Aripiprazol

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 10. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Aripiprazol gehört zur Gruppe der atypischen Neuroleptika. Das Medikament wird eingesetzt, um insbesondere psychische Störungen wie Schizophrenie und damit einhergehende Halluzinationen oder Wahnvorstellungen sowie bipolare Störungen zu behandeln.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Aripiprazol?

Aripiprazol
Aripiprazol gehört zur Gruppe der atypischen Neuroleptika. Das Medikament wird eingesetzt, um insbesondere psychische Störungen wie Schizophrenie und damit einhergehende Halluzinationen oder Wahnvorstellungen sowie bipolare Störungen zu behandeln.

Aripiprazol ist ein relativ leicht verträgliches Arzneimittel, welches die Wirkung von Dopamin und Serotonin im zentralen Nervensystem verändern kann. Dadurch wird der Einfluss dieser beiden Neurotransmitter auf die Psyche des Patienten ausgeglichen und die Symptome (nicht aber die Ursachen) der Erkrankung werden unterdrückt. Den Dopamin-Rezeptor vom Typ D2 blockiert Aripiprazol dabei nicht vollständig, sondern wirkt an ihm als Partialagonist: Bei überschießender Dopaminwirkung dämpft es das Signal, bei zu geringer stützt es dieses. Am Serotonin-Rezeptor 5-HT1A wirkt es ebenfalls als Partialagonist, am Rezeptor 5-HT2A dagegen blockierend. Daraus erklärt sich sein von den klassischen Neuroleptika abweichendes Nebenwirkungsprofil.

Aripiprazol wird häufig zusammen mit anderen Neuroleptika verabreicht. Es wirkt dabei weniger dämpfend als andere Neuroleptika; Schlafstörungen und innere Unruhe gehören im Gegenteil zu seinen häufigen Nebenwirkungen. Die Einnahme erfolgt oral und findet aufgrund der langen Verweildauer im Körper in der Regel nur einmal täglich statt.

Pharmakologische Wirkung

Da es sich bei Aripiprazol um ein atypisches Neuroleptikum handelt, kann von einer direkten Wirkung auf Organe oder den Körper selbst keine Rede sein. Stattdessen ist das Medikament ein Teil der sogenannten 2. Generation der Neuroleptika, welche die Rezeptoren von Dopamin und Serotonin im zentralen Nervensystem des Patienten beeinflussen. Ein Ungleichgewicht dieser beiden Neurotransmitter führt, chemisch gesehen, zum Aufbau der eingangs erwähnten Psychosen.

Indem Aripiprazol in der richtigen Dosis verabreicht wird, wirkt das Medikament als Partialagonist am Dopamin-Rezeptor und dämpft damit den überschießenden Einfluss von Dopamin auf die Psyche des Patienten. Die eigentlichen Ursachen der psychischen Störungen werden durch Aripiprazol also nicht bekämpft, es handelt sich stattdessen um einen Arzneistoff, welcher nur die Bildung der Symptome unterbindet.

Generell handelt es sich um ein Medikament, welches zwar reich an Nebenwirkungen ist. Diese treten jedoch nur selten tatsächlich auf, weshalb Aripiprazol für Organe und Körper als leicht verträgliches Medikament gilt. Die Einwirkungen auf das extrapyramidalmotorische System sind nur gering, weshalb Probleme mit den Muskeln im Vergleich zu anderen Neuroleptika selten sind. Eine innere Unruhe mit Bewegungsdrang (Akathisie) gehört allerdings zu den häufigsten Nebenwirkungen des Wirkstoffs.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Aripiprazol wird vornehmlich zur Behandlung diverser Psychosen und einer bipolaren Störung eingesetzt. Insbesondere in der Therapie von Schizophrenie hat sich der Einsatz von Aripiprazol bewährt: Dort werden unter anderem die erwähnten Psychosen sowie anhaltende Wahnvorstellungen, leichte bis schwere Halluzinationen sowie ausgeprägte Persönlichkeitsstörungen behandelt.

Weiterhin erzielt der Wirkstoff Aripiprazol in Verbindung mit anderen Neuroleptika in der Regel sichtbare Erfolge bei der Behandlung einer bipolaren Störung. Neben der Behandlung der Symptome der erwähnten Krankheiten kann Aripiprazol auch eine ausgeprägte Unruhe im Rahmen einer Manie oder einer Schizophrenie abmildern. Bei der Behandlung der erwähnten Krankheiten ist besondere Vorsicht geboten, wenn Herz- oder Kreislauferkrankungen beim Patienten vorliegen.

Bei bekannten, regelmäßigen Krampfanfällen ist bei der Verabreichung von Aripiprazol ebenfalls Vorsicht geboten. Ältere, an Demenz erkrankte Patienten sind von einer Behandlung mit Aripiprazol oder vergleichbaren Neuroleptika auszuschließen, da unter diesen Arzneistoffen in dieser Gruppe vermehrt Todesfälle und Durchblutungsstörungen des Gehirns beobachtet wurden. Zur Behandlung von Psychosen, die mit einer Demenz in Verbindung stehen, ist Aripiprazol nicht zugelassen. Weiterhin ist die Dosis von Aripiprazol anzupassen, wenn bereits Medikamente eingenommen werden, welche Inhibitoren der Enzyme aus dem Zytochrom-System beinhalten. In Deutschland umfasst die Zulassung von Aripiprazol die Schizophrenie bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 15 Jahren, mäßige bis schwere manische Episoden der Bipolar-I-Störung – bei Jugendlichen zeitlich befristet – sowie die Vorbeugung einer erneuten manischen Episode bei Erwachsenen, deren Episoden auf Aripiprazol angesprochen haben; darüber hinausgehende Anwendungen erfolgen außerhalb der Zulassung.

Verabreichung & Dosierung

Bei der Verabreichung und Dosierung von Aripiprazol, einem atypischen Antipsychotikum, sind mehrere wichtige Aspekte zu beachten. Aripiprazol wird zur Behandlung von Schizophrenie, bipolaren Störungen und – außerhalb der deutschen Zulassung – manchmal als Zusatztherapie bei Depressionen eingesetzt. Die Dosierung hängt von der jeweiligen Indikation, dem Alter, dem Gesundheitszustand und der individuellen Reaktion des Patienten ab.

Aripiprazol kann oral in Form von Tabletten, Schmelztabletten oder Flüssigkeit verabreicht werden, oder als intramuskuläre Injektion in Depot-Form für eine langfristige Wirkung. Die Depotspritze wird in den Muskel gegeben und gibt den Wirkstoff über einen längeren Zeitraum langsam ab, sodass die Injektionen in mehrwöchigen Abständen erfolgen und die tägliche Einnahme entfällt. Zugelassen ist diese Darreichungsform in der Europäischen Union für die Erhaltungstherapie der Schizophrenie bei erwachsenen Patienten, die zuvor mit dem geschluckten Aripiprazol stabil eingestellt wurden. Wer den Wirkstoff noch nie eingenommen hat, muss ihn zunächst als Tablette vertragen haben, bevor die Depotbehandlung beginnen kann. Zu deren Beginn wird die orale Gabe für eine Übergangszeit fortgeführt, damit die Wirkstoffmenge im Blut von Anfang an ausreicht. Die orale Initialdosis bei Schizophrenie liegt in der Regel bei 10 bis 15 mg pro Tag, kann jedoch je nach Wirksamkeit und Verträglichkeit auf bis zu 30 mg pro Tag erhöht werden. Bei der Behandlung einer bipolaren Störung wird häufig eine Anfangsdosis von 15 mg pro Tag empfohlen. Bei älteren Patienten oder Patienten mit Leber- oder Niereninsuffizienz kann eine Anpassung der Dosis erforderlich sein.

Wichtig ist, dass Aripiprazol regelmäßig und zu denselben Zeiten eingenommen wird, um stabile Plasmaspiegel zu gewährleisten. Bei der Umstellung von anderen Antipsychotika auf Aripiprazol sollte eine schrittweise Reduktion des vorherigen Medikaments erfolgen, um Entzugserscheinungen oder unerwünschte Wechselwirkungen zu vermeiden.

Nebenwirkungen wie Unruhe, Schwindel, Schlaflosigkeit oder gastrointestinale Beschwerden sind möglich. Patienten sollten über das Risiko von unerwünschten Wirkungen und über die Bedeutung einer kontinuierlichen Einnahme, auch bei Besserung der Symptome, informiert werden.

Risiken & Nebenwirkungen

Zu den häufigen durch Aripiprazol und andere atypische Neuroleptika verursachten Nebenwirkungen zählen eine anhaltende Unruhe sowie das Gefühl von Übelkeit, welches meist von Erbrechen gefolgt ist. Weiterhin kann die Einnahme von Aripiprazol zu Verstopfung führen. Das Medikament kann Schlafstörungen, ein anhaltendes Gefühl von Schwindel in Begleitung mit leichten Kopfschmerzen sowie ausgeprägte Herzrhythmusstörungen hervorrufen. In letzterem Fall ist ein sofortiger Arztbesuch anzuraten. Einige Patienten berichten außerdem von einer vorübergehend deutlich erhöhten Speichelbildung.

Zu den häufigen Nebenwirkungen zählt außerdem die Bildung von EPS. Das sogenannte extrapyramidale Syndrom führt zu ungewollten Muskelbewegungen, weshalb die erstmalige Einnahme von Aripiprazol nicht zu empfehlen ist, wenn danach schwere Maschinen wie beispielsweise Kraftfahrzeuge bedient werden. Die angeführten Nebenwirkungen können bei Menschen jeden Alters und Geschlechts auftreten. Unter Aripiprazol können darüber hinaus Impulskontrollstörungen auftreten: Die deutsche Fachinformation nennt Spielsucht, Essattacken und zwanghaftes Kaufverhalten (Häufigkeit nicht bekannt) sowie eine gesteigerte Sexualität (gelegentlich). Nach einer Verringerung der Dosis oder einem Absetzen des Arzneimittels bildete sich das zwanghafte Verhalten in einigen Fällen zurück.

Zu den gefährlichsten Reaktionen auf Neuroleptika zählt das maligne neuroleptische Syndrom. Es äußert sich in hohem Fieber, einer Versteifung der Muskulatur, einem veränderten Gemütszustand und Zeichen einer gestörten vegetativen Steuerung wie unregelmäßigem Puls, Schwitzen oder Herzrhythmusstörungen; hinzukommen können ein Zerfall von Muskelgewebe und ein akutes Nierenversagen. Die Fachinformation führt den Symptomkomplex unter denjenigen Nebenwirkungen, deren Häufigkeit sich aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen lässt. Da er tödlich verlaufen kann, werden bei einem entsprechenden Verdacht die Neuroleptika abgesetzt.

Eine weitere Bewegungsstörung ist die Spätdyskinesie mit unwillkürlichen Bewegungen; sie gilt als gelegentliche Nebenwirkung. Treten ihre Anzeichen auf, kommen eine Verringerung der Dosis oder ein Abbruch der Behandlung in Betracht. Bemerkenswert ist dabei, dass sich die Symptome nach einem solchen Abbruch kurzzeitig verschlechtern oder sogar erst dann auftreten können.

Was den Stoffwechsel betrifft, kam es in den klinischen Studien bei Erwachsenen zu keiner klinisch bedeutsamen Gewichtszunahme. Nach der Markteinführung wurde eine solche gleichwohl berichtet, meist bei Behandelten mit Vorerkrankungen wie einer Zuckerkrankheit oder einem Leiden der Schilddrüse. Bei Jugendlichen mit einer manischen Episode zeigte sich bereits nach kurzer Behandlungszeit eine Gewichtszunahme, die überwacht wird. Für atypische Neuroleptika einschließlich Aripiprazol sind zudem stark erhöhte Blutzuckerwerte bis hin zu schweren Entgleisungen beschrieben, weshalb auf Anzeichen wie starken Durst, häufiges Wasserlassen und Schwäche geachtet wird.

Suizidales Verhalten gehört zum Bild psychotischer und affektiver Erkrankungen selbst und wurde in einzelnen Fällen nach dem Beginn oder nach dem Wechsel einer neuroleptischen Behandlung beobachtet, auch unter Aripiprazol. Bei hohem Risiko wird die Therapie deshalb engmaschig begleitet. Wie unter anderen Neuroleptika sind ferner Blutgerinnsel in den Venen beschrieben worden, die bis in die Lunge verschleppt werden können; entsprechende Risikofaktoren werden vor und während der Behandlung erfasst.


Vorbeugung von psychischen Krankheiten

Bei psychosomatischen Krankheitsbildern sind ganz andere Erwägungen sinnvoll. Hier müssen seelische und körperliche Symptome gemeinsam behandelt werden. Die körperlichen Symptome sind keinesfalls eingebildet, sondern bestimmte Erkrankungen können sich aufgrund psychischer Dauerbelastung, bestimmter Suchterkrankungen oder falscher Verhaltensweisen tatsächlich ausbilden.

Kontraindikationen

Typische Kontraindikationen bei der Verwendung von Aripiprazol betreffen bestimmte medizinische Zustände und Patientengruppen, bei denen das Risiko für schwerwiegende Nebenwirkungen erhöht ist. Eine absolute Kontraindikation besteht bei Patienten mit einer bekannten Überempfindlichkeit oder Allergie gegen Aripiprazol oder einen seiner Bestandteile. Allergische Reaktionen können Hautausschlag, Atembeschwerden oder Schwellungen umfassen, was eine sofortige Beendigung der Therapie erfordert.

Besondere Vorsicht ist bei Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen wie Herzinsuffizienz, kürzlich aufgetretenem Herzinfarkt, unkontrolliertem Bluthochdruck oder Herzrhythmusstörungen geboten. Aripiprazol kann das Risiko von orthostatischer Hypotonie und Arrhythmien erhöhen, was die Behandlung dieser Patienten erschwert. Zudem sollten Patienten mit einem erhöhten Risiko für Schlaganfälle, insbesondere ältere Personen mit Demenz, Aripiprazol meiden, da Studien gezeigt haben, dass es das Schlaganfallrisiko in dieser Population erhöhen kann.

Auch bei Menschen mit Epilepsie oder einer Vorgeschichte von Krampfanfällen sollte Aripiprazol nur mit Vorsicht eingesetzt werden, da das Medikament die Krampfschwelle senken und das Risiko für Anfälle erhöhen kann. Bei Patienten mit schwerer Leber- oder Nierenfunktionsstörung kann eine Dosisanpassung erforderlich sein, da diese Bedingungen die Metabolisierung und Ausscheidung des Wirkstoffs beeinträchtigen.

Bei einer in der Familie bekannten Verlängerung der QT-Zeit im Elektrokardiogramm wird der Wirkstoff mit Vorsicht angewendet, obwohl eine solche Verlängerung in den klinischen Studien ähnlich häufig auftrat wie unter einem Scheinmedikament. Störungen der Beweglichkeit der Speiseröhre und das Verschlucken von Nahrung in die Atemwege sind mit Neuroleptika einschließlich Aripiprazol in Verbindung gebracht worden; besteht ein Risiko für eine dadurch ausgelöste Lungenentzündung, ist ebenfalls Vorsicht geboten.

Aripiprazol wird ebenfalls nicht empfohlen für Patienten mit unkontrolliertem Diabetes mellitus, da es das Risiko für Hyperglykämie und in seltenen Fällen eine diabetische Ketoazidose erhöhen kann. Regelmäßige Blutzuckerkontrollen sind daher bei diabetischen Patienten unerlässlich.

Interaktionen mit anderen Medikamenten

Aripiprazol unterliegt mehreren potenziellen Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, da es über das Cytochrom-P450-System (insbesondere CYP3A4 und CYP2D6) in der Leber verstoffwechselt wird. Medikamente, die diese Enzyme beeinflussen, können daher die Plasmakonzentration von Aripiprazol verändern und dessen Wirksamkeit oder Nebenwirkungsprofil beeinflussen.

CYP3A4-Inhibitoren wie Ketoconazol oder Clarithromycin können den Abbau von Aripiprazol verlangsamen, was zu erhöhten Plasmaspiegeln und damit zu einem höheren Risiko für Nebenwirkungen wie Schläfrigkeit, Schwindel oder extrapyramidale Symptome führt. In solchen Fällen kann eine Reduktion der Aripiprazol-Dosis erforderlich sein. CYP2D6-Inhibitoren, wie Fluoxetin oder Paroxetin, haben eine ähnliche Wirkung und können ebenfalls zu einer Erhöhung der Aripiprazol-Konzentration führen.

CYP3A4-Induktoren wie Rifampicin oder Carbamazepin können hingegen den Abbau von Aripiprazol beschleunigen, was die Wirksamkeit verringern kann. Hier kann eine Dosiserhöhung von Aripiprazol notwendig sein, um die gewünschte therapeutische Wirkung zu erzielen.

Zusätzlich kann Aripiprazol die Wirkung anderer zentralnervöser Medikamente wie Benzodiazepine oder Opioide verstärken und so das Risiko für Sedierung oder Atemdepression erhöhen. Die Kombination mit anderen Antipsychotika oder Antidepressiva kann das Risiko für das Auftreten eines Serotoninsyndroms oder von extrapyramidalen Symptomen erhöhen.

Darüber hinaus sollte bei gleichzeitiger Anwendung von blutdrucksenkenden Mitteln Vorsicht geboten sein, da Aripiprazol eine orthostatische Hypotonie verstärken kann. Regelmäßige Überwachung und gegebenenfalls Dosisanpassungen sind daher wichtig.

Alternative Behandlungsmethoden

Wenn Aripiprazol nicht vertragen wird oder ineffektiv ist, stehen mehrere alternative Behandlungsmethoden und Wirkstoffe zur Verfügung, abhängig von der zu behandelnden Erkrankung, wie Schizophrenie, bipolare Störung oder Depression.

Ein alternativer Wirkstoff aus der Klasse der atypischen Antipsychotika ist Olanzapin, das häufig bei Schizophrenie und bipolaren Störungen eingesetzt wird. Olanzapin hat ein ähnliches Wirkprofil wie Aripiprazol, kann jedoch stärker sedierend wirken und wird häufig bei Patienten bevorzugt, die eine beruhigende Komponente benötigen. Ein weiteres atypisches Antipsychotikum ist Quetiapin, das insbesondere bei Patienten mit starker Unruhe oder Schlafstörungen eine gute Option darstellt.

Risperidon ist eine weitere Option, die ähnlich wie Aripiprazol wirkt, aber eine stärkere Dopaminblockade aufweist. Es kann für Patienten geeignet sein, die eine wirksamere Kontrolle über psychotische Symptome benötigen. Clozapin ist eine Möglichkeit für therapieresistente Fälle von Schizophrenie, wird jedoch wegen seines Risikoprofils (Agranulozytose) nur bei refraktären Patienten eingesetzt und erfordert engmaschige Blutkontrollen.

Bei bipolaren Störungen können auch Stimmungsstabilisatoren wie Lithium oder Valproinsäure eingesetzt werden, insbesondere wenn Antipsychotika schlecht vertragen werden. In der Behandlung von Depressionen, die eine Zusatztherapie mit Aripiprazol benötigen, könnten stattdessen der Stimmungsstabilisator Lamotrigin oder Antidepressiva wie Bupropion in Betracht gezogen werden. Die Wahl hängt von der individuellen Verträglichkeit und der Symptomatik ab.

Quellen

  • Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., Hofmann, F. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
    ISBN: 9783437426223
  • Benkert, O., Hippius, H. (Hrsg.): Kompendium der psychiatrischen Pharmakotherapie.
    ISBN: 9783662676844
  • Laux, G., Dietmaier, O.: Praktische Psychopharmakotherapie.
    ISBN: 9783437213229
  • Falkai, P., Laux, G., Deister, A., Möller, H.-J. (Hrsg.): Duale Reihe Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie.
    ISBN: 9783132432673
  • Geisslinger, G., Menzel, S., Gudermann, T., et al.: Mutschler Arzneimittelwirkungen.
    ISBN: 9783804736634

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