Piribedil
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 18. September 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Der Arzneistoff Piribedil zählt zur Gruppe der Dopaminagonisten und wird zur Behandlung von Parkinson verwendet, wobei die Therapie darauf abzielt, die Symptome der Erkrankung zu mildern; den Verlauf der Krankheit kann sie nicht aufhalten.
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Was ist Piribedil?
Piribedil wird seit den 1970er-Jahren eingesetzt, wobei es zunächst in der Augenheilkunde und dann bei Parkinson zum Einsatz kam. Außerdem wurde es auch zur Behandlung von Gefäßkrankheiten sowie für leichte kognitive Beeinträchtigungen verwendet.
In Deutschland ist Piribedil seit 2007 auf dem Markt und wird hier zur Therapie von Morbus Parkinson eingesetzt. Dabei ist sowohl eine Mono- als auch eine Kombinationstherapie mit Levodopa möglich. Mit Hilfe von Piribedil soll vor allem die Beweglichkeit der Patienten verbessert werden.
Pharmakologische Wirkung
Beim Morbus Parkinson leiden die Patienten unter einem Mangel an Dopamin, einem Botenstoff, der bei der Ausführung von Bewegungsabläufen eine wesentliche Rolle spielt. Die Betroffenen leiden daher unter Tremor (Zittern), Rigor (Muskelstarre) sowie Akinese (Bewegungsstörungen).
Damit die Symptomatik gemildert werden kann, erhalten die Patienten die Dopamin-Vorstufe L-Dopa. Dieses wird jedoch durch unterschiedliche Enzyme zu Metaboliten umgebaut, sodass eine Hemmung der Enzyme notwendig ist.
Darüber hinaus muss auch eine Stimulation der Dopamin-Rezeptoren (D2 und D3) mittels Agonisten stattfinden. Ein solcher Agonist ist Piribedil. Das Medikament kann die Blut-Hirn-Schranke überwinden und sich dann in weiterer Folge an die Bindungsstellen für Dopamin binden. Dort kann der Arzneistoff die gleichen Reaktionen wie Dopamin auslösen.
Dabei wird Piribedil vor allem im frühen bzw. fortgeschrittenen Stadium der Parkinson-Erkrankung eingesetzt. Zum Teil wirkt Piribedil auch als Gegenspieler von Noradrenalin an den α2-Rezeptoren des zentralen Nervensystems. Diese Doppelrolle unterscheidet Piribedil von den übrigen Dopamin-Agonisten. In Tiermodellen der Parkinson-Krankheit traten bei längerer Gabe von Piribedil weniger überschießende Bewegungen auf als unter L-Dopa, bei vergleichbarer Wirkung auf die Bewegungsarmut. Bei gesunden Versuchspersonen erhöhte der Wirkstoff außerdem Aufmerksamkeit und Wachheit.
Medizinische Anwendung & Verwendung
Mit Hilfe von Piribedil wird die Parkinson-Krankheit behandelt. Der Arzneistoff wird dabei entweder mit Levodopa kombiniert oder auch alleine eingesetzt. Im Falle einer Kombinationsbehandlung werden beide Medikamente von Beginn an zusammen verabreicht oder Piribedil wird erst einige Zeit später ergänzt.
Piribedil kann im Magen-Darm-Trakt sehr schnell absorbiert und verteilt werden. Da sich der Arzneistoff nur mäßig an Plasmaproteine bindet, sind die Wechselwirkungen, die auf Grund einer Proteinbindung auftreten können, relativ gering.
Die Retardtablette gibt den Wirkstoff langsam ab. Die höchste Konzentration im Blut wird deshalb erst einige Stunden nach der Einnahme erreicht, und der Spiegel bleibt über den Tag hinweg vergleichsweise gleichmäßig. Abgebaut wird Piribedil zum größten Teil in der Leber; die Ausscheidung verläuft in zwei Phasen, einer raschen und einer deutlich langsameren.
Belegt wurde die Wirksamkeit in drei doppelblinden Studien mit insgesamt mehr als tausend Patienten im frühen bis mittleren Krankheitsstadium, zwei davon gegen ein Scheinmedikament, eine gegen den älteren Dopamin-Agonisten Bromocriptin. Piribedil verbesserte darin sowohl die Bewegungsstörungen als auch die Bewältigung alltäglicher Verrichtungen, bei alleiniger Gabe über mindestens sieben Monate und zusammen mit Levodopa über ein Jahr. Bei alleiniger Gabe benötigte ein deutlich kleinerer Teil der Behandelten im Studienverlauf zusätzlich Levodopa als unter dem Scheinmedikament.
Das Medikament wird bevorzugt jüngeren Patienten verabreicht, wobei die Therapie darauf abzielt, motorische Komplikationen, wie zum Beispiel Wirkungsfluktuationen oder Dyskinesien, hinauszuzögern.
Über die Bewegungsstörungen hinaus nennt die deutsche Behandlungsleitlinie Piribedil bei einem Beschwerdebild, das nicht zu den Bewegungsstörungen zählt: bei der Anhedonie, also dem Verlust der Fähigkeit, Freude zu empfinden. Empfohlen wird dafür eine bestmöglich eingestellte dopaminerge Behandlung mit Levodopa und zusätzlich oder ersatzweise Rotigotin, Pramipexol oder Piribedil. Als zugelassenes Anwendungsgebiet nennt die Fachinformation dagegen allein die Parkinsonsche Krankheit, in alleiniger Gabe oder zusammen mit L-Dopa.
Normalerweise werden zur Therapie der Parkinson-Krankheit 3 bis 5 Tabletten (150mg bis 250mg) pro Tag eingenommen. Diese werden unzerkaut nach den Mahlzeiten mit etwas Wasser geschluckt. Wird das Medikament plötzlich abgesetzt, so kann unter Umständen ein malignes neuroleptisches Syndrom auftreten. Aus diesem Grund sollte die Dosis beim Absetzen des Arzneistoffes langsam reduziert werden.
Verabreichung & Dosierung
Piribedil, ein Dopamin-Agonist, wird vor allem zur Behandlung der Parkinson-Krankheit eingesetzt. Es verbessert die Beweglichkeit, indem es die dopaminerge Aktivität im zentralen Nervensystem erhöht. Hier sind einige wichtige Aspekte bei der Verabreichung und Dosierung von Piribedil:
Dosierung: Die Behandlung beginnt mit einer einzelnen Tablette täglich und wird schrittweise gesteigert, bis die wirksame Tagesdosis erreicht ist; diese wird auf drei Einzelgaben verteilt. Bei älteren Patienten sollte die Dosiserhöhung langsamer erfolgen.
Verabreichung: Die Tabletten sollten mit Nahrung eingenommen werden, um gastrointestinale Beschwerden zu minimieren. Sie müssen als Ganzes geschluckt und dürfen nicht zerkaut oder zerdrückt werden.
Überwachung: Die Patienten sollten auf mögliche Nebenwirkungen wie Übelkeit, Schwindel oder Halluzinationen überwacht werden. Diese Effekte treten häufiger zu Beginn der Behandlung oder bei schnellen Dosissteigerungen auf.
Kontraindikationen: Piribedil ist bei bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, bei einem kardiovaskulären Schock und in der akuten Phase eines Herzinfarkts kontraindiziert. Außerdem darf es nicht zusammen mit Neuroleptika gegeben werden, ausgenommen Clozapin.
Vorsichtsmaßnahmen: Bei Patienten mit Niereninsuffizienz, eingeschränkter Leberfunktion oder kardiovaskulären Erkrankungen sollte die Dosierung vorsichtig angepasst werden.
Wechselwirkungen: Piribedil kann mit Antipsychotika, blutdrucksenkenden Medikamenten und anderen Arzneimitteln interagieren, weshalb eine sorgfältige Überprüfung der Medikation erforderlich ist.
Risiken & Nebenwirkungen
Generell ist Piribedil sehr nebenwirkungsarm. Treten diese dennoch auf, so sind sie von der verabreichten Dosis abhängig. Die Fachinformation drückt sich zurückhaltender aus: Die Nebenwirkungen seien „eher wenig ausgeprägt“. Als häufig, also bei mindestens einem und weniger als zehn von hundert Behandelten, führt sie leichte Magen-Darm-Beschwerden, psychische Störungen wie Zerstreutheit, Erregung oder Halluzinationen sowie Schwindelgefühle auf. Wird die Behandlung beendet, so verschwinden auch die Nebenwirkungen wieder; abgesetzt werden darf Piribedil allerdings nur schrittweise. Keine Anwendung von Piribedil darf erfolgen bei: einem kardiovaskulären Schock, einer Überempfindlichkeit auf das Medikament und bei einem akuten Herzinfarkt.
Darüber hinaus darf Piribedil nicht in Kombination mit Neuroleptika eingenommen werden, ausgenommen Clozapin: Beide Wirkstoffgruppen heben sich gegenseitig auf, und psychotische Störungen können verstärkt werden. Auch eine Einnahme während der Stillzeit bzw. einer Schwangerschaft ist nicht zu empfehlen. Zur Anwendung bei Schwangeren liegen keine ausreichenden Daten vor; die Fachinformation rät deshalb auch Frauen im gebärfähigen Alter ohne Verhütung von Piribedil ab. In Tierversuchen zeigten sich keine Hinweise auf eine Schädigung der Fortpflanzung.
Nebenwirkungen treten meistens nur zu Beginn der Behandlung auf. Dazu zählen:
- Magen-Darm-Beschwerden wie Blähungen, Erbrechen oder Übelkeit
- Schwindelgefühle, Zerstreutheit oder Halluzinationen
- niedriger Blutdruck
- Impulskontrollstörungen wie Hypersexualität oder Libidosteigerung
- allergische Reaktionen
- Brechreiz bei Überdosierungen
Magen-Darm-Beschwerden können reduziert werden, wenn die Dosis zu Beginn der Behandlung stufenweise erhöht wird. Außerdem kann es bei der Therapie mit Piribedil zu Schläfrigkeit kommen, sehr selten treten auch plötzliche Schlafanfälle auf. Daher sollten die Patienten kein Fahrzeug lenken oder Aktivitäten ausüben, durch die sie oder auch andere Personen verletzt werden könnten.
Ein eigener Warnhinweis gilt den Impulskontrollstörungen. Unter Dopamin-Agonisten, Piribedil eingeschlossen, können krankhafte Spielsucht, eine gesteigerte Libido bis hin zur Hypersexualität, zwanghaftes Geldausgeben oder Einkaufen sowie Essattacken und Esszwang auftreten. Die Fachinformation fordert dazu auf, Patienten und Betreuende darauf hinzuweisen und regelmäßig auf solche Veränderungen zu achten. Treten sie auf, wird die Dosis verringert oder das Mittel ausschleichend abgesetzt. Ähnlich wird bei anormalem Verhalten verfahren, das sich in Verwirrung, Erregtheit oder Aggression äußern kann.
Wegen des Alters der meisten Behandelten weist die Fachinformation eigens auf das Risiko von Stürzen hin, das sich aus niedrigem Blutdruck, Schlafattacken oder Zerstreutheit ergeben kann. Für Dopamin-Agonisten sind daneben Wassereinlagerungen in den Beinen beschrieben. Wird Piribedil im fortgeschrittenen Krankheitsstadium zusammen mit Levodopa aufdosiert, können überschießende Bewegungen auftreten; in diesem Fall wird die Piribedil-Dosis verringert.
Eine Überdosierung ist bei der Einnahme von Piribedil eher unwahrscheinlich. Der Grund dafür liegt in der Substanz selbst: In sehr hohen Mengen löst Piribedil Erbrechen aus, sodass eine größere Menge kaum im Körper verbleibt. Sollte es dennoch dazu kommen, so treten folgende Symptome auf: instabiler Blutdruck (Hypotonie oder Hypertonie) und/oder gastrointestinale Beschwerden (Erbrechen, Übelkeit).
Kontraindikationen
Piribedil, ein Dopamin-Agonist, wird häufig zur Behandlung der Parkinson-Krankheit verwendet. Wie bei jedem Medikament gibt es auch bei Piribedil bestimmte Kontraindikationen, die beachtet werden müssen, um mögliche Risiken für Patienten zu minimieren:
Überempfindlichkeit: Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegen Piribedil oder einen seiner Bestandteile sollten das Medikament nicht einnehmen, da das Risiko für allergische Reaktionen besteht.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Bei einem kardiovaskulären Schock und in der akuten Phase eines Herzinfarkts ist Piribedil kontraindiziert. Bei anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Arrhythmien oder einer ischämischen Herzkrankheit gilt kein grundsätzliches Verbot, wohl aber besondere Vorsicht, weil Dopaminagonisten den Blutdruck senken können.
Psychotische Störungen: Hier ist Vorsicht geboten. Dopaminagonisten können psychotische Störungen wie Wahnvorstellungen, ein Delir oder Halluzinationen auslösen oder verstärken; treten solche Beschwerden auf, wird die Dosis verringert oder das Mittel schrittweise abgesetzt.
Seltene Zuckerunverträglichkeiten: Die Tabletten enthalten Zuckerbestandteile. Patienten mit einer seltenen erblichen Fructose-Intoleranz, einer Glucose-Galactose-Malabsorption oder einem Saccharase-Isomaltase-Mangel sollten sie deshalb nicht einnehmen.
Schwere Leber- oder Nierenerkrankungen: Hier ist Vorsicht geboten. Eine eingeschränkte Funktion dieser Organe kann die Ausscheidung und Verstoffwechselung des Medikaments beeinflussen, was zu einer Akkumulation im Körper führen kann.
Schwangerschaft und Stillzeit: Die Sicherheit von Piribedil bei schwangeren oder stillenden Frauen ist nicht ausreichend belegt, weshalb eine Anwendung in diesen Fällen vermieden werden sollte.
Eine sorgfältige Überprüfung der Patientenanamnese und des aktuellen Gesundheitszustands ist unerlässlich, um festzustellen, ob Piribedil eine geeignete Behandlung ist.
Interaktionen mit anderen Medikamenten
Piribedil, ein Dopamin-Agonist, kann mit verschiedenen Medikamenten interagieren, was bei der Verschreibung und Anwendung beachtet werden sollte:
Antipsychotika: Diese Medikamente, insbesondere typische Antipsychotika wie Haloperidol, wirken als Dopamin-Antagonisten und können die Wirkung von Piribedil abschwächen. Auch atypische Antipsychotika können ähnliche Interaktionen zeigen. Die Kombination dieser Medikamente mit Piribedil ist, mit Ausnahme von Clozapin, kontraindiziert; bei Patienten mit Parkinson kann sie die Symptome verschlimmern.
Blutdrucksenkende Medikamente: Piribedil kann eine blutdrucksenkende Wirkung haben, was in Kombination mit anderen Antihypertensiva wie ACE-Hemmern, Betablockern oder Diuretika zu einem erhöhten Risiko für Hypotonie führen kann. Patienten sollten auf Symptome wie Schwindel oder Ohnmacht überwacht werden.
Tetrabenazin und Alkohol: Von der gleichzeitigen Einnahme von Tetrabenazin wird abgeraten, da sich dopaminerge Parkinson-Mittel und Tetrabenazin gegenseitig entgegenwirken. Auch die Kombination von Piribedil mit Alkohol wird nicht empfohlen.
ZNS-Medikamente: Piribedil kann mit anderen zentral wirkenden Medikamenten wie Benzodiazepinen, Opioiden oder Schlafmitteln interagieren. Dies kann zu erhöhter Sedierung oder veränderten Wirkungen führen.
Anticholinergika: Piribedil selbst kann Verwirrtheit, Halluzinationen und Delir hervorrufen. Werden zusätzlich anticholinerge Parkinson-Mittel gegeben, die dieselben Beschwerden auslösen können, ist daher besondere Vorsicht geboten.
Eine gründliche Überprüfung der Medikation ist notwendig, um potenziell schädliche Wechselwirkungen bei Patienten, die Piribedil einnehmen, zu vermeiden.
Alternative Behandlungsmethoden
Wenn Piribedil nicht vertragen wird oder kontraindiziert ist, stehen für die Behandlung der Parkinson-Krankheit andere Medikamente und Methoden zur Verfügung:
Andere Dopamin-Agonisten: Pramipexol und Ropinirol sind Alternativen zu Piribedil und werden ebenfalls zur Verbesserung der motorischen Symptome eingesetzt. Diese Medikamente haben unterschiedliche Nebenwirkungsprofile und können besser vertragen werden.
Levodopa: Als Goldstandard in der Parkinson-Behandlung wird Levodopa oft mit einem Decarboxylase-Hemmer wie Carbidopa oder Benserazid kombiniert, um die Wirkung zu verstärken und Nebenwirkungen zu reduzieren.
MAO-B-Hemmer: Rasagilin und Selegilin verlängern die Wirkung von Dopamin im Gehirn, indem sie den Dopaminabbau hemmen. Diese Medikamente können bei leichten bis mittelschweren Parkinson-Symptomen eingesetzt werden.
COMT-Hemmer: Entacapon und Opicapon können die Wirkung von Levodopa verlängern, indem sie den Dopaminabbau blockieren. Sie sind in Kombination mit Levodopa wirksam.
Anticholinergika: Bei jüngeren Patienten, die vor allem an Tremor leiden, wurden lange Zeit Anticholinergika wie Biperiden eingesetzt. Die deutsche Leitlinie rät heute grundsätzlich davon ab, sie als Parkinson-Mittel einzusetzen; nur in absoluten Ausnahmefällen kommen sie bei einem anderweitig nicht behandelbaren Tremor in Betracht.
Nicht-medikamentöse Ansätze: Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie können zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen. Tiefe Hirnstimulation (THS) ist eine chirurgische Option für Patienten mit fortgeschrittener Parkinson-Krankheit.
Rotigotin: Dieser Dopamin-Agonist wird nicht geschluckt, sondern über ein Pflaster durch die Haut aufgenommen. Die deutsche Leitlinie führt ihn neben Pramipexol, Ropinirol und Piribedil unter den nicht-ergolinen Dopamin-Agonisten, die zur Behandlung der Parkinson-Krankheit eingesetzt werden können. Für Menschen mit Schluckstörungen oder unregelmäßiger Tabletteneinnahme kann diese Form von Vorteil sein. Das Pflaster wird einmal täglich gewechselt und gibt den Wirkstoff währenddessen gleichmäßig ab, sodass mehrere Einzelgaben über den Tag entfallen. Reaktionen an der Klebestelle sind dafür die typische Nebenwirkung dieser Darreichungsform; sie traten in den Zulassungsstudien bei gut einem Drittel der Behandelten auf, blieben meist auf die Klebestelle beschränkt und führten bei einem kleinen Teil der Behandelten zum Abbruch.
Apomorphin: Es wirkt ebenfalls an den Dopamin-Rezeptoren, wird aber gespritzt oder über eine Pumpe unter die Haut gegeben. Die Leitlinie nennt es nur mit deutlichen Einschränkungen und vor allem für Patienten mit ausgeprägten Wirkungsschwankungen.
Die Auswahl der Behandlung sollte auf die individuellen Bedürfnisse des Patienten abgestimmt sein, wobei das Nebenwirkungsprofil und die Krankheitsstadien berücksichtigt werden.
Quellen
- Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., Hofmann, F. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
ISBN: 9783437426223
- Deuschl, G., Oertel, W. H., Poewe, W. (Hrsg.): Parkinson-Syndrome und andere Bewegungsstörungen.
ISBN: 9783132415508
- Diener, H.-C., Fink, G. R. (Hrsg.): Therapie-Handbuch Neurologie.
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- Berlit, P. (Hrsg.): Klinische Neurologie.
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- Diener, H.-C., Gerloff, C., Dieterich, M., et al. (Hrsg.): Therapie und Verlauf neurologischer Erkrankungen.
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