhafter Gabe nimmt die Dichte der Dopamin-Rezeptoren in einzelnen Hirnregionen zu, und für mehrere Teilwirkungen ist eine Gewöhnung beschrieben worden.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Perazin wird in der Medizin zur Behandlung von akuten psychotischen Syndromen eingesetzt. So findet es bei Wahnvorstellungen, Ich-Störungen und Halluzinationen Anwendung. Weitere Indikationsgebiete des Arzneimittels sind das sogenannte katatone Syndrom sowie exogene und endogene Psychosen.

Das katatone Syndrom ist ein psychomotorisches Syndrom, das im Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Schizophrenie auftreten kann. Charakteristisch sind verhaltensbedingte, emotionale und motorische Symptome. Weitere Indikationsgebiete sind manische Störungen und Erregungszustände wie starke Aggressivität.

Perazin sollte immer nach Anweisung des behandelnden Arztes eingenommen werden. Eine Dosisanpassung in Eigenregie kann zu unerwünschten Risiken und Nebenwirkungen führen und sollte daher vermieden werden. Die Form der Darreichung, die Dauer der Anwendung und die Dosierung sollten individuell auf den Patienten und dessen Krankheitslast angepasst sein. Perazin hat eine antipsychotische Wirkung, die ihr Maximum in einigen Fällen erst nach ein- bis dreiwöchiger Einnahme erreicht.

Die auf die Psychomotorik dämpfende Wirkung setzt demgegenüber unmittelbar ein. Stark schwankende Dosierungen sollten vermieden werden. Besonders nach langfristiger Einnahme darf das Medikament nicht abrupt abgesetzt werden.

Die Fachinformation unterscheidet dabei zwei Aufgaben. Im akuten Schub soll Perazin die Symptome zurückdrängen, bei chronisch verlaufenden Psychosen dient es darüber hinaus dazu, einen Rückfall zu verhindern. Für den Behandlungsbeginn außerhalb der Klinik wird ein langsamer Aufbau vorgeschlagen; im Krankenhaus kann höher eingestiegen werden, um rasch eine Wirkung zu erzielen. Umgekehrt wird die Dosis nach einer längeren Behandlung in sehr kleinen Schritten und über große Zeiträume hinweg verringert.

Schon bei bestimmungsgemäßer Anwendung beeinträchtigt Perazin die Fähigkeit, ein Fahrzeug zu führen oder Maschinen zu bedienen, besonders in den ersten Behandlungstagen. Zusammen mit Alkohol oder anderen zentral wirksamen Arzneimitteln verstärkt sich dieser Effekt. Ob und ab wann die Teilnahme am Straßenverkehr wieder vertretbar ist, entscheidet der behandelnde Arzt im Einzelfall anhand der Dosierung und der persönlichen Reaktion.


Risiken & Nebenwirkungen

Menschen, die allergisch auf Perazin reagieren, dürfen das Medikament nicht einnehmen. Zudem darf das Arzneimittel nicht verschrieben werden, wenn der Patient an einer schweren Schädigung der Blutzellen oder des Knochenmarks leidet.

Unter bestimmten Krankheitserscheinungen wie Vorschädigung des Herzens, einem Grünen Star, schweren Lebererkrankungen, Vergrößerung der Prostata, Verengung des Magenausgangs und weiteren ist die Einnahme des Medikaments grundsätzlich möglich. In diesen Fällen ist jedoch besondere Vorsicht geboten.

Während der Einnahme von Perazin können bestimmte Nebenwirkungen auftreten. Häufige negative Wirkungen sind Sedierung, Verkrampfung der Zunge oder der Schlundmuskulatur, Verdrehen der Augen sowie Kiefermuskelkrämpfe.

Weiterhin kann es zu einem Parkinson-Syndrom kommen. Dieses ist durch Steifigkeit, Bewegungsarmut und Zittern gekennzeichnet. Ist dies der Fall, sollte die Dosis des Medikaments reduziert werden. Besonders zu Beginn der Behandlung ist ein Abfall des Blutdrucks zu beobachten. Bei einem stark erniedrigten Blutdruck und bei orthostatischer Dysregulation darf das Arzneimittel daher nur unter besonderer Vorsicht angewendet werden.

Teilweise sind auch Veränderungen des Blutbildes zu beobachten. Unter mittleren bis hohen Dosen fällt zudem häufig ein erhöhter Blutzuckerwert im Zuckerbelastungstest auf, und die Leberwerte steigen vorübergehend an. Besonders bei hoher Dosierung können Mundtrockenheit, Gewichtszunahme, Schwitzen, vermehrter Durst und Veränderungen des Augeninnendrucks mögliche Folgen sein.

Über Schlafstörungen, allgemeine Unruhe und Atembeschwerden ist bisher nur in Einzelfällen berichtet worden, über einen veränderten Sexualtrieb in seltenen Fällen. Häufig sind dagegen Veränderungen der Herzstromkurve, die klinisch ohne Bedeutung bleiben; darüber hinaus kann Perazin die QT-Zeit verlängern, sodass beim Hinzutreten weiterer Risikofaktoren Herzrhythmusstörungen vom Typ Torsade de Pointes nicht auszuschließen sind. In einem solchen Fall wird die Behandlung abgebrochen.

Vor Behandlungsbeginn wird das Blutbild kontrolliert; bei abweichenden Werten unterbleibt die Behandlung. Auch während der Therapie sind Kontrollen der weißen Blutkörperchen vorgesehen, in den ersten Monaten engmaschig und danach in größeren Abständen. Hintergrund ist die Gefahr einer Leukopenie und im schlimmsten Fall einer Agranulozytose, also eines starken Abfalls der weißen Blutkörperchen mit entsprechender Infektionsgefahr. Fieber, Halsschmerzen, eitrige Mandelentzündungen, Entzündungen an Zahnfleisch und Mundschleimhaut sowie grippeähnliche Beschwerden sind deshalb gerade in den ersten Behandlungsmonaten ein Grund, umgehend ärztlichen Rat einzuholen statt zu Mitteln aus der Hausapotheke zu greifen.

Die Haut kann unter Perazin empfindlicher auf Sonnenlicht reagieren. Ausgedehnte Sonnenbäder werden deshalb gemieden, oder die Haut wird durch ein Lichtschutzmittel geschützt. Die Fachinformation führt neben einer erhöhten Lichtempfindlichkeit von Haut und Augen auch schwere phototoxische Reaktionen und Empfindungsstörungen an Händen und Füßen nach starker Sonnenbestrahlung auf.

Vor allem unter höheren Dosen und bei längerer Behandlung kann eine Sitzunruhe auftreten: ein quälender Bewegungsdrang, der vorwiegend die Beine betrifft und oft mit gedrückter Stimmung einhergeht. Sie ist schwierig zu behandeln; zunächst wird eine Verringerung der Dosis versucht. Nach längerer Behandlung mit Neuroleptika sind außerdem Spätdyskinesien möglich, also andauernde unwillkürliche Bewegungen vorwiegend im Mundbereich, die nach dem Ende der Behandlung fortbestehen und sich bisweilen nicht mehr zurückbilden. Unter einer langdauernden Behandlung mit Perazin allein und in niedrig gehaltener Dosierung sind solche Spätdyskinesien bisher nicht beobachtet worden.

Ältere Menschen reagieren empfindlicher. Bewegungsstörungen können bei ihnen schon in niedriger Dosierung auftreten, Spätdyskinesien sind häufiger, die dämpfende Wirkung ist ausgeprägter und der Blutdruck fällt eher ab. Für ältere Menschen mit einer Demenz ergaben zwei große Anwendungsstudien unter klassischen Antipsychotika ein leicht erhöhtes Sterberisiko; zur Behandlung von Verhaltensstörungen im Rahmen einer Demenz ist Perazin nicht zugelassen. Bei erhöhtem Risiko für einen Schlaganfall ist ebenfalls Vorsicht geboten. Unter Antipsychotika sind zudem venöse Thrombosen bis hin zur Lungenembolie berichtet worden, weshalb entsprechende Risikofaktoren vor und während der Behandlung beachtet werden.

In Einzelfällen kann die Behandlung mit Neuroleptika zu dem lebensgefährlichen malignen neuroleptischen Syndrom führen; unter einer Perazin-Therapie ist darüber bisher nicht berichtet worden. Durch eine individuell auf den Patienten abgestimmte und mit dem Arzt besprochene Dosierung können die meisten Nebenwirkungen jedoch vermieden werden. Das Medikament sollte nicht an Kinder unter 16 Jahren verabreicht werden. Perazin sollte ferner weder im ersten Trimester der Schwangerschaft noch während der Stillzeit eingenommen werden.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Perazin wird häufig neben anderen Arzneimitteln eingenommen, und einige dieser Kombinationen sind heikel.

Alkohol wirkt unter Perazin stärker, zugleich sinkt der Blutdruck. Werden gleichzeitig zentral dämpfende Arzneimittel eingenommen, etwa Schlafmittel oder Benzodiazepine, sind ausgeprägte Müdigkeit und eine Verflachung der Atmung möglich. In Verbindung mit Opioiden und anderen Schmerzmitteln verstärken sich sowohl die schmerzstillende als auch die dämpfende Wirkung. Von einer Kombination mit Beruhigungsmitteln vom Typ der Tranquilizer rät die Fachinformation vor allem wegen der verzögerten Reaktionsgeschwindigkeit ab.

Antidepressiva mit anticholinerger Wirkung verstärken Mundtrockenheit, trägen Darm und Blasenentleerungsstörungen und begünstigen Verwirrtheitszustände. Umgekehrt steigen die Blutspiegel trizyklischer Antidepressiva unter Phenothiazinen deutlich an, ebenso die Spiegel von Clozapin. Wird Perazin mit Lithium kombiniert, nehmen Bewegungsstörungen wie Gangstörungen, Zittern und Muskelsteife stark zu.

Blutdrucksenkende Mittel wirken unter Perazin kräftiger, und der Kreislauf fällt beim Aufstehen leichter ab. Arzneimittel, die ihrerseits die QT-Zeit im EKG verlängern, einen Kaliummangel hervorrufen oder den Abbau von Perazin in der Leber bremsen, werden gemieden. Antiepileptika beschleunigen umgekehrt den Abbau der Phenothiazine. Bei starken Rauchern ist die Ausscheidung im Mittel erhöht, während hormonelle Verhütungsmittel den Abbau hemmen können, sodass erwünschte wie unerwünschte Wirkungen zunehmen.

Überdosierung

Eine Vergiftung mit Perazin macht sich vor allem am Nervensystem und am Kreislauf bemerkbar. Beschrieben sind eine ausgeprägte Muskelsteife, eine Dämpfung bis hin zu schweren Bewusstseinsstörungen, Krampfanfälle, eine zu niedrige Körpertemperatur sowie ein Blutdruckabfall, ein zu schneller oder zu langsamer Herzschlag und Herzrhythmusstörungen. Hinzu kommen Atemstörungen bis zum Atemstillstand.

Behandelt wird unter intensivmedizinischen Bedingungen und nach den vorliegenden Beschwerden. Zwei Besonderheiten hebt die Fachinformation hervor: Bei niedrigem Blutdruck werden keine adrenalinartigen Kreislaufmittel gegeben, weil sie den Blutdruck weiter senken können, und der Versuch, Erbrechen auszulösen, scheitert oft an der brechreizhemmenden Wirkung von Perazin selbst. Eine Blutwäsche hilft nach den vorliegenden Befunden wenig.

Quellen

  • Benkert, O., Hippius, H. (Hrsg.): Kompendium der psychiatrischen Pharmakotherapie.
    ISBN: 9783662676844
  • Laux, G., Dietmaier, O.: Praktische Psychopharmakotherapie.
    ISBN: 9783437213229
  • Falkai, P., Laux, G., Deister, A., Möller, H.-J. (Hrsg.): Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie.
    ISBN: 9783132432659
  • Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., Hofmann, F. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
    ISBN: 9783437426223
  • Schneider, F. (Hrsg.): Facharztwissen Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie.
    ISBN: 9783662706671

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