Fentanylhaltige Schmerzmittel

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 11. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Bei fentanylhaltigen Schmerzmitteln handelt es sich um einige der stärksten Schmerzmittel, die in der Apotheke nur auf ein Betäubungsmittelrezept hin erhältlich sind. Der Wirkstoff kommt u. a. bei starken Schmerzen infolge von Rheuma und Krebserkrankungen sowie bei operativen Eingriffen zur Anwendung. Er kann in verschiedenen Formen dargereicht werden. Zu trauriger Bekanntheit kam er auch im Jahr 2016, als bekannt wurde, dass der Musiker Prince an einer Überdosis dieses Mittels verstarb.

Inhaltsverzeichnis

Was sind fentanylhaltige Schmerzmittel?

Fentanylhaltige Schmerzmittel
Verabreicht wird Fentanyl, um starke bis sehr intensive Schmerzen zu behandeln. In den meisten Fällen erhält der Patient ein spezielles Pflaster.
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Fentanyl zählt zu den effektivsten Schmerzmitteln (Analgetika). So gilt seine Wirkung als 50 bis 100 Mal stärker als die von Morphin. Das Opioid ist verschreibungspflichtig und nur gegen Vorlage eines Rezepts erhältlich. Darüber hinaus fällt das Analgetikum unter das Betäubungsmittelgesetz (BtMG). Das bedeutet, dass die Verordnung von Fentanyl-Fertigarzneimitteln ausschließlich über ein BtM-Rezept stattfindet.

Die Entwicklung von Fentanyl erfolgte 1960 durch den belgischen Chemiker und Pharmaunternehmer Paul Janssen (1926-2003). In den 1960er Jahren gelangte das Schmerzmittel auf den Markt. Im Laufe der Zeit wurde die Molekülstruktur des Wirkstoffs mehrfach modifiziert, wodurch sich Derivate entwickelten, die sich besser steuern ließen. So stand in den 1990er Jahren ein Schmerzpflaster zur Verfügung, das sich auch zur Behandlung von chronischen Schmerzen eignete.

Im weiteren Verlauf ließ sich Fentanyl auch in Form von Buccaltabletten, die auf die Schleimhaut der Wange gelegt werden, Lutschern, Nasensprays und Mundsprays darreichen. Ein Nachteil des Medikaments ist allerdings, dass es Suchtpotential in sich birgt.

Pharmakologische Wirkung

Fentanyl gehört der Wirkstoffgruppe der Opioide an. Diese entstammen den Opiaten, die in der Mohnpflanze vorkommen. Sie verfügen über die Eigenschaft, sich hemmend auf das Schmerzempfinden auszuwirken. Unter Opioiden werden chemisch-synthetische Stoffe verstanden, deren Herstellung nach dem Vorbild der Opiate erfolgt. Sie weisen den gleichen Wirkungsmechanismus auf wie die Opiate. Zu diesen Opioiden zählt auch Fentanyl. Nach heutigem Sprachgebrauch umfasst der Begriff Opioid alle Substanzen, die an den Opioidrezeptoren wirken – neben den synthetischen Stoffen also auch die natürlichen Opiate und körpereigene Peptide wie die Endorphine.

Wird Fentanyl in den Körper aufgenommen, kann es rasch die Blut-Hirn-Schranke durchdringen und bindet sich an die Opioid-Rezeptoren im Gehirn und Rückenmark, wo es das Weiterleiten der Schmerzsignale unterbindet. Auf diese Weise ist das Gehirn nicht mehr in der Lage, die Schmerzen zu registrieren. Die schmerzlindernde Wirkung von Fentanyl fällt so stark aus, dass bereits geringe Mengen zur Unterdrückung des Schmerzes ausreichen.

Durch eine Vielzahl an Darreichungsformen kann der Arzneistoff auf unterschiedliche Weise in den Körper gelangen. Eine beinahe sofortige Wirkung lässt sich durch eine Fentanyl-Injektion erzielen. Ebenso ist eine Aufnahme über die Mund- und Nasenschleimhaut möglich, wodurch der schmerzhemmende Effekt bereits nach wenigen Minuten einsetzt. Trägt der Patient das Fentanyl auf die Haut auf, dauert es einige Stunden bis zum Beginn der Wirkung.

Der Abbau des Fentanyls findet in der Leber statt, wo es zu seiner Verstoffwechselung in unwirksame Abbauprodukte kommt. Aus dem Körper gelangt das Opioid über die Nieren. Nach ca. 7 Stunden sind etwa 50 Prozent des Schmerzmittels wieder aus dem Organismus ausgeschieden. Nach dem Tragen eines Schmerzpflasters dauert dieser Vorgang länger; deshalb darf nach dem Entfernen des Pflasters mehrere Tage lang nicht gestillt werden.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Verabreicht wird Fentanyl, um starke bis sehr intensive Schmerzen zu behandeln. In den meisten Fällen erhält der Patient ein spezielles Pflaster. Dieses gibt den Arzneistoff über die Dauer von mehreren Tagen gleichmäßig ab. Diese Behandlungsmethode kommt in erster Linie zur Therapie von Krebserkrankungen zur Anwendung und eignet sich zur Bekämpfung von Dauerschmerzen.

Für akute Schmerzen oder Wundschmerzen nach Operationen eignen sich die Schmerzpflaster allerdings nicht. In solchen Fällen werden Injektionslösungen per Spritze verabreicht. Dabei dient das Fentanyl auch zum Einleiten einer Narkose, wobei eine Kombination mit einem Schlafmittel erfolgt.

Gegen akute Schmerzen werden zudem Lutschtabletten oder Nasensprays verabreicht, da auch bei diesen Präparaten ein rascher Wirkungsbeginn möglich ist. In der Regel wird das Opioid in Akutfällen nur kurzfristig eingenommen. Die individuelle Dosis bestimmt der Arzt.

Müssen chronische Schmerzen mit einem Fentanyl-Pflaster behandelt werden, reinigt das medizinische Personal die ausgewählte Hautstelle, die unverletzt und unbehaart sein sollte, mit Wasser. Nach dem Abtrocknen wird das Pflaster etwa 30 Sekunden lang leicht angedrückt und bleibt drei Tage auf der Haut kleben, bis es an anderer Stelle durch ein weiteres Pflaster ersetzt wird. Die behandelte Stelle benötigt mehrere Tage Pause, bis dort erneut ein Fentanyl-Pflaster angebracht werden kann.


Risiken & Nebenwirkungen

Durch die Einnahme von Fentanyl droht eine Vielzahl an unerwünschten Nebenwirkungen. Dazu gehören in erster Linie Unruhe, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen, Schwindelgefühle, Hautausschlag, Juckreiz, Schweißausbrüche, Verstopfung, Übelkeit, Erbrechen, Veränderungen der Stimmung, Mundtrockenheit, eine Verlangsamung des Herzschlags, Störungen der Blasenentleerung, Durchfall, Hautrötungen, Verdauungsprobleme, Verwirrung, Angststörungen, Nervosität, Depressionen und Halluzinationen.

Gelegentlich sind auch Zittern, Sensibilitätsstörungen, Gedächtnisprobleme, niedriger Blutdruck, Schlafprobleme, Atemstörungen, Herzrasen, Bluthochdruck oder Sprachstörungen möglich. Darüber hinaus besteht das Risiko, dass der Patient von Fentanyl abhängig wird.

Liegt eine Überempfindlichkeit gegen Fentanyl oder eine Abhängigkeit von opioiden Schmerzmitteln vor, darf der Wirkstoff nicht verabreicht werden. Das Gleiche gilt bei einer schweren Beeinträchtigung der Gehirnfunktion. Ein sorgfältiges Abwägen zwischen Risiko und Nutzen einer Fentanyl-Behandlung ist erforderlich, wenn der Patient unter Herzrhythmusstörungen mit verlangsamtem Herzschlag, erhöhtem Hirndruck, Bewusstseinsstörungen, COPD oder anderen Erkrankungen der Lunge sowie Einschränkungen der Nieren- und Leberfunktion leidet. Bei einer schweren Atemdepression und bei schweren obstruktiven Lungenerkrankungen darf Fentanyl dagegen gar nicht angewendet werden.

Während der Schwangerschaft darf Fentanyl nur angewendet werden, wenn dies eindeutig erforderlich ist und der Nutzen die Risiken überwiegt. So besteht bereits im Mutterleib die Gefahr für das Kind, abhängig zu werden. Bemerkbar macht sich dies durch Entzugserscheinungen nach der Geburt. Außerdem kann das Fentanyl die Atemfunktionen des Kindes einschränken. Weil der Arzneistoff in die Muttermilch übergeht, sollte er auch nicht während der Stillzeit zur Anwendung gelangen. Prinzipiell eignet sich Fentanyl aber auch zur Behandlung von Kindern. Das Schmerzpflaster ist dabei Kindern ab zwei Jahren vorbehalten, die bereits Opioide erhalten.

Kontraindikationen

Die deutsche Fachinformation eines Fentanyl-Matrixpflasters führt drei Gegenanzeigen auf.

Überempfindlichkeit: Eine bekannte Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile schließt die Anwendung aus.

Akute und postoperative Schmerzen: Das Pflaster darf bei akuten Schmerzzuständen und bei Schmerzen nach einer Operation nicht angewendet werden. Der Grund liegt in der Darreichungsform selbst: Bei einer kurzen Anwendung lässt sich die abgegebene Menge nicht schrittweise an den Bedarf anpassen, und es kann zu einer schweren oder lebensbedrohlichen Verflachung der Atmung kommen. Die fehlende Eignung des Pflasters für akute Schmerzen ist damit keine bloße Zweckmäßigkeitsfrage, sondern eine förmliche Gegenanzeige.

Schwere Atemdepression: Eine bereits bestehende schwere Verflachung der Atmung schließt die Anwendung aus.

Für die schnell wirksamen Zubereitungen zur Anwendung in Mund und Nase gelten zusätzliche Gegenanzeigen, unter anderem eine schwere obstruktive Lungenerkrankung und das Fehlen einer bestehenden Opioid-Basistherapie. Die Gegenanzeigen der einzelnen fentanylhaltigen Arzneimittel unterscheiden sich also je nach Darreichungsform; sie lassen sich nicht von einem Präparat auf ein anderes übertragen.

Warnhinweise & Vorsichtsmaßnahmen

Fieber und äußere Wärme: Steigt die Hauttemperatur, können die Fentanylkonzentrationen im Blut ansteigen. Patienten mit Fieber sind deshalb genau auf Nebenwirkungen zu beobachten. Möglicherweise gibt es eine temperaturabhängige Zunahme der Wirkstofffreisetzung aus dem Pflaster, die zu einer Überdosierung und zum Tod führen kann. Die Klebestelle darf keiner unmittelbaren äußeren Wärme ausgesetzt werden; ausdrücklich genannt werden Heizkissen, Heizdecken, beheizte Wasserbetten, Wärme- und Bräunungslampen, Sonnenbäder, Wärmflaschen, ausgedehnte heiße Bäder, Saunagänge und heiße Whirlpool-Bäder.

Gefahr für Kinder und Dritte: Ein Pflaster enthält auch nach der Anwendung noch Fentanyl in einer Menge, die tödlich sein kann, insbesondere für ein Kind. Alle Pflaster müssen deshalb vor und nach dem Gebrauch für Kinder unzugänglich aufbewahrt werden. Wegen der Gefahren durch unbeabsichtigte Einnahme, Falschanwendung und Missbrauch – bis hin zu tödlichen Verläufen – gehört das Arzneimittel an einen sicheren, für Dritte unzugänglichen Ort.

Versehentliche Übertragung: Ein Pflaster kann beim gemeinsamen Schlafen in einem Bett oder bei engem Körperkontakt auf die Haut einer anderen Person übergehen, insbesondere eines Kindes. Für diese Person bedeutet das eine Opioid-Überdosis. Ein versehentlich übertragenes Pflaster ist sofort zu entfernen.

Sichere Entsorgung: Gebrauchte Pflaster werden mit den Klebeflächen aneinandergeklebt und danach sicher entsorgt.

Menschen ohne Opioid-Vorbehandlung: Wird ein Fentanylpflaster als erste Opioidbehandlung angewendet, wurden in sehr seltenen Fällen eine bedeutsame Verflachung der Atmung und Todesfälle beobachtet, besonders bei Schmerzen, die nicht von einer Krebserkrankung herrühren. Auch bei der niedrigsten Anfangsdosis ist eine schwere oder lebensbedrohliche Minderbeatmung möglich, vor allem bei älteren Menschen und bei eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion. Wie stark sich eine Gewöhnung ausbildet, ist von Mensch zu Mensch sehr verschieden.

Schlafbezogene Atmungsstörungen: Opioide können zentrale Schlafapnoe und einen Sauerstoffmangel im Schlaf hervorrufen. Das Risiko nimmt mit der Gesamtmenge des Opioids zu; bei Betroffenen wird eine Verringerung erwogen.

Überwachung nach dem Entfernen: Weil die Fentanylkonzentration im Blut nach dem Abnehmen des Pflasters nur allmählich abfällt, kann eine Atemdepression auch danach fortbestehen. Patienten, bei denen schwere Nebenwirkungen aufgetreten sind, werden deshalb noch mindestens einen Tag lang, je nach Beschwerdebild auch länger, überwacht.

Ältere Menschen: Daten aus Untersuchungen mit gespritztem Fentanyl legen nahe, dass die Ausscheidung über die Nieren vermindert und die Halbwertszeit verlängert ist und dass ältere Menschen empfindlicher auf den Wirkstoff reagieren als jüngere.

Serotonin-Syndrom: Vorsicht ist geboten, wenn fentanylhaltige Arzneimittel zusammen mit Mitteln angewendet werden, die auf das Serotoninsystem wirken. Zu den Anzeichen zählen gesteigerte Reflexe, Koordinationsstörungen und Muskelsteifigkeit sowie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Bei Verdacht wird die Behandlung abgebrochen.

Interaktionen mit anderen Medikamenten

Beruhigungsmittel und andere dämpfende Stoffe: Die gleichzeitige Anwendung mit Benzodiazepinen oder verwandten Beruhigungsmitteln, mit Alkohol oder mit anderen zentral dämpfenden Betäubungsmitteln kann zu Sedierung, Atemdepression, Koma und Tod führen. Eine solche Kombination bleibt deshalb den Fällen vorbehalten, in denen keine andere Behandlungsmöglichkeit besteht; sie wird so niedrig und so kurz wie möglich angesetzt, und Patient wie Angehörige werden auf die Anzeichen einer Atemdepression hingewiesen.

CYP3A4-Hemmstoffe: Fentanyl wird über das Enzym CYP3A4 abgebaut. Arzneimittel, die dieses Enzym hemmen, lassen die Fentanylkonzentration im Blut ansteigen; Wirkung und Nebenwirkungen fallen dann stärker aus oder halten länger an, bis hin zu einer schweren Atemdepression. Die gleichzeitige Anwendung wird deshalb nicht empfohlen, sofern der Nutzen das Risiko nicht überwiegt. Wie lange die Hemmung nach dem Absetzen eines solchen Mittels noch anhält, ist unterschiedlich; bei Stoffen mit langer Verweildauer im Körper wie Amiodaron oder bei zeitabhängig wirkenden Hemmstoffen wie Erythromycin, Idelalisib, Nicardipin und Ritonavir dauert es länger. Vor dem ersten Pflaster ist deshalb die Produktinformation des jeweiligen Hemmstoffs heranzuziehen.

Überdosierung

Die wichtigste und gefährlichste Erscheinung einer Fentanyl-Überdosierung ist die Verflachung der Atmung. Als Gegenmittel steht mit Naloxon ein Stoff zur Verfügung, der die Opioidwirkung an den Rezeptoren aufhebt. Seine Anwendung erfordert allerdings Erfahrung, denn die Atemdepression kann länger anhalten als die Wirkung des Gegenmittels. Nach dem Entfernen eines Pflasters kann es deshalb zu einem Wiederaufflackern der Opioidwirkung kommen, sodass Naloxon wiederholt oder als Dauerinfusion gegeben werden muss. Hinzu kommt, dass die plötzliche Aufhebung der Opioidwirkung heftige Schmerzen und eine Ausschüttung von Katecholaminen auslösen kann.

Daneben gehören die Sicherung der Atemwege, die Gabe von Sauerstoff und, falls nötig, eine unterstützte oder vollständig übernommene Beatmung zur Behandlung. Auf eine normale Körpertemperatur und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist zu achten. Ein schwerer oder anhaltend niedriger Blutdruck kann auf einen Flüssigkeitsmangel zurückgehen und wird durch Flüssigkeitsgabe über die Vene behandelt.

Gewöhnung, Abhängigkeit und Absetzen

Bei fortgesetzter Behandlung ist regelmäßig zu prüfen, ob sie noch nötig ist. Bleibt die Schmerzkontrolle unzureichend, kommen drei Erklärungen in Betracht: ein Fortschreiten der Grunderkrankung, eine Gewöhnung an das Opioid – oder eine opioidbedingte Schmerzüberempfindlichkeit. Bei letzterer verstärkt das Schmerzmittel die Schmerzempfindung, statt sie zu dämpfen; sie kann sich auch darin äußern, dass Reize schmerzhaft werden, die es sonst nicht sind, und zwar ohne Anzeichen für ein Fortschreiten der Krankheit. Besteht ein solcher Verdacht, wird die Opioidmenge verringert oder das Mittel nach Möglichkeit ausgeschlichen.

Ein plötzliches Absetzen ist zu vermeiden. Nach dem Entfernen eines Pflasters fällt die Fentanylkonzentration im Blut nur langsam ab; es kann 20 Stunden oder länger dauern, bis sie sich halbiert hat. Wird auf ein anderes Opioid gewechselt, beginnt dieses deshalb niedrig und wird schrittweise gesteigert. Bei Menschen, die körperlich von Opioiden abhängig sind, hat ein rasches Absetzen zu schweren Entzugserscheinungen und zu unkontrollierten Schmerzen geführt. Wie langsam ausgeschlichen wird, richtet sich nach der bisherigen Menge, nach der Dauer der Behandlung und nach dem Verlauf von Schmerzen und Entzugsbeschwerden; wer lange behandelt wurde, braucht die kleineren Schritte.

Langfristig eingenommene Opioide können außerdem in den Hormonhaushalt eingreifen, und zwar sowohl in die Steuerung der Nebennierenrinde als auch in die der Keimdrüsen. Beschrieben sind ein erhöhter Prolaktinspiegel sowie erniedrigte Werte von Cortisol und Testosteron, die ihrerseits Beschwerden verursachen können. Bei entsprechendem Verdacht werden Blutuntersuchungen veranlasst.

Quellen

  • Geber, C., Gierthmühlen, J., Klinger, R., Rittner, H. (Hrsg.): Praktische Schmerzmedizin.
    ISBN: 9783662736074
  • Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., Hofmann, F. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
    ISBN: 9783437426223
  • Larsen, R.: Anästhesie.
    ISBN: 9783437225123
  • Geisslinger, G., Gudermann, T., Hinz, B., et al.: Mutschler Arzneimittelwirkungen.
    ISBN: 9783804746541
  • Herold, G.: Innere Medizin 2026.
    ISBN: 9783982116655

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