Isoniazid

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 12. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Isoniazid ist ein Wirkstoff aus der Wirkstoffklasse der Antibiotika und wird der Gruppe der Tuberkulostatika zugeordnet. Der Arzneistoff dient der Behandlung und der Prävention der Tuberkulose bei infizierten Personen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Isoniazid?

Isoniazid
Isoniazid dient der Behandlung und der Prävention der Tuberkulose bei infizierten Personen. Haupterreger der Tuberkulose ist das Mycobacterium tuberculosis.

Isoniazid ist die Kurzform für Isonicotinsäurehydrazid. Es handelt sich dabei um ein Antibiotikum, das vor allem in Kombination mit dem Antibiotikum Rifampicin zur Therapie der Infektionskrankheit Tuberkulose eingesetzt wird. Bei HIV-Patienten wird Isoniazid insbesondere zur Tuberkuloseprophylaxe genutzt. Dadurch hat sich die Anzahl der Tuberkulose-Erkrankungen und auch der Gesamttodesfälle durch Tuberkulose bei HIV-Patienten stark reduziert.

Die erste Synthese des Arzneistoffes fand im Jahr 1912 an der Universität Prag statt und wurde von Meyer und Mally durchgeführt. Die antibiotische Wirkung wurde jedoch erst Jahrzehnte später erkannt. In den Laboratorien der Pharmaunternehmen Hoffmann-La Roche und Bayer AG entwickelten die Forscher und Chemiker Herbert Fox und Gerhard Domagk die Substanz mit ihrem Team bis zur endgültigen Marktreife weiter.

Pharmakologische Wirkung

Der bakterizide Wirkstoff Isoniazid wird von den Bakterienzellen aufgenommen. Im Inneren der Bakterienzelle erfolgt dann die Umwandlung durch das Enzym Katalase bzw. Peroxidase (KatG) von Isoniazid in Isonicotinsäure. Diese Isonicotinsäure wird von den Bakterien anstelle von Nicotinsäure in die NAD-Coenzyme eingebaut.

NAD spielen eine entscheidende Rolle bei diversen Stoffwechselvorgängen und Stoffwechselreaktionen. Aufgrund der eingebauten Isonicotinsäure können die Coenzyme ihre Funktion nicht mehr ausüben, sodass die Synthese von Nukleinsäuren und die Synthese der Mykolsäure gestört sind. Mykolsäure ist ein wichtiger Bestandteil der Zellwände der Bakterien. Diese macht die Widerstandsfähigkeit des Bakteriums aus. Wenn die Zellwand aufgrund des Antibiotikums instabil ist, gehen die Bakterien zugrunde.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Die Hauptindikation von Isoniazid ist die Therapie der Tuberkulose. Auch zur Behandlung von Menschen, die sich mit der Tuberkulose infiziert haben, aber noch nicht erkrankt sind, kommt der Arzneistoff zum Einsatz. Die Tuberkulose ist eine Infektionskrankheit, die durch verschiedene Mykobakterien verursacht werden kann. Haupterreger ist jedoch das Mycobacterium tuberculosis. Jedes Jahr sterben etwa 1,3 Millionen Menschen an Tuberkulose.

Grundsätzlich lässt sich die Tuberkulose in unterschiedliche Stadien unterteilen. Zu schweren Infektionen kommt es vor allem bei abwehrgeschwächten Menschen. Daher wird das Antibiotikum Isoniazid auch zur Tuberkulose-Prophylaxe bei HIV-Patienten eingesetzt. Dafür wird das Antibiotikum in der Regel oral verabreicht.

Mit rund 90 Prozent verfügt Isoniazid über eine gute Bioverfügbarkeit. In der Leber wird der Wirkstoff überwiegend durch Acetylierung abgebaut; sie ist der mengenmäßig wichtigste Schritt seiner Ausscheidung. Der Arzneistoff und seine Metaboliten werden schlussendlich über die Nieren wieder ausgeschieden.

Wie rasch diese Acetylierung abläuft, ist erblich festgelegt; unterschieden werden Schnell- und Langsamacetylierer. Bei Langsamacetylierern bleibt entsprechend mehr wirksames Isoniazid im Blut, bei Schnellacetylierern weniger. Kommt bei einem Langsamacetylierer noch eine Nierenschwäche hinzu, verbleibt der Wirkstoff besonders lange im Körper; dann empfiehlt sich eine Kontrolle der Isoniazid-Spiegel im Blut.

Bestimmt wird die Geschwindigkeit durch die Aktivität des Enzyms N-Acetyltransferase; wie häufig Schnellacetylierer sind, unterscheidet sich zwischen den Bevölkerungen erheblich. Praktisch bedeutsam ist der Unterschied vor allem für die Verträglichkeit: Unerwünschte Wirkungen hängen überwiegend von Alter und Dosis ab und finden sich häufiger bei Langsamacetylierern. Als der in dieser Hinsicht wichtigste Abbaustoff gilt das Monoacetylhydrazin, aus dem in der Leber reaktive Zwischenprodukte entstehen können. Ob einer der beiden Typen deshalb ein besonderes Risiko für eine Leberschädigung trägt, ist nicht abschließend geklärt.

Isoniazid wird in der Regel gemeinsam mit anderen Tuberkulostatika verabreicht. So sollen Resistenzentwicklungen vermieden werden. Zur Behandlung einer ausgebrochenen Tuberkulose ist die Kombination zwingend. Zur Vorbeugung bei Ansteckungsgefahr und bei einer Infektion ohne Krankheitszeichen wird Isoniazid dagegen auch als alleiniges Mittel gegeben.


Verabreichung & Dosierung

Bei der Verabreichung und Dosierung von Isoniazid, einem wichtigen Antibiotikum zur Behandlung und Prävention von Tuberkulose (TB), sind mehrere Aspekte zu beachten, um die Wirksamkeit zu maximieren und Nebenwirkungen zu minimieren.

Dosierung: Die Standarddosis für Erwachsene beträgt in der Regel 300 mg täglich oder 900 mg zwei- bis dreimal wöchentlich, abhängig vom Behandlungsschema. Für Kinder beträgt die übliche Dosis 10-15 mg/kg Körpergewicht täglich, wobei die maximale Tagesdosis 300 mg nicht überschreiten sollte.

Verabreichung: Isoniazid sollte auf nüchternen Magen eingenommen werden, etwa eine Stunde vor oder zwei Stunden nach einer Mahlzeit, um die Absorption zu verbessern. Bei gastrointestinalen Beschwerden kann es jedoch auch mit Nahrung eingenommen werden.

Dauer der Behandlung: Die Behandlungsdauer variiert je nach Indikation. Bei aktiver Tuberkulose ist eine Langzeittherapie von mindestens sechs Monaten erforderlich, oft in Kombination mit anderen Antituberkulotika wie Rifampicin, Pyrazinamid und Ethambutol. Bei der Prophylaxe von latenter Tuberkulose beträgt die Behandlungsdauer in der Regel sechs bis neun Monate.

Nebenwirkungen und Überwachung: Patienten sollten über mögliche Nebenwirkungen wie periphere Neuropathie, Hepatotoxizität und allergische Reaktionen informiert werden. Regelmäßige Überwachung der Leberfunktion ist besonders wichtig, da Isoniazid Leberschäden verursachen kann. Patienten mit Risikofaktoren für Hepatotoxizität, wie ältere Erwachsene, Alkoholiker und Personen mit vorbestehenden Lebererkrankungen, erfordern besondere Vorsicht.

Vitamin-B6-Supplementation: Um das Risiko der peripheren Neuropathie zu reduzieren, wird häufig die gleichzeitige Gabe von Vitamin B6 (Pyridoxin) empfohlen, insbesondere bei Patienten mit Risikofaktoren wie Alkoholismus, Diabetes oder Unterernährung. Die übliche Dosis beträgt 10-50 mg täglich.

Wechselwirkungen: Isoniazid kann mit anderen Medikamenten interagieren, einschließlich Antiepileptika, Antikoagulanzien und Alkohol. Diese Wechselwirkungen können die Wirksamkeit der Medikamente beeinflussen und das Risiko von Nebenwirkungen erhöhen. Eine sorgfältige Medikationsüberprüfung und Überwachung durch den behandelnden Arzt sind daher unerlässlich.

Durch die Beachtung dieser Aspekte kann die Therapie mit Isoniazid sicher und effektiv gestaltet werden, um die besten Behandlungsergebnisse zu erzielen.

Risiken & Nebenwirkungen

Bei einer Medikation mit Isoniazid kann es zu gastrointestinalen Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall kommen. Auch Störungen des Zentralnervensystems, Allergien und periphere Neuropathien gehören zu den möglichen Nebenwirkungen. Ferner kann durch eine gewisse Lebertoxizität ein intrahepatischer Ikterus (Gelbsucht) auftreten.

Aufgrund der beeinträchtigten Leber leiden einige Patienten zudem unter einer Alkoholintoleranz. Unter der Einnahme des Antibiotikums kann ein Vitamin-B6-Mangel entstehen. Dadurch kann sich eine Polyneuritis entwickeln, die mit verschiedenen neurologischen Symptomen wie Kribbeln, Missempfindungen oder Lähmungen einhergeht. Um eine solche Polyneuritis zu vermeiden, kann der behandelnde Arzt zusätzlich ein Vitamin B6-Präparat verabreichen.

Isoniazid zeigt Wechselwirkungen mit verschiedenen anderen Präparaten. Bei der gleichzeitigen Verabreichung von Acetaminophen (Paracetamol) erhöht sich die Toxizität dieses Arzneistoffes, sodass es zu schweren Leberschäden kommen kann. Auch mit dem Arzneimittel Carbamazepin besteht eine Wechselwirkung. Durch Isoniazid wird die Carbamazepin-Clearance gesenkt, sodass der Arzneistoff länger im Blut verbleibt. Die Wirkstoffspiegel von Ketoconazol, einem Arzneistoff, der zur Behandlung von Pilzinfektionen eingesetzt wird, werden hingegen durch Isoniazid herabgesetzt. Isoniazid erhöht die Serumspiegel von Theophyllin und Valproat. Theophyllin kommt zur Behandlung des Asthma bronchiale und Valproat zur Behandlung der Epilepsie zum Einsatz.

Bei schweren Erkrankungen der Leber ist Isoniazid kontraindiziert. So darf der Wirkstoff bei einer akuten Hepatitis und bei einer schweren Leberinsuffizienz nicht eingenommen werden. Bei Alkoholmissbrauch und bei der Stoffwechselerkrankung Diabetes mellitus ist eine Einnahme dagegen nicht ausgeschlossen; sie erfordert aber eine besonders sorgfältige ärztliche Überwachung.

Kontraindikationen

Bei der Verwendung von Isoniazid gibt es mehrere typische Kontraindikationen, die berücksichtigt werden müssen, um das Risiko schwerwiegender Nebenwirkungen zu minimieren und die Sicherheit der Patienten zu gewährleisten. Echte Gegenanzeigen sind dabei nur fünf: eine Überempfindlichkeit, eine frühere Isoniazid-bedingte Leberentzündung, schwere Leberfunktionsstörungen, Polyneuropathien sowie Störungen der Blutstillung und der Blutbildung. Die übrigen in diesem Abschnitt genannten Umstände schließen eine Behandlung nicht aus, sondern verlangen eine besonders sorgfältige Überwachung.

Lebererkrankungen: Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen, etwa einer akuten Hepatitis oder einer fortgeschrittenen Leberzirrhose, sollten Isoniazid nicht einnehmen. Dasselbe gilt, wenn eine frühere Isoniazid-Behandlung bereits eine Leberentzündung ausgelöst hat. Da Isoniazid hepatotoxisch wirken kann, erhöht sich bei diesen Patienten das Risiko schwerer Leberschäden erheblich.

Überempfindlichkeit: Bekannte Überempfindlichkeit oder Allergie gegen Isoniazid stellt eine absolute Kontraindikation dar. Allergische Reaktionen können von Hautausschlägen bis hin zu schweren anaphylaktischen Reaktionen reichen.

Polyneuropathie und akute neurologische Erkrankungen: Eine bestehende Polyneuropathie ist eine Gegenanzeige; Patienten mit einer solchen Schädigung mehrerer peripherer Nerven dürfen Isoniazid nicht erhalten, da das Medikament neurologische Nebenwirkungen verschlimmern kann. Bei akuten neurologischen Erkrankungen ist eine strenge ärztliche Überwachung erforderlich.

Störungen der Blutstillung und der Blutbildung: Als Gegenanzeige gelten außerdem Störungen der Blutstillung und der Blutbildung, also Erkrankungen, bei denen die Gerinnung des Blutes oder die Neubildung der Blutzellen im Knochenmark gestört ist. Isoniazid kann seinerseits das Blutbild verändern; beschrieben sind unter anderem ein Mangel an Blutplättchen, eine Blutarmut und ein starker Rückgang bestimmter weißer Blutkörperchen.

Schwangerschaft und Stillzeit: Isoniazid kann während der Schwangerschaft und Stillzeit angewendet werden, jedoch nur, wenn der potenzielle Nutzen das Risiko überwiegt. Schwangere Frauen sollten engmaschig überwacht werden, da das Medikament die Plazentaschranke passiert und in die Muttermilch übergeht.

Alkoholismus: Chronischer Alkoholismus erhöht das Risiko für Hepatotoxizität. Bei Patienten mit einer Vorgeschichte von Alkoholmissbrauch sollte Isoniazid daher nur mit großer Vorsicht eingesetzt werden, und die Leberfunktion sollte regelmäßig überprüft werden.

Nierenerkrankungen: Weil Isoniazid hauptsächlich über die Leber abgebaut wird, kann die übliche Dosierung bei eingeschränkter Nierenfunktion in der Regel beibehalten werden, solange die Leberfunktion normal ist. Ratsam ist aber eine Kontrolle der Isoniazid-Spiegel im Blut, weil der Wirkstoff bei Langsamacetylierern dann länger im Körper verbleibt.

Epilepsie und Krampfanfälle: Isoniazid kann die Krampfschwelle senken und somit das Risiko von Anfällen erhöhen. Patienten mit Epilepsie oder einer Vorgeschichte von Krampfanfällen sollten daher besonders überwacht werden, und da Isoniazid zugleich die Blutspiegel und die Toxizität von Antikonvulsiva erhöhen kann, ist deren Dosierung ärztlich zu überprüfen.

Diese Kontraindikationen sollten sorgfältig geprüft werden, bevor Isoniazid verschrieben wird, um die Sicherheit der Patienten zu gewährleisten und das Risiko unerwünschter Wirkungen zu minimieren. Eine gründliche Anamnese und regelmäßige Überwachung sind entscheidend für eine sichere und wirksame Therapie.

Interaktionen mit anderen Medikamenten

Isoniazid kann mit einer Vielzahl von Medikamenten interagieren, was die Wirksamkeit und Sicherheit der Therapie beeinflussen kann. Einige wichtige Wechselwirkungen sind:

Antiepileptika: Isoniazid kann die Blutspiegel von Phenytoin und Carbamazepin erhöhen, was das Risiko von Toxizität erhöht. Eine sorgfältige Überwachung der Plasmaspiegel dieser Medikamente und gegebenenfalls eine Dosisanpassung sind erforderlich.

Rifampicin: Die gleichzeitige Anwendung von Isoniazid und Rifampicin kann das Risiko für Hepatotoxizität erhöhen. Patienten, die beide Medikamente einnehmen, sollten engmaschig auf Anzeichen von Leberfunktionsstörungen überwacht werden.

Antikoagulanzien: Isoniazid kann die Wirkung von Warfarin verstärken, was zu einem erhöhten Blutungsrisiko führt. Regelmäßige Überwachung der INR (International Normalized Ratio) und Anpassung der Warfarin-Dosierung sind notwendig.

Benzodiazepine: Isoniazid kann den Metabolismus von Benzodiazepinen wie Diazepam und Alprazolam hemmen, was zu erhöhten Plasmaspiegeln und verstärkter sedativer Wirkung führt. Eine Anpassung der Benzodiazepin-Dosierung kann erforderlich sein.

Theophyllin: Isoniazid kann die Theophyllinspiegel im Blut erhöhen, was zu toxischen Wirkungen führen kann. Regelmäßige Überwachung der Theophyllinspiegel und Dosisanpassung sind notwendig.

Alkohol: Alkohol kann die hepatotoxischen Effekte von Isoniazid verstärken. Patienten sollten darauf hingewiesen werden, während der Behandlung mit Isoniazid keinen Alkohol zu konsumieren.

MAO-Hemmer und Serotonin-Wiederaufnahmehemmer: Isoniazid hat schwache MAO-hemmende Eigenschaften und kann das Risiko einer hypertensiven Krise bei gleichzeitiger Anwendung mit MAO-Hemmern oder serotonergen Medikamenten erhöhen.

Antidepressiva: Die Wechselwirkung von Isoniazid mit trizyklischen Antidepressiva kann die anticholinerge Wirkung dieser Medikamente verstärken, was zu einer Zunahme von Nebenwirkungen führen kann.

Diese Interaktionen unterstreichen die Notwendigkeit einer sorgfältigen Medikationsanamnese und regelmäßigen Überwachung, um unerwünschte Wirkungen und Therapiekomplikationen zu vermeiden. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Arzt und Patient ist entscheidend, um eine sichere und effektive Behandlung mit Isoniazid zu gewährleisten.

Alternative Behandlungsmethoden

Wenn Isoniazid nicht vertragen wird oder kontraindiziert ist, stehen verschiedene alternative Behandlungsmethoden und Wirkstoffe zur Verfügung, um Tuberkulose (TB) zu behandeln.

Rifampicin: Rifampicin ist ein starkes Antituberkulotikum, das häufig in Kombination mit anderen Medikamenten eingesetzt wird. Es wirkt durch Hemmung der bakteriellen RNA-Polymerase und ist ein zentraler Bestandteil der Standard-TB-Behandlung.

Ethambutol: Ethambutol hemmt die Zellwandsynthese von Mycobacterium tuberculosis. Es wird oft in Kombination mit Rifampicin und anderen Medikamenten verwendet, insbesondere bei Resistenzen oder Unverträglichkeiten gegenüber Isoniazid.

Pyrazinamid: Pyrazinamid wird ebenfalls in der Initialphase der TB-Behandlung eingesetzt. Es wirkt am besten in saurem Milieu, wie es in infizierten Geweben und Zellen vorliegt. Es wird häufig zusammen mit Rifampicin und Ethambutol verwendet.

Fluorchinolone: Fluorchinolone wie Levofloxacin und Moxifloxacin sind wirksame Alternativen bei der Behandlung von multiresistenter Tuberkulose (MDR-TB). Sie wirken durch Hemmung der bakteriellen DNA-Gyrase und Topoisomerase IV.

Bedaquilin: Bedaquilin ist ein neueres Antituberkulotikum, das speziell für die Behandlung von MDR-TB zugelassen ist. Es wirkt durch Hemmung der ATP-Synthase, einem Enzym, das für die Energieproduktion der Bakterien notwendig ist.

Linezolid: Linezolid wird ebenfalls zur Behandlung von MDR-TB verwendet und wirkt durch Hemmung der bakteriellen Proteinsynthese. Es ist eine wichtige Option bei Resistenzen gegen mehrere Standardmedikamente.

Clofazimin: Ursprünglich zur Behandlung von Lepra entwickelt, wird Clofazimin zunehmend als Teil von Regimen zur Behandlung von MDR-TB verwendet. Es wirkt durch Bindung an die mykobakterielle DNA und Störung ihrer Funktion.

Streptomycin: Streptomycin ist ein Aminoglykosid-Antibiotikum, das als Zweitlinienmedikament bei der TB-Behandlung verwendet wird. Es hemmt die Proteinsynthese der Bakterien und wird häufig bei Resistenzen gegen Erstlinienmedikamente eingesetzt.

Diese Alternativen bieten flexible Behandlungsoptionen, um die Therapie an individuelle Bedürfnisse und Resistenzen anzupassen. Eine sorgfältige Auswahl und Kombination der Medikamente durch einen erfahrenen Arzt sind entscheidend, um die bestmöglichen Behandlungsergebnisse zu erzielen und Resistenzen zu vermeiden.

Quellen

  • Brodt, H.-R. (Hrsg.): Infektionstherapie.
    ISBN: 9783132423435
  • Ackermann, G. (Hrsg.): Antibiotika und Antimykotika.
    ISBN: 9783804729407
  • Kroegel, C., Costabel, U., Bals, R., Taube, C. (Hrsg.): Referenz Pneumologie.
    ISBN: 9783132416789
  • Suerbaum, S., Burchard, G. D., Kaufmann, S. H. E., Schulz, T. F. (Hrsg.): Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie.
    ISBN: 9783662613849
  • Salzberger, B. (Hrsg.): Therapie-Handbuch - Infektionskrankheiten und Impfungen.
    ISBN: 9783437238178

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