Oxprenolol

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 18. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Bei Oxprenolol handelt es sich um einen hochwirksamen medizinischen Arzneistoff. Er gehört zur Wirkstoffklasse der sogenannten Betablocker und wird seit Jahrzehnten u. a. zur Therapie von Bluthochdruck (Hypertonie) verwendet. Der Stoff wird sowohl in Mono- als auch Kombinationspräparaten verarbeitet.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Oxprenolol?

Oxprenolol
Zu den typischen Anwendungsgebieten von Oxprenolol zählen verschiedene Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie eine arterielle Hypertonie (Bluthochdruck), das hyperkinetische Herzsyndrom, Herzrhythmusstörungen und koronare Erkrankungen des Herzens.
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Oxprenolol ist ein medizinischer Wirkstoff, der in der Humanmedizin verwendet wird. Er wird seit Jahrzehnten verwendet, um Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie arterielle Hypertonien (Bluthochdruck) zu behandeln.

Aufgrund seiner pharmakologischen Eigenschaften wird das weißliche kristalline Pulver der Wirkstoffklasse der Betablocker zugerechnet. Als solche werden Medikamente bzw. Wirkstoffe bezeichnet, die durch eine Blockade der körpereigenen Adrenozeptoren die Wirkung der Stresshormone Noradrenalin und Adrenalin unterbinden. Hierdurch wird eine Verringerung des Blutdrucks sowie der Herzfrequenz erreicht.

Oxprenolol findet sich sowohl in Mono- als auch in Kombinationspräparaten. Letztere sind Arzneien, die verschiedene Wirkstoffe kombinieren und deshalb für eine Vielzahl von Erkrankungen eingesetzt werden können. In der Chemie wird Oxprenolol durch die Summenformel C 15 – H 23 – N – O 3 beschrieben, was einer molaren Masse von 265,35 g/mol entspricht.

Pharmakologische Wirkung

Oxprenolol gewinnt seine Wirksamkeit grundsätzlich durch eine Anbindung an die sogenannten Beta-Adrenozeptoren, was typisch für die Wirkstoffklasse der Betablocker ist. Durch diese Anbindung kommt es zu einer Hemmung der Rezeptoren, was wiederum die Wirkung der Hormone Adrenalin und Noradrenalin aufhebt.

Diese gelten, da sie vor allem unter Stress ausgeschüttet werden, als Stresshormone. Sie verursachen eine Erhöhung der Herzfrequenz. Wird deren Wirkung also unterbunden, kommt es zu einer Verringerung des Blutdrucks und der Herzfrequenz.

Dennoch unterscheidet sich Oxprenolol hinsichtlich seiner Wirkung von den meisten anderen Betablockern. Denn anders als diese weist Oxprenolol keine Selektivität für die β1-Adrenozeptoren auf. Der Wirkstoff bindet sich also nicht spezifisch an bestimmte Adrenozeptoren.

Darüber hinaus ist Oxprenolol auch intrinsisch sympathomimetisch aktiv. Dies ist eine Eigenschaft, die auch die verwandten Betablocker Pindolol und Acebutolol aufweisen. Hinsichtlich der Intensität seiner Wirksamkeit gleicht Oxprenolol jedoch dem Propranolol.

Intrinsische sympathomimetische Aktivität bedeutet, dass der Wirkstoff die Beta-Rezeptoren nicht nur blockiert, sondern sie zugleich schwach anregt. Die Herzfrequenz in Ruhe fällt unter einem solchen Betablocker weniger stark ab als unter einem Vertreter ohne diese Eigenschaft. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass diese Wirkstoffe unbedenklicher wären: Für Pindolol, den nächsten Verwandten mit derselben Besonderheit, ist in der amerikanischen Produktinformation ausdrücklich festgehalten, dass ein belastbarer Nachweis größerer Sicherheit bei Herzschwäche, bei Störungen der Erregungsleitung oder bei einer Verkrampfung der Bronchien fehlt. Der verbleibende Grundantrieb des sympathischen Nervensystems reicht dafür nicht aus.

Pharmakologisch ist hervorzuheben, dass Oxprenolol fettlöslich ist und einem First-Pass-Effekt unterliegt. Hiermit wird die erste Phase (first pass) der Umwandlung eines Wirkstoffs in der Leber beschrieben. Die Bioverfügbarkeit von Oxprenolol wird in der medizinischen Fachliteratur dementsprechend sehr unterschiedlich beschrieben. Sie ist von zahlreichen Faktoren abhängig und bewegt sich zwischen 20 % und 70 %. Der Abbau des Wirkstoffes bzw. dessen Metabolisierung erfolgt über die Leber.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Oxprenolol wird in der Regel oral in Form von Filmtabletten verabreicht, die der Patient selbständig einnimmt. Der Stoff selbst unterliegt in Europa jedoch der Apotheken- und Verschreibungspflicht. Er ist also nur nach vorheriger ärztlicher Verordnung in einer Apotheke erhältlich.

Zu den typischen Anwendungsgebieten von Oxprenolol zählen verschiedene Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie eine arterielle Hypertonie (Bluthochdruck), das hyperkinetische Herzsyndrom, Herzrhythmusstörungen und koronare Erkrankungen des Herzens. Als Anwendungsgebiete nennt die Produktinformation zu Slow Trasicor 160 mg den Bluthochdruck und die Langzeitvorbeugung der Angina pectoris. Bei einer Herzinsuffizienz ist Oxprenolol nicht angezeigt: Eine unbehandelte oder nicht kontrollierte Herzschwäche zählt zu den Gegenanzeigen.

Im deutschsprachigen Raum wurde Oxprenolol vor allem in der Schweiz verwendet, als Monopräparat unter dem Handelsnamen Trasicor® und als Kombination mit einem entwässernden Mittel unter dem Namen Slow-Trasitensin®. In der von Swissmedic geführten Liste der zugelassenen Humanarzneimittel ist heute kein Präparat mit diesen Namen mehr verzeichnet.


Verabreichung & Dosierung

Oxprenolol ist ein Betablocker, der vor allem bei Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen und Angina pectoris eingesetzt wird. Die Dosierung muss individuell angepasst werden, abhängig von der Erkrankung, dem Allgemeinzustand des Patienten und möglichen Begleiterkrankungen.

Die übliche Anfangsdosis für Erwachsene beträgt 20–40 mg zwei- bis dreimal täglich. Je nach Therapieerfolg kann die Dosis schrittweise erhöht werden, meist bis zu einer Tageshöchstdosis von 240–320 mg, aufgeteilt in mehrere Gaben. Die Tabletten sollten mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen werden, vorzugsweise zu den Mahlzeiten, um eine gleichmäßige Aufnahme zu gewährleisten.

Besondere Vorsicht ist bei älteren Patienten oder Menschen mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion geboten, da sich die Verstoffwechslung des Medikaments verlangsamen kann. Eine plötzliche Absetzung von Oxprenolol ist zu vermeiden, da dies zu einem Rebound-Effekt mit stark erhöhtem Blutdruck oder Herzproblemen führen kann. Die Dosis sollte schrittweise reduziert werden.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, insbesondere Calciumkanalblockern oder blutzuckersenkenden Mitteln, sind zu beachten. Patienten mit Asthma dürfen Oxprenolol nicht einnehmen; bei chronischen Lungenerkrankungen ist eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung erforderlich, da es zu einer Verengung der Bronchien führen kann.

Risiken & Nebenwirkungen

Da es sich bei Oxprenolol um einen medizinischen Arzneistoff handelt, kann es im Rahmen einer Therapie zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen. Zwingend ist das jedoch nicht. In medizinischen Studien konnte Oxprenolol insbesondere mit starker Müdigkeit, unangenehmen Schwindelgefühlen und Kopfschmerzen in Verbindung gebracht werden.

Auch die Ausbildung einer pathogenen Unterschreitung der dem Altersdurchschnitt entsprechenden Herzfrequenz (in der Fachwelt als Bradykardie bezeichnet) kann auf den Wirkstoff zurückzuführen sein. Darüber hinaus berichten Patienten über kalte Finger, orthostatische Schwierigkeiten und Schlafstörungen.

Oxprenolol darf darüber hinaus nicht verabreicht oder eingenommen werden, wenn eine Kontraindikation bekannt ist. Hiermit ist der Umstand gemeint, dass eine medizinische Gegenanzeige besteht, die aus ärztlicher Sicht eine Behandlung als nicht angebracht erscheinen lässt. Eine solche liegt beim Bestehen einer akuten Hypotonie, bei Unverträglichkeiten gegenüber dem Wirkstoff Oxprenolol und bei einer Bradykardie vor.

Zudem können Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten entstehen, sodass der behandelnde Arzt bzw. die behandelnde Ärztin stets über sämtliche eingenommene (rezeptfreie und verschreibungspflichtige) Medikamente zu unterrichten ist.

Die britische Produktinformation zu Slow Trasicor 160 mg ordnet Mundtrockenheit und Verstopfung der höchsten Häufigkeitsstufe zu. Häufig kommen eine gedrückte Stimmung, ein zu niedriger Blutdruck, eine nachlassende Herzleistung, Durchblutungsstörungen an Armen und Beinen, Übelkeit, Atemnot, eine Verengung der Bronchien sowie Störungen von Lust und Potenz hinzu.

Bei einer Überdosierung sind ein ausgeprägter Blutdruckabfall, ein stark verlangsamter Herzschlag, eine Unterzuckerung, ein Versagen der Herzleistung, ein Kreislaufschock, Störungen der Erregungsleitung und bis hin zum Stillstand des Herzens reichende Folgen möglich. Wird ein Patient kurz nach der Einnahme einer bedrohlichen Menge vorgestellt, gehören eine Magenspülung und die Gabe von medizinischer Kohle zu den ersten Maßnahmen. Diese Maßnahmen kommen nur in Betracht, wenn die betroffene Person kurz nach der Einnahme ärztlich versorgt wird.

Kontraindikationen

Oxprenolol darf nicht in bestimmten Situationen angewendet werden, da es ernsthafte gesundheitliche Risiken bergen kann. Eine der wichtigsten Kontraindikationen ist eine Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder andere Betablocker, da dies zu allergischen Reaktionen führen kann.

Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz, kardiogenem Schock oder AV-Block zweiten oder dritten Grades sollten Oxprenolol nicht einnehmen, da der Wirkstoff die Herzleistung weiter reduzieren kann. Ebenso ist das Medikament bei schwerer Bradykardie (langsamer Herzschlag) oder hypotonen Zuständen (niedriger Blutdruck) kontraindiziert, da es den Blutdruck und die Herzfrequenz weiter senken kann.

Bei Asthma bronchiale sowie bei Bronchospasmen in der Vorgeschichte ist Oxprenolol kontraindiziert, weil es die Atemwege verengen kann. Bei einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) ist Oxprenolol als unselektiver Betablocker in aller Regel ebenfalls zu meiden; kommt es ausnahmsweise in Betracht, darf es nur mit äußerster Vorsicht und nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung verordnet werden. Auch Patienten mit Raynaud-Syndrom oder schweren Durchblutungsstörungen sollten auf die Einnahme verzichten, da Betablocker die periphere Durchblutung beeinträchtigen können.

Weitere Kontraindikationen sind unbehandeltes Phäochromozytom, eine seltene Tumorerkrankung der Nebenniere, sowie metabolische Azidose, bei der der Säure-Basen-Haushalt des Körpers gestört ist. Zudem sollte Oxprenolol nicht gleichzeitig mit bestimmten Antiarrhythmika wie Verapamil oder Diltiazem intravenös verabreicht werden, da dies zu einer gefährlichen Senkung der Herzfrequenz und Blutdruckabfällen führen kann.

Die Liste der Gegenanzeigen reicht über das Genannte hinaus. Wer bereits auf einen anderen Betablocker überempfindlich reagiert hat, darf Oxprenolol ebenfalls nicht einnehmen, denn zwischen den Wirkstoffen dieser Gruppe ist eine Kreuzüberempfindlichkeit möglich. Ausgeschlossen ist die Anwendung ferner beim Sick-Sinus-Syndrom, einer Störung des körpereigenen Schrittmachers im rechten Herzvorhof, und bei der Prinzmetal-Angina, einer durch Gefäßkrämpfe ausgelösten Form der Angina pectoris. Auch schwere Durchblutungsstörungen der Schlagadern in Armen und Beinen zählen dazu.

Zu den Gegenanzeigen zählt außerdem die Anwendung von Betäubungsmitteln, die die Kraft des Herzmuskels vermindern; bei einer Narkose ist das zu berücksichtigen. Liegt ein Phäochromozytom vor, wird ein Betablocker nur zusammen mit einem Mittel gegeben, das die Alpha-Rezeptoren blockiert; ohne diesen Schutz kann der Blutdruck gefährlich ansteigen.

Interaktionen mit anderen Medikamenten

Oxprenolol kann mit verschiedenen Medikamenten Wechselwirkungen eingehen, die die Wirkung verstärken oder abschwächen können. Eine gleichzeitige Einnahme mit Calciumkanalblockern wie Verapamil oder Diltiazem kann zu einer verstärkten Senkung der Herzfrequenz und des Blutdrucks führen, was im schlimmsten Fall Herzversagen oder AV-Block verursachen kann. Besonders gefährlich ist die intravenöse Gabe dieser Wirkstoffe in Kombination mit Oxprenolol.

Blutzuckersenkende Medikamente, sowohl Insulin als auch orale Antidiabetika, können in ihrer Wirkung verändert werden. Oxprenolol kann die Symptome einer Hypoglykämie (wie Herzklopfen oder Zittern) maskieren, was das Erkennen eines gefährlich niedrigen Blutzuckers erschwert.

Die gleichzeitige Einnahme mit anderen blutdrucksenkenden Medikamenten wie ACE-Hemmern oder Diuretika kann zu einer übermäßigen Senkung des Blutdrucks führen. Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac können hingegen die blutdrucksenkende Wirkung von Oxprenolol abschwächen.

In Kombination mit Sympathomimetika wie Adrenalin oder Noradrenalin kann es zu einem unvorhersehbaren Blutdruckanstieg kommen. Ebenso kann die Einnahme von MAO-Hemmern das Risiko für Blutdruckkrisen erhöhen.

Vorsicht ist auch bei der Kombination mit Zentralnervensystem-dämpfenden Substanzen wie Beruhigungsmitteln oder Alkohol geboten, da dies zu verstärkter Müdigkeit und Schwindel führen kann.

Die britische Produktinformation zu Slow Trasicor 160 mg führt eine Reihe weiterer Stoffe auf, bei denen Wechselwirkungen zu bedenken sind. Dazu gehören die Rhythmusmittel Amiodaron, Chinidin und Disopyramid, blutdrucksenkende Mittel mit Angriffspunkt im Nervensystem wie Clonidin, Guanethidin und Reserpin, ferner Ephedrin und Phenylephrin, Mutterkornalkaloide, der Magensäureblocker Cimetidin, Betäubungsmittel, Herzglykoside und Lidocain.

Alternative Behandlungsmethoden

Wenn Oxprenolol nicht vertragen wird oder kontraindiziert ist, stehen verschiedene Alternativen zur Verfügung. Innerhalb der Gruppe der Betablocker können andere Wirkstoffe wie Metoprolol, Bisoprolol oder Nebivolol eine Option sein. Diese sind oft selektiver für das Herz und haben möglicherweise weniger Nebenwirkungen auf die Bronchien oder periphere Durchblutung.

Falls eine alternative Wirkstoffklasse erforderlich ist, können Calciumkanalblocker wie Amlodipin oder Verapamil eingesetzt werden. Diese senken den Blutdruck und entlasten das Herz, ohne die gleiche Wirkung auf die Bronchien zu haben. Auch ACE-Hemmer wie Ramipril oder Enalapril sind eine wirksame Alternative bei Bluthochdruck, da sie die Gefäße erweitern.

Für Patienten mit Unverträglichkeiten gegen Betablocker können auch Angiotensin-II-Rezeptor-Blocker (ARB) wie Valsartan oder Losartan eine geeignete Option sein. Diese haben eine ähnliche Wirkung wie ACE-Hemmer, aber mit einem geringeren Risiko für Nebenwirkungen wie trockenen Husten.

Nicht-medikamentöse Maßnahmen wie Ernährungsumstellung, regelmäßige Bewegung, Stressmanagement und Gewichtsreduktion können ebenfalls helfen, den Blutdruck zu regulieren und das Herz-Kreislauf-System zu entlasten. In manchen Fällen können auch pflanzliche Präparate wie Weißdorn-Extrakt unterstützend eingesetzt werden.

Vorsichtsmaßnahmen und Überwachung

Über die Gegenanzeigen hinaus gibt es eine Reihe von Erkrankungen, bei denen Oxprenolol nur mit Vorsicht angewendet wird. Dazu zählen ein AV-Block ersten Grades, Durchblutungsstörungen der Gliedmaßen, eine Leberzirrhose, ein schweres Nierenversagen, ein Diabetes mellitus, eine Schilddrüsenüberfunktion und eine Minderdurchblutung des Herzmuskels. In diesen Fällen wiegt der Arzt den erwarteten Nutzen gegen die möglichen Risiken ab und beobachtet den Verlauf engmaschig.

Ein Betablocker senkt die Ruhefrequenz des Herzens. Sinkt sie deutlich ab und treten dadurch Beschwerden wie Schwindel oder Leistungsschwäche auf, wird die Dosis verringert oder das Mittel schrittweise abgesetzt. Ein zu langsamer Herzschlag ohne Beschwerden zwingt für sich genommen noch nicht zum Abbruch; entscheidend ist das Zusammentreffen von niedriger Frequenz und Symptomen. Ein plötzliches Beenden der Behandlung ist zu vermeiden, weil der Blutdruck danach überschießend ansteigen kann.

Wie andere Betablocker kann Oxprenolol die Warnzeichen einer Unterzuckerung verdecken, weil Herzklopfen und Zittern ausbleiben. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion fehlt aus demselben Grund der beschleunigte Puls, an dem sich eine Verschlechterung sonst ablesen ließe. Beides erschwert das rechtzeitige Erkennen einer bedrohlichen Entwicklung.

Menschen mit einem erhöhten Risiko für schwere allergische Sofortreaktionen sollten Betablocker möglichst nicht erhalten. Bei ihnen kann eine Reaktion heftiger ausfallen, und die übliche Notfallbehandlung mit Adrenalin wirkt schlechter. Die britische Produktinformation zu Slow Trasicor 160 mg sieht deshalb vor, den Betablocker bei einem erhöhten Risiko für solche Reaktionen abzusetzen.

In der Schwangerschaft wird Oxprenolol nur mit Vorsicht angewendet, besonders in den ersten drei Monaten. Vom Stillen unter der Behandlung wird abgeraten. Für Kinder ist der Wirkstoff nicht vorgesehen. Bei älteren Patienten ist keine besondere Dosierung erforderlich, eine gleichzeitig bestehende Leberschwäche ist jedoch zu berücksichtigen, weil der Wirkstoff über die Leber abgebaut wird.

Quellen

  • Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., Hofmann, F. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
    ISBN: 9783437426223
  • Marx, N., Erdmann, E. (Hrsg.): Klinische Kardiologie.
    ISBN: 9783662629314
  • Pinger, S.: Repetitorium Kardiologie.
    ISBN: 9783769136876
  • Geisslinger, G., Gudermann, T., Hinz, B., et al.: Mutschler Arzneimittelwirkungen.
    ISBN: 9783804746541
  • Herold, G.: Innere Medizin 2026.
    ISBN: 9783982116655

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