Bromperidol

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 11. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Bromperidol ist einer der Wirkstoffe, die in den klassischen Neuroleptika enthalten sind. Die hoch potente Substanz hat eine stark antipsychotische Wirkung. Sie ist eine der Nachfolger-Substanzen des Haloperidols, das unter dem Label Haldol® ab der Mitte der 1960er Jahre breite Anwendung in psychiatrischen Kliniken fand.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Bromperidol?

Bromperidol
Bromperidol ist einer der Wirkstoffe, die in den klassischen Neuroleptika enthalten sind.

Bromperidol hat die Summenformel C21H23BrFNO2 und ist eine Wirksubstanz, die insbesondere die positiven Symptome der Schizophrenie (Halluzinationen, wahnhafte Gedanken etc.) wirkungsvoll bekämpft.

Entwickelt wurde es 1966 von Janssen Pharmaceutica; unter den Markennamen Bromidol® und Bromodol® kam es später auf den Markt. In Deutschland ist heute nur noch ein bromperidolhaltiges Fertigarzneimittel im Handel, die verschreibungspflichtigen Tropfen Impromen®; das früher ebenfalls angebotene Tesoprel® wird nicht mehr vertrieben.

Bromperidol gehört zur Klasse der Butyrophenone und wird bei akuten wie chronischen Formen der Schizophrenie angewendet. Die Gruppe als Ganzes ist jedoch nicht auf dieses eine Anwendungsgebiet beschränkt: Niedrig potente Butyrophenone wie Pipamperon oder Melperon werden vor allem gegen Unruhe- und Erregungszustände eingesetzt. Die Mitglieder dieser Wirkstoff-Gruppe verfügen alle über einen 1-Phenyl-1-butanon-Baustein. Da Bromperidol zur ersten Generation der Anti-Psychotika gehört, gilt es als klassisches oder typisches Neuroleptikum. Wegen seiner stark anti-psychotischen Eigenschaften ist es ein hoch potenter Wirkstoff, denn auch eine niedrige Dosis Bromperidol erzielt eine hohe Wirkung.

Wie der Wirkstoff im Körper aufgenommen, verteilt und wieder ausgeschieden wird, ist gut untersucht. Nach der Einnahme über den Mund erreicht Bromperidol seinen höchsten Blutspiegel nach etwa vier Stunden. Nur rund 30 Prozent der eingenommenen Menge gelangen unverändert in den Blutkreislauf, weil ein großer Teil bereits vor Erreichen des Kreislaufs abgebaut wird. Im Blut ist Bromperidol zu über 90 Prozent an Eiweiße gebunden. Abgebaut wird es vor allem in der Leber über das Enzymsystem Cytochrom-P450, insbesondere über dessen Untertyp CYP3A4; die dabei entstehenden Abbauprodukte sind pharmakologisch nicht mehr wirksam. Die Halbwertszeit, also die Zeit, nach der die Hälfte des Wirkstoffs den Körper verlassen hat, liegt im Mittel bei 36 Stunden. Weniger als ein Prozent verlässt den Körper unverändert über die Niere.

Als starkes Antipsychotikum ist es jedoch nur schwach sedierend. Es kann innere Unruhe, Schlafstörungen, Angst und Erregungszustände, wie sie bei einem psychotischen Schub auftreten, nicht regulieren. Daher wird Bromperidol bei akuten Psychosen meist zusammen mit einem niedrig potenten Neuroleptikum verabreicht.

Pharmakologische Wirkung

Die positiven Symptome schizophrener Psychosen werden nach gängiger Ansicht durch eine überhöhte Konzentration des Neurotransmitters Dopamin im meso-limbischen Teil des Gehirns verursacht. Bromperidol ist wie die anderen Vertreter seiner Wirkstoff-Gruppe in der Lage, die Wirkung des Botenstoffes zu blockieren, indem es als D2-Rezeptor-Antagonist auftritt. Die Realitätsverkennungen, Fehlwahrnehmungen und die psychomotorische Agitiertheit lassen nach.

Die Dopaminblockade beschränkt sich allerdings nicht auf jenen Bereich des Gehirns, in dem sie erwünscht ist. Sie wirkt zugleich auf die mesokortikalen Bahnen und auf die nigrostriatalen Bahnen, die für die Steuerung von Bewegungen zuständig sind. Aus dieser zweiten Blockade erklären sich die Bewegungsstörungen, die zu den häufigsten unerwünschten Wirkungen des Wirkstoffs zählen. Erwünschte Wirkung und Bewegungsstörung gehen also auf dieselbe Ursache zurück.

Neben der Blockade der Dopamin-Rezeptoren zeigt Bromperidol eine schwache Wirkung an den alpha-1-adrenergen Rezeptoren und eine mittelstarke Wirkung an den 5-HT2-Rezeptoren des Serotonin-Systems. Anticholinerge oder antihistaminerge Eigenschaften besitzt es dagegen nicht; darin liegt ein Unterschied zu den niedrig potenten Neuroleptika, die stärker dämpfen. Außerhalb des Gehirns vermindert der Wirkstoff das Auftreten von Übelkeit und steigert die Ausschüttung des Hormons Prolaktin, indem er dessen natürliche Bremse hemmt.

Allerdings kann es zu einer Verstärkung der Negativ-Symptome kommen.

Auch mit Bromperidol kann die Schizophrenie nur symptomatisch behandelt werden. Der Patient kommt jedoch zur Ruhe und ist in der Lage, seinen Zustand als krankhaft wahrzunehmen.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Angewendet wird Bromperidol bei akuten, halbakuten und chronischen Formen der Schizophrenie, und zwar bei Erwachsenen ab achtzehn Jahren. Für Kinder und Jugendliche sind Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen. Wie lange die Behandlung dauert, richtet sich nach der Schwere des Krankheitsbildes; nach einigen Wochen wird erneut geprüft, ob sie fortgesetzt werden muss.

Die Wirkung tritt innerhalb weniger Tage ein: Symptome wie akustische und visuelle Halluzinationen sowie paranoide Vorstellungen lassen meist schon bald nach.

Bromperidol hat eine 50-mal stärkere anti-psychotische Wirkung als Chlorpromazin. Chlorpromazin war seinerzeit der erste neuroleptische Wirkstoff und wird bei Wirksamkeitsvergleichen der klassischen Neuroleptika als Referenzwert angesetzt. Bromperidol macht im Gegensatz zu niedrig potenten Mitteln gegen Schizophrenie weniger müde und verursacht seltener eine Blutdrucksenkung, was das Risiko eines Kreislaufkollapses verringert.


Verabreichung & Dosierung

Vor der Behandlung mit Bromperidol wird ein Blutbild erstellt, das durch ein Differential-Blutbild ergänzt wird. Die Dosierung des Medikaments erfolgt individuell; begonnen wird mit der niedrigsten wirksamen Dosis. Als Höchstdosis werden 50 mg täglich angesetzt. Bei der Akut-Therapie wird wie bei anderen Neuroleptika auch eine höhere Dosis verabreicht als bei der Langzeit und Rezidiv-Prophylaxe.

In Deutschland steht der Wirkstoff nur als Tropfen zur Verfügung. Eingenommen werden sie als eine einzige Gabe am Tag, üblicherweise nach dem Abendessen und mit etwas Flüssigkeit. In der Langzeittherapie bekommt der Patient das Medikament zusammen mit seiner Mahlzeit.

Die Menge wird nicht auf einmal festgelegt, sondern schrittweise an die Wirkung angepasst. Zeigen sich Bewegungsstörungen, wird eine Verringerung erwogen. Bei älteren Menschen fällt die Menge niedriger aus als bei jüngeren Erwachsenen.

Ist die gewünschte Wirkung erreicht, wird die Menge ebenfalls schrittweise und über Wochen hinweg verringert. Ein plötzliches Absetzen sieht dieses Schema nicht vor.

Risiken & Nebenwirkungen

Als hoch potenter anti-psychotischer Wirkstoff hat Bromperidol auch viele Nebenwirkungen, von denen das extrapyramidale Syndrom (EPS) zu den sehr häufigen zählt. Bei den Patienten kommt es dann zu einer Parkinson ähnlichen Symptomatik mit Muskelsteifheit (Rigor), Sitzunruhe, Zittern (Tremor) etc. Daher werden Menschen mit Schizophrenie, bei denen diese Nebenwirkung auftritt, zusätzlich Anticholinergika gegeben. Vorbeugend werden solche Mittel dagegen nicht mitverordnet, sondern nur im Bedarfsfall.

Bei den Bewegungsstörungen wird zwischen zwei Formen unterschieden, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten auftreten. Frühdyskinesien zeigen sich vor allem zu Beginn der Behandlung; zu ihnen zählen das Zittern und die quälende Sitzunruhe ebenso wie Verkrampfungen einzelner Muskelgruppen. Spätdyskinesien entstehen dagegen erst unter einer langdauernden Anwendung. Sie treten als unwillkürliche, nicht steuerbare Körperbewegungen in Erscheinung und kommen bei älteren Menschen häufiger vor.

Eine seltene, aber ernste Reaktion auf Neuroleptika ist das maligne neuroleptische Syndrom. Tritt es auf, wird das Medikament sofort abgesetzt, und die betroffene Person wird engmaschig medizinisch überwacht.

Ob eine langfristige Behandlung mit Neuroleptika die Struktur der Gehirnsubstanz verändert, ist Gegenstand der Forschung. In einem Tierversuch an Affen führte die über Monate fortgesetzte Gabe von Haloperidol beziehungsweise Olanzapin zu einem verringerten Gehirngewicht und Gehirnvolumen.

Sehr häufig treten neben den Bewegungsstörungen eine innere Getriebenheit, Schlaflosigkeit, Schläfrigkeit, Schwindel, eine quälende Sitzunruhe, Zittern, verschwommenes Sehen, Mundtrockenheit, Verstopfung, vermehrter Speichelfluss, Muskelsteifheit sowie Schwäche und Erschöpfung auf. Häufig sind eine gedrückte Stimmung und gestörter Schlaf, Parkinson-ähnliche Beschwerden und Dyskinesien, Müdigkeit, ein Widerstand beim passiven Bewegen der Gliedmaßen, Gangunsicherheit, ein Verdrehen der Augen nach oben, ein verlangsamter Herzschlag, Übelkeit und Erbrechen, ein Austritt von Flüssigkeit aus der Brustdrüse, ein auffälliges EKG sowie eine Zunahme des Körpergewichts.

Beobachtet wurden ferner Blutgerinnsel in den Venen. Vor und während der Behandlung werden deshalb die dafür bekannten Risikofaktoren überprüft. Bei Menschen mit einer psychischen Erkrankung, die Antipsychotika erhalten, sind zudem ungeklärte Todesfälle vorgekommen.

Unter atypischen Antipsychotika wurde bei Menschen mit einer Demenz außerdem ein erhöhtes Risiko für Durchblutungsstörungen des Gehirns beobachtet. Besondere Vorsicht gilt deshalb bei Patienten, deren Risiko für einen Schlaganfall ohnehin erhöht ist.

Aus dieser Vielzahl möglicher Wirkungen ergibt sich, dass eine Behandlung mit Bromperidol nicht ohne Kontrolle abläuft. Regelmäßig überprüft werden das Blutbild, die Nieren- und die Leberfunktion sowie der Kreislauf.

Zu den Nebenwirkungen, die bei der Einnahme von Bromperidol auftreten können, zählen ein Mangel an weißen Blutkörperchen (Leukopenie), Verringerung der roten Blutkörperchen (Anämie), Haarausfall, Früh- und Spätdyskinesien, extrapyramidales Syndrom, Atemnot, Lungenentzündung, Thromboembolie, Parkinson-Symptome, unwillkürliche Bewegungen wie Blick-, Schluck- und Zungenkrämpfe sowie extreme Unruhe. Eine beschleunigte Herzfrequenz tritt sehr häufig auf; gelegentlich kann es zu Hypotonie und peripheren Ödemen kommen. In seltenen Fällen wurden Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, vegetative Symptome, allergische Reaktionen, Benommenheit, zerebrale Krampfanfälle, Sprach- und Gedächtnisstörungen, Schlafprobleme, malignes neuroleptisches Syndrom und depressive Verstimmungen beobachtet.

Kontraindikationen

Nicht angewendet werden sollte Bromperidol bei Patienten mit komatösen Zuständen, Paragruppenallergie, Kindern und Jugendlichen sowie Personen, die eine Herz-, Nieren-, Leberinsuffizienz, Prostatavergrößerung mit Restharn-Bildung, akuten Harnverhalt, schwere Hypotonie, Parkinson'sche Krankheit, endogene Depressionen, hirnorganische Erkrankungen, starke Epilepsie, Schilddrüsenüberfunktion, eine bekannte Allergie gegen den Wirkstoff, Glaukom, Herzinfarkt und eine akute Medikamenten- oder Alkoholabhängigkeit haben. Die Aufzählung fasst dabei echte Gegenanzeigen und Umstände zusammen, die besondere Zurückhaltung verlangen.

Als eigentliche Gegenanzeigen führt die Fachinformation des in Deutschland erhältlichen Präparats eine Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder gegen die gesamte Gruppe der Butyrophenone an, ferner eine bereits bestehende Dämpfung des Zentralnervensystems, komatöse Zustände, depressive Erkrankungen und die Schwangerschaft. Besondere Vorsicht gilt darüber hinaus bei akuten Vergiftungen, bei Erkrankungen des Gehirns, bei einem stark erniedrigten Blutdruck und bei Erkrankungen des blutbildenden Systems. Bei einer vorbestehenden Lebererkrankung wird die Leberfunktion sorgfältig überwacht.

Frauen im gebärfähigen Alter werden vor Beginn der Behandlung auf eine Schwangerschaft untersucht und wenden während der Therapie eine wirksame Verhütung an. In Versuchen an Ratten und Kaninchen zeigten sich zwar keine fruchtschädigenden Wirkungen, doch fehlen ausreichende Daten zu den Auswirkungen auf das ungeborene Kind des Menschen. In Tierversuchen konnte eine Schädigung der Fruchtbarkeit nachgewiesen werden. Obwohl Erkenntnisse über ähnliche Wirkungen beim Menschen noch nicht vorliegen, darf der Wirkstoff in der Schwangerschaft nicht angewendet werden. Kinder von Müttern, die während der Stillzeit Bromperidol erhielten, zeigten extrapyramidale Symptome. Auch eine Anwendung im letzten Drittel der Schwangerschaft kann beim Neugeborenen schwerwiegende Nebenwirkungen hervorrufen, weshalb solche Kinder sorgfältig überwacht werden. Bei Patienten mit Herzschädigungen und älteren Menschen könnte es zu einer Störung der Erregungsleitung des Herzens kommen. Gemeint ist vor allem eine Verlängerung der QT-Zeit im EKG, die Herzrhythmusstörungen begünstigen kann; bei bekannter QT-Verlängerung, bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bei gleichzeitiger Einnahme anderer Arzneimittel, die die QT-Zeit verlängern, ist deshalb besondere Vorsicht geboten. Bei älteren Menschen mit einer Demenz wurde unter der Behandlung mit Antipsychotika zudem eine erhöhte Sterblichkeit beobachtet.

Da Bromperidol wie andere Neuroleptika die Ausschüttung von Prolaktin begünstigt, unter dessen Einfluss manche Krebsarten wie der Brustkrebs schneller wachsen können, sollte es bei Patientinnen mit Brustkrebs ebenfalls nur bei dringender Indikation angewendet werden. Dasselbe gilt für Menschen mit pathologischen Blutwerten.

In allen diesen Fällen muss eine regelmäßige medizinische Überwachung der Patienten gewährleistet sein. Da der Wirkstoff etwa bei Epileptikern die Krampf-Schwelle senkt, darf er ihnen nur dann verabreicht werden, wenn sie zugleich Antikonvulsiva erhalten.

Interaktionen mit anderen Medikamenten

Alkoholika und Beruhigungsmittel verstärken die Wirkung von Bromperidol; Tee, Kaffee und andere koffeinhaltige Getränke schwächen seine Wirkung jedoch ab. Umgekehrt kann Bromperidol die Wirkung von Alkohol verstärken und dadurch zu einem Abfall des Blutdrucks führen.

Besondere Aufmerksamkeit gilt allen Arzneimitteln, die ebenfalls die QT-Zeit im EKG verlängern, sowie solchen, die den Salzhaushalt des Körpers verändern; beides begünstigt Herzrhythmusstörungen.

Der Abbau des Bromperidols in der Leber lässt sich von außen beeinflussen. Mittel, die die abbauenden Enzyme anregen, etwa das Antiepileptikum Carbamazepin, beschleunigen den Abbau, sodass die Menge angepasst werden muss. Hemmstoffe des Enzyms CYP3A4 wie das Antipilzmittel Itraconazol bewirken das Gegenteil und lassen den Blutspiegel des Bromperidols steigen. Bromperidol selbst kann die Wirksamkeit von Arzneistoffen verringern, die über CYP3A4 oder CYP2B6 umgesetzt werden.

Werden gleichzeitig trizyklische Antidepressiva eingenommen, kann deren Blutspiegel ansteigen. Bei gleichzeitiger Gabe von Lithium können neurotoxische Beschwerden zunehmen; beschrieben sind Veränderungen der Hirnstromkurve und eine Zunahme der Muskelspannung.

Als Gegenspieler des Dopamins hebt Bromperidol die Wirkung von Dopaminagonisten wie Bromocriptin auf. Auch die Wirkung von Amphetaminen und ähnlich wirkenden Substanzen wird abgeschwächt oder verändert. Polypeptid-Antibiotika können die Atmung dämpfen, und diese Dämpfung kann durch Bromperidol verstärkt werden. Bei gerinnungshemmenden Arzneimitteln kann Bromperidol die Wirkung beeinflussen, weshalb der Gerinnungsstatus regelmäßig kontrolliert wird.

Da unter Bromperidol Schläfrigkeit und eine verminderte Aufmerksamkeit auftreten können, ist die Fähigkeit, ein Fahrzeug zu führen oder eine Maschine zu bedienen, beeinträchtigt. Zusammen mit Alkohol verstärkt sich dieser Effekt.

Alternative Behandlungsmethoden

Kommt Bromperidol nicht in Betracht, stehen zahlreiche andere typische Antipsychotika zur Verfügung. Welches davon geeignet ist, hängt vom Krankheitsbild und von den Umständen des einzelnen Menschen ab.

Innerhalb der Butyrophenone selbst sind das Benperidol, Droperidol, Haloperidol sowie die niedrig potenten Vertreter Melperon und Pipamperon. Aus der Gruppe der Phenothiazine kommen unter anderem Chlorpromazin, Fluphenazin, Levomepromazin, Perazin, Perphenazin, Promazin, Prothipendyl und Thioridazin in Frage. Zu den Thioxanthenen zählen Chlorprothixen und Zuclopenthixol, zu den Diphenylbutylpiperidinen Fluspirilen und Pimozid; die Benzamide sind mit Sulpirid und Tiaprid vertreten.

Die Auswahl richtet sich vor allem danach, wie stark ein Mittel antipsychotisch wirkt und wie stark es dämpft. Hoch potente Wirkstoffe wirken kräftig gegen Wahn und Halluzinationen, verursachen aber häufiger Bewegungsstörungen. Niedrig potente Wirkstoffe dämpfen stärker und beruhigen, wirken jedoch schwächer gegen die eigentlichen psychotischen Symptome.

Quellen

  • Benkert, O., Hippius, H. (Hrsg.): Kompendium der psychiatrischen Pharmakotherapie.
    ISBN: 9783662676844
  • Falkai, P., Laux, G., Deister, A., Möller, H.-J. (Hrsg.): Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie.
    ISBN: 9783132432659
  • Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., Hofmann, F. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
    ISBN: 9783437426223
  • Geisslinger, G., Gudermann, T., Hinz, B., et al.: Mutschler Arzneimittelwirkungen.
    ISBN: 9783804746541
  • Berlit, P. (Hrsg.): Klinische Neurologie.
    ISBN: 9783662606742

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