Papaverin
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 18. September 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Papaverin ist eine Substanz aus der Gruppe der Alkaloide und gehört zur Wirkstoffklasse der Spasmolytika. Das Alkaloid kommt im getrockneten Milchsaft des Schlafmohns vor. Es kann aber auch synthetisch hergestellt werden.
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Was ist Papaverin?
Das Papaverin ist ein Naturstoff, der im Milchsaft des Schlafmohns und in anderen verwandten Mohnarten vorkommt. Rohopium enthält etwa ein Prozent Papaverin. Der Reinstoff Papaverin ist wirkungsvoll und weist zugleich nicht das gesamte Spektrum an möglichen Nebenwirkungen auf. Papaverin ist ebenso wie seine chemischen Derivate ein cAMP-Phosphodiesterase-Hemmer. Es wirkt somit auf zahlreiche Unterformen der Phosphodiesterase-Familie.
Papaverin wird vor allem als gefäßerweiternder Arzneistoff eingesetzt. Er gehört zur Gruppe der Spasmolytika. Spasmolytika sind krampflösende Arzneimittel, die den Spannungszustand der glatten Muskulatur herabsetzen und deren Verkrampfungen lösen.
Die erste komplette Synthese des Papaverins wurde 1909 von den Forschern Pictet und Gams durchgeführt. Die gesamte Strukturauflösung war dem Österreicher Guido Goldschmiedt bereits in den 1880er Jahren gelungen. Pharmazeutisch verwendet wird heute Papaverinhydrochlorid als Monopräparat oder in Kombinationspräparaten.
Pharmakologische Wirkung
Papaverin ist ein cAMP-Phosphodiesterase-Hemmer. Phosphodiesterasen sind Enzyme, die in fast allen Geweben des Körpers zu finden sind. Jede Umweltveränderung wird vom Körper wahrgenommen und bewirkt einen Reiz. Dieser wird durch Botenstoffe in das Zellinnere übertragen. Diese Botenstoffe werden auch als second messenger bezeichnet. Zu den second messengern gehören die Substanzen cAMP (zyklisches Adenosinmonophosphat) und cGMP (zyklisches Guanosinmonophosphat). Sie sind für die Reizantwort in der Zelle verantwortlich. Diese Reizantwort kann beispielsweise durch eine Änderung des Stoffwechsels der Zelle erfolgen. Durch Phosphodiesterasen kann die Signalübertragung innerhalb der Zelle gehemmt werden. Phosphodiesterasen können Botenstoffe wie cAMP oder cGMP spalten und somit unwirksam machen.
Phosphodiesterasehemmer stören hingegen die Enzyme bei ihrer Arbeit und fördern somit die Signalübertragung innerhalb der Zelle. Papaverin ist ein Phosphodiesterasehemmer, der Phosphodiesterasen hemmt, die cAMP unwirksam machen. Dadurch verlängert er die Wirkung des Botenstoffs und verstärkt die Effekte verschiedener Reize. Da cAMP entspannend auf die glatte Muskulatur wirkt, hat Papaverin eine krampflösende und gefäßentspannende Wirkung.
Obwohl Papaverin aus derselben Pflanze stammt wie Morphin und Codein, gehört es chemisch einer anderen Familie an. Die amerikanischen Produkttexte halten das ausdrücklich fest: Papaverin zählt zu den Benzylisochinolin-Alkaloiden und trägt nicht das Phenanthren-Gerüst, das Morphin und Codein gemeinsam ist. Auf das Zentralnervensystem wirkt der Stoff nach denselben Texten nur wenig; erst sehr große Mengen erzeugen bei manchen Patienten eine gewisse Beruhigung und Schläfrigkeit, und von den schmerzstillenden Eigenschaften der Opioide ist dort keine Rede. Von einer Abhängigkeit nach missbräuchlichem Gebrauch ist in denselben Produkttexten allerdings die Rede.
Auch auf die Atmung wirkt der Stoff anders als die morphinartigen Opiumalkaloide. Statt sie zu dämpfen, regt er sie unter bestimmten Umständen leicht an, indem er auf die Messfühler für Sauerstoff und Kohlendioxid an der Halsschlagader und an der Hauptschlagader einwirkt; unter den Nebenwirkungen führen die Produkttexte folgerichtig eine vertiefte Atmung auf. Von praktischer Bedeutung für die Behandlung ist dieser Effekt nach denselben Texten nicht.
Die entkrampfende Wirkung setzt unmittelbar am Muskel an und ist nicht auf dessen Nervenversorgung angewiesen. Sie tritt besonders deutlich hervor, wenn der Muskel bereits verkrampft ist, und betrifft die glatte Muskulatur an vielen Orten des Körpers: in den Blutgefäßen, in den Bronchien sowie im Magen-Darm-Trakt, in den Gallenwegen und in den Harnwegen. Besonders ausgeprägt ist die Entspannung an den großen Schlagadern, darunter den Herzkranz-, Hirn-, Lungen- und Beingefäßen. Im Blut ist Papaverin zu einem großen Teil an Eiweiße gebunden; ein Teil des Stoffes lagert sich im Fettgewebe und in der Leber ab, abgebaut wird er in der Leber, und die unwirksamen Abbauprodukte verlassen den Körper mit dem Urin.
Medizinische Anwendung & Verwendung
Papaverin wird vor allem in der Herzchirurgie eingesetzt. Dort verhindert der Arzneistoff Verkrampfungen von Blutgefäßen bei der Gewinnung von Arterien für Bypass-Operationen. In Deutschland ist Papaverin als Injektionslösung im Handel, deren Zulassung allein diese intraluminale Anwendung in der Koronarchirurgie umfasst. Auch als krampflösendes Medikament bei Magenkrämpfen, Gallenkoliken und Harnwegsspasmen wird Papaverin eingesetzt. Bei Harnwegsspasmen wird es allerdings zunehmend von dem Spasmolytikum Propiverin abgelöst, da dieses nicht nur entkrampfend, sondern auch anticholinerg wirkt.
Ein weiteres Einsatzgebiet für Papaverin sind Erektionsstörungen des Mannes. Dafür wird der Arzneistoff in den Schwellkörper des männlichen Gliedes injiziert. Die Gefäßerweiterung führt dann zu einer verstärkten Durchblutung des Penis und somit zu einer Erektion. Diese Therapie wird auch als Schwellkörper-Autoinjektionstherapie (SKAT) bezeichnet. Zugelassen ist dafür in Deutschland Alprostadil; Papaverin wird bei dieser Anwendung außerhalb seiner Zulassung eingesetzt. Die amerikanischen Produkttexte gehen noch weiter: Sie führen unter ihren Gegenanzeigen ausdrücklich auf, dass Papaverin zur Behandlung von Erektionsstörungen durch Einspritzen in den Schwellkörper nicht angezeigt ist, weil daraus anhaltende Dauererektionen entstanden sind, die ärztlich und operativ behandelt werden mussten.
In seltenen Fällen kommt Papaverin auch zur Behandlung von peripheren oder zerebralen Durchblutungsstörungen zum Einsatz. Die Therapie mit dem Arzneistoff ist bei diesen Indikationen allerdings umstritten.
Rechtlich ist Papaverin ein verschreibungspflichtiger Arzneistoff: Die Arzneimittelverschreibungsverordnung führt ihn in ihrer Anlage 1, und zwar ohne Ausnahme für bestimmte Zubereitungen. Ein Betäubungsmittel ist er dagegen nicht. In den drei Anlagen des Betäubungsmittelgesetzes taucht das isolierte Alkaloid nicht auf. Erfasst sind dort nur die Ausgangsstoffe: der Schlafmohn mit seinen Pflanzenteilen, das Opium als geronnener Milchsaft dieser Pflanze und das Alkaloidkonzentrat, das bei der Verarbeitung des Mohnstrohs anfällt. Für den Schlafmohn selbst gelten dabei mehrere Ausnahmen: Die Samen sind nicht erfasst, ebenso wenig Zierpflanzen mit sehr geringem Morphingehalt außerhalb des Anbaus und stark verdünnte homöopathische Zubereitungen. Darin unterscheidet sich Papaverin von den morphinartigen Alkaloiden desselben Milchsafts, die in der Anlage III stehen und nur auf einem besonderen Betäubungsmittelrezept verordnet werden dürfen.
Die im Ausland angebotenen Injektionszubereitungen tragen ein deutlich weiter gefasstes Anwendungsgebiet. Die amerikanischen Produkttexte nennen Zustände, die mit einem Krampf der glatten Muskulatur einhergehen: Gefäßkrämpfe im Zusammenhang mit einem frischen Herzinfarkt, Angina pectoris, Verschlüsse von Lungen- und Beingefäßen durch verschleppte Blutgerinnsel, Durchblutungsstörungen der Gliedmaßen mit krampfbedingtem Anteil und bestimmte Gefäßkrämpfe im Gehirn, dazu Koliken des Harnleiters, der Gallenwege und des Magen-Darm-Trakts. In Deutschland ist von diesem Spektrum allein die Anwendung in der Koronarchirurgie zugelassen.
Verabreichung & Dosierung
Bei der Verabreichung und Dosierung von Papaverin, einem krampflösenden Mittel (Spasmolytikum) zur Entspannung der glatten Muskulatur, gibt es mehrere wichtige Aspekte zu beachten. Außerhalb Deutschlands wird Papaverin zur Behandlung von Krämpfen der glatten Muskulatur in den Blutgefäßen, im Magen-Darm-Trakt oder in den Gallengängen eingesetzt; in Deutschland beschränkt sich die zugelassene Anwendung dagegen auf die Koronarchirurgie.
Die Dosierung hängt von der Art der Verabreichung (oral, intramuskulär oder intravenös) und dem zu behandelnden Zustand ab. Bei einer Anwendung im ganzen Körper wird die Tagesdosis auf mehrere Einzelgaben verteilt. Intramuskulär oder intravenös kann die Dosierung je nach klinischem Zustand zwischen 30 und 120 mg liegen, wobei die intravenöse Verabreichung langsam erfolgen sollte, um das Risiko von Nebenwirkungen wie Blutdruckabfall oder Herzrhythmusstörungen zu minimieren. Die in Deutschland angebotene Injektionslösung wird demgegenüber nicht in den Kreislauf gegeben, sondern während der Operation unmittelbar in das entnommene Blutgefäß.
Besondere Vorsicht ist bei Patienten mit Leber- oder Nierenfunktionsstörungen geboten, da Papaverin in der Leber metabolisiert wird und seine Ausscheidung über die Nieren erfolgt. Eine Anpassung der Dosierung kann erforderlich sein, um eine Überdosierung zu vermeiden. Ebenso sollte bei älteren Patienten eine reduzierte Dosierung in Erwägung gezogen werden.
Da Papaverin potenziell Blutdruckabfall und Herzrhythmusstörungen verursachen kann, sollte die Herz-Kreislauf-Funktion während der Behandlung überwacht werden, insbesondere bei intravenöser Gabe. Auch eine gleichzeitige Einnahme von Medikamenten, die das zentrale Nervensystem beeinflussen, wie Beruhigungsmittel, sollte mit Vorsicht erfolgen.
Risiken & Nebenwirkungen
Bei der Anwendung von Papaverin können neurologische Defizite wie halbseitige Lähmungen, epileptische Anfälle, Pupillenstörungen oder Bewusstseinseintrübungen auftreten. Durch die gefäßerweiternde Wirkung des Arzneistoffes kann es zu einem lebensbedrohlichen Blutdruckabfall kommen. Zudem kann der Hirndruck ansteigen. Insgesamt treten Nebenwirkungen jedoch eher selten auf.
Die Injektion von Papaverin in der Schwellkörper-Autoinjektionstherapie ist allerdings mit mehr Risiken behaftet. So kann es zu einer schmerzhaften Dauererektion kommen. Diese Form der Dauererektion ohne Erregung wird als Priapismus bezeichnet. Die Erektion hält länger als zwei Stunden an und kann unbehandelt zu schweren Erektionsstörungen führen.
Nach der Injektion von Papaverin können zudem schwere allergische Reaktionen auftreten. Diese zeigen sich in Form von Hautausschlag, Nesselsucht, Engegefühl in der Brust oder Schwellungen am Körper. Bei diesen Symptomen sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden. Auch eine übermäßige Müdigkeit, Herzrhythmusstörungen, Übelkeit, Erbrechen und eine Gelbfärbung von Haut und Augen (Ikterus) erfordern sofortige medizinische Hilfe.
Leichtere Nebenwirkungen sind Durchfall, Verstopfung, Schwindel, Appetitverlust, Magenverstimmungen oder leichte Rötungen an der Injektionsstelle. Wenn diese Nebenwirkungen fortbestehen oder sich verschlimmern, sollte ebenfalls ein Arzt aufgesucht werden.
Eine eigene Aufmerksamkeit verdient die Leber. Die Produkttexte berichten von einer Leberentzündung, die vermutlich auf einer Überempfindlichkeitsreaktion beruht und in seltenen Fällen bis zu einer Leberzirrhose fortgeschritten ist. Sie sehen deshalb vor, die Behandlung abzubrechen, sobald Anzeichen einer solchen Überempfindlichkeit auftreten: Magen-Darm-Beschwerden, eine Gelbfärbung von Haut und Augen, eine Vermehrung bestimmter weißer Blutkörperchen oder veränderte Leberwerte.
Bei einer Überdosierung stehen Zeichen einer gestörten Gefäßregulation im Vordergrund. Beschrieben sind Übelkeit, Erbrechen, Schwäche, eine Dämpfung des Zentralnervensystems, Augenzittern, Doppelbilder, Schweißausbrüche, eine Rötung der Haut, Schwindel und ein beschleunigter Herzschlag. Nach einer sehr großen Menge über den Mund wurden eine Übersäuerung des Blutes mit beschleunigter Atmung, ein erhöhter Blutzucker und ein Kaliummangel berichtet; nach Überdosierung in die Vene traten im Tierversuch Krampfanfälle und schwere Herzrhythmusstörungen auf.
Kontraindikationen
Typische Kontraindikationen bei der Verwendung von Papaverin betreffen Patienten mit bestimmten Vorerkrankungen oder Risiken, bei denen die Anwendung des Medikaments potenziell schädlich sein könnte. Eine der Hauptkontraindikationen ist eine Überempfindlichkeit oder Allergie gegen Papaverin oder einen seiner Bestandteile. Bei Patienten mit einer solchen Allergie können schwere Reaktionen auftreten.
Bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung ist Papaverin nur mit besonderer Vorsicht anzuwenden, da das Medikament in der Leber metabolisiert wird und eine beeinträchtigte Leberfunktion zu einer Ansammlung des Medikaments und einer erhöhten Toxizität führen kann. Auch bei Patienten mit schwerer Hypotonie (niedrigem Blutdruck) ist Vorsicht geboten, da Papaverin den Blutdruck weiter senken kann, was zu Kreislaufproblemen oder Ohnmacht führen könnte.
Als Gegenanzeige gilt die Gabe in eine Vene bei einem vollständigen AV-Block. Bei anderen Arrhythmien ist besondere Vorsicht geboten, denn Papaverin kann das Herz-Kreislauf-System beeinflussen und bestehende Herzrhythmusstörungen verschlimmern.
Bei Glaukom (grüner Star) ist Papaverin ebenfalls nur mit besonderer Vorsicht anzuwenden.
Schließlich sollte Papaverin bei schwangeren Frauen und in der Stillzeit nur unter strenger ärztlicher Aufsicht angewendet werden, da seine Sicherheit in diesen Fällen nicht ausreichend belegt ist.
Die Produkttexte beschreiben diese Datenlage genauer. In Versuchen an Ratten, bei denen Papaverin als einziger Wirkstoff unter die Haut gespritzt wurde, zeigten sich keine Fehlbildungen; ob der Stoff beim Menschen dem ungeborenen Kind schaden oder die Fortpflanzungsfähigkeit beeinflussen kann, ist nicht bekannt. Die Produktinformation des in Deutschland angebotenen Präparats fällt allerdings deutlich zurückhaltender aus: Papaverin sei auf seine Wirkung auf die Fortpflanzung nur unzureichend untersucht, habe aber in Untersuchungen an Zellen verschiedener Tierarten Fehlbildungen hervorgerufen, darunter Verschlussstörungen des Neuralrohrs. Ob der Wirkstoff auf das ungeborene Kind übergeht, ist nicht bekannt. In der Schwangerschaft darf das Mittel deshalb nur bei zwingender Notwendigkeit angewendet werden. Für die Stillzeit ist ebenfalls offen, ob der Wirkstoff in die Muttermilch übergeht.
Für Kinder ist die Datenlage ebenfalls dünn. Die amerikanischen Produkttexte halten fest, dass Sicherheit und Wirksamkeit bei Kindern nicht belegt sind; die Gebrauchsinformation des in Deutschland angebotenen Präparats nennt aus demselben Grund keine Anwendungsempfehlung für Kinder.
Interaktionen mit anderen Medikamenten
Papaverin kann mit verschiedenen Medikamenten interagieren, was die Wirksamkeit beeinflussen oder das Risiko von Nebenwirkungen erhöhen kann. Eine wichtige Wechselwirkung besteht mit Medikamenten, die das zentrale Nervensystem dämpfen, wie Beruhigungsmittel, Hypnotika oder Alkohol. In Kombination mit Papaverin kann die sedierende Wirkung dieser Substanzen verstärkt werden, was zu verstärkter Schläfrigkeit oder verminderter Reaktionsfähigkeit führen kann.
Bei Patienten, die gleichzeitig Antihypertensiva (Blutdrucksenker) einnehmen, kann Papaverin den blutdrucksenkenden Effekt verstärken, was zu Hypotonie und Schwindel führen kann. Daher ist bei der Kombination dieser Medikamente Vorsicht geboten, und der Blutdruck sollte regelmäßig überwacht werden.
Papaverin sollte auch nicht gleichzeitig mit Levodopa, einem Medikament zur Behandlung von Parkinson, angewendet werden. Es kann die Wirksamkeit von Levodopa verringern und die Parkinson-Symptome verschlimmern.
Darüber hinaus kann Papaverin bei Anwendung im ganzen Körper selbst Reizleitungsstörungen und sogenannte Torsade-de-pointes-Tachykardien auslösen. Es sollte daher bei Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen sorgfältig eingesetzt werden, insbesondere wenn sie bereits Medikamente gegen Herzrhythmusstörungen einnehmen.
Alternative Behandlungsmethoden
Wenn Papaverin nicht vertragen wird, stehen mehrere alternative Behandlungsmethoden und Wirkstoffe zur Verfügung, die ähnliche krampflösende und gefäßerweiternde Effekte haben. Diese Alternativen hängen von der zugrunde liegenden Erkrankung und den Symptomen ab, die behandelt werden sollen.
Eine häufige Alternative ist Drotaverin, ein weiteres krampflösendes Mittel, das ähnlich wie Papaverin wirkt, jedoch häufig besser vertragen wird. Es wird vor allem bei krampfartigen Schmerzen im Magen-Darm-Trakt und in den Harnwegen eingesetzt.
Butylscopolamin ist ebenfalls eine gängige Option. Es ist ein Anticholinergikum, das die glatte Muskulatur entspannt, insbesondere bei Krämpfen des Verdauungs- und Urogenitalsystems. Es wird oft zur Behandlung von Bauchkrämpfen und Reizdarmsyndrom verwendet.
Bei Gefäßkrämpfen oder Durchblutungsstörungen können Medikamente wie Nifedipin oder andere Kalziumkanalblocker eingesetzt werden. Diese wirken gefäßerweiternd und werden häufig zur Behandlung von Angina pectoris oder Raynaud-Syndrom verwendet.
Für Patienten mit gastrointestinalen Krämpfen kann auch Mebeverin in Erwägung gezogen werden, ein krampflösendes Mittel, das selektiv auf die glatte Muskulatur des Verdauungstrakts wirkt, ohne die normale Darmbewegung zu beeinträchtigen.
Bei Durchblutungsstörungen oder krampfartigen Schmerzen kann zudem Nitroglycerin in bestimmten Formen (z. B. Pflaster oder Salbe) eingesetzt werden, um die Gefäße zu erweitern und die Symptome zu lindern.
Neben medikamentösen Optionen können auch physikalische Therapieansätze wie Wärmebehandlungen, Massage oder Entspannungstechniken zur Linderung von Muskelkrämpfen beitragen.
Quellen
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