Hydralazin

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 11. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Als Hydralazin wird ein Arzneistoff bezeichnet, der über eine gefäßerweiternde Wirkung verfügt. Er dient zur Therapie von Herzinsuffizienz sowie von Bluthochdruck während der Schwangerschaft.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Hydralazin?

Hydralazin
Wichtigste Einsatzgebiete von Hydralazin bilden eine schwere Herzinsuffizienz sowie Bluthochdruck während der Schwangerschaft.
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Hydralazin gehört zu den Vasodilatatoren. Dabei handelt es sich um gefäßerweiternde Wirkstoffe, die zur Senkung von zu hohem Blutdruck eingesetzt werden. In Europa findet allerdings eher das verwandte Dihydralazin Verwendung. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Hydralazin auf die Liste der unverzichtbaren Medikamente gesetzt.

In Deutschland wird Hydralazin als Kombinationspräparat unter dem Handelsnamen TRI-Normin® angeboten; das früher ebenfalls erhältliche Pertenso® wird nicht mehr vertrieben. In den USA steht der Wirkstoff als Monopräparat zur Verfügung, dort allerdings nicht mehr unter dem ursprünglichen Handelsnamen Apresoline®, sondern unter der Wirkstoffbezeichnung. Der Wirkstoff trägt zudem die Bezeichnungen Hydralazinum oder 1-Hydrazinophthalazin. Das chemische Grundgerüst des Mittels ist das Phthalazin, ein aus einem Benzolring und einem stickstoffhaltigen Pyridazinring zusammengesetztes Ringsystem, wodurch es ein aromatisches Molekül bildet.

Pharmakologische Wirkung

Dadurch, dass Hydralazin zu den durchblutungsfördernden Arzneistoffen zählt, bewirkt es eine unmittelbare Entspannung der Gefäßmuskeln. Dies gilt in erster Linie für die kleinen Arterien. So sorgt das Hydralazin für eine allgemeine Erweiterung der Blutgefäße, was wiederum das Absenken von Bluthochdruck (Hypertonie) zur Folge hat.

Darüber hinaus verfügt der Wirkstoff über die Eigenschaft, den Gefäßwiderstand innerhalb der Nieren und des Gehirns abzusenken. Dieser Effekt bewirkt ebenfalls eine Entlastung bei zu hohem Blutdruck. Im Rahmen einer Langzeittherapie kann auf diese Weise die Durchblutung der Nieren gewährleistet werden.

Allerdings werden das Leistungsvermögen des Herzens sowie die herzwirksamen Eigenschaften des Hormons Adrenalin durch das Hydralazin nicht beeinträchtigt. So kann es durch den blutdrucksenkenden Effekt des Vasodilatators zu einer Steigerung des Herzschlagvolumens sowie der Herzfrequenz kommen. Es besteht jedoch die Möglichkeit, diesem Reflex durch das Verabreichen von Betablockern entgegenzuwirken.

Wie andere Medikamente, die gefäßerweiternd wirken, kann Hydralazin das Harnvolumen verringern. Aus diesem Grund ist der Wirkstoff gut als Kombinationsmittel für Betablocker und entwässernde Präparate geeignet. Ein ähnlicher Wirkungseffekt wie bei Hydralazin besteht bei dem verwandten Arzneistoff Dihydralazin.

Hydralazin verfügt über eine hohe Resorptionsfähigkeit im Darm. Allerdings beträgt die biologische Verfügbarkeit nur 25 bis 30 Prozent, was auf den hepatischen First-Pass-Effekt zurückzuführen ist. Die Dauer der blutdrucksenkenden Wirkung des Arzneistoffes liegt bei ungefähr fünf bis sechs Stunden. Der maximale Plasmaspiegel tritt nach 30 bis 120 Minuten ein.

Abgebaut wird das Hydralazin größtenteils über die Leber. Das Ausscheiden der Metaboliten erfolgt samt unverändertem Hydralazin über die Nieren.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Zur Anwendung gelangt Hydralazin, um zu hohen Blutdruck zu behandeln, wobei der Wirkstoff fast ausschließlich als Kombinationspräparat eingesetzt wird. Wichtigste Einsatzgebiete bilden eine schwere Herzinsuffizienz sowie Bluthochdruck während der Schwangerschaft.

Im Verlauf einer Schwangerschaft gilt das Hydralazin bei einer schweren Hypertonie mittlerweile jedoch nicht mehr als Mittel der ersten Wahl. Nach der deutschen Leitlinie kommen für den schweren Bluthochdruck in der Schwangerschaft Nifedipin, Urapidil und das verwandte Dihydralazin in Betracht. Labetalol steht dafür nur in Österreich und der Schweiz zur Verfügung; in Deutschland ist es nicht im Handel.

Dargereicht wird Hydralazin in Form von Tabletten. Dabei ist es wichtig, diese bei Zimmertemperatur aufzubewahren und vor Licht zu schützen. Eine weitere Verabreichungsmöglichkeit stellen Injektionslösungen dar, die ebenfalls bei Raumtemperatur gelagert werden sollten. Außerdem darf die Lösung nicht abkühlen.


Risiken & Nebenwirkungen

Die Anwendung von Hydralazin kann mit unangenehmen Nebenwirkungen verbunden sein. Diese Effekte zeigen sich jedoch nicht automatisch bei jedem Patienten. In den meisten Fällen leiden die betroffenen Personen unter Magen-Darm-Problemen wie Verstopfung, Appetitmangel, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen, Schwindelgefühlen, Blutdruckabfall, einer verstopften Nase oder Wassereinlagerungen im Körper.

In seltenen Fällen kann es außerdem zu Sensibilitätsstörungen wie Kältegefühlen, Kribbeln oder Taubheitsgefühlen, migräneartigen Kopfschmerzen, Störungen der Harnblase, Muskelzittern, Muskelkrämpfen, einer entzündeten Leber, Abgeschlagenheit, allergischen Reaktionen wie Hautausschlag oder Juckreiz, Depressionen, Angstzuständen und Erektionsstörungen kommen.

Zu Beginn der Hydralazin-Therapie treten bei einer raschen Steigerung der Dosis ein erhöhter Puls, Herzrasen und Engebeschwerden in der Brust auf, was auf die Erweiterung der Gefäße und das Absenken des Blutdrucks zurückzuführen ist. Bei einer längeren Anwendung besteht bei Patienten, die unter chronischer Nierenschwäche leiden, die Gefahr von Muskelschmerzen, rheumaartigen Gelenkbeschwerden und Fieber.

Von einer Anwendung von Hydralazin ist abzusehen, wenn eine Überempfindlichkeit gegen den Arzneistoff oder Dihydralazin besteht. Gleiches gilt, wenn der Patient unter einer Blockade seiner Herzklappen, einer krankhaften Aortaaussackung oder Schmetterlingsflechte (Lupus erythematodes) leidet.

Auch bei einer krankhaften Vergrößerung des Herzmuskels muss auf die Gabe des Mittels verzichtet werden. Bestehen eine Herzschwäche oder Brustengebeschwerden (Angina pectoris), ist es ratsam, gleichzeitig Betablocker zu verabreichen.

Im Falle von Durchblutungsstörungen im Gehirn oder fortgeschrittener Nieren- bzw. Leberschwäche bedarf es einer sorgfältigen Entscheidung des Arztes über die Behandlung. Während der Stillzeit sollte Hydralazin nicht verabreicht werden. Muss die Gabe dennoch erfolgen, sollte vorher abgestillt werden.

Durch die gleichzeitige Gabe von Hydralazin und anderen Medikamenten besteht das Risiko von Wechselwirkungen. So bewirken die zeitgleiche Einnahme von Neuroleptika oder trizyklischen Antidepressiva sowie der Konsum von Alkohol, dass sich der blutdrucksenkende Effekt des Vasodilatators erhöht. Ärzte empfehlen daher den Verzicht auf alkoholische Getränke während der Behandlung.

Findet eine gleichzeitige Therapie mit Hydralazin und Psychopharmaka wie MAO-Hemmern statt, besteht die Gefahr eines Blutdruckabfalls, sodass eine sorgfältige Kontrolle erfolgen muss. Dies gilt ebenso bei einer Behandlung mit dem blutdrucksenkenden Wirkstoff Diazoxid, da dadurch ein bedenklicher Abfall des Blutdrucks eintreten kann.

Eine stark beruhigende Wirkung ist bei zeitgleicher Anwendung von Beruhigungs- oder Betäubungsmitteln sowie von Schlafmitteln möglich, sodass die jeweiligen Dosen entsprechend anzupassen sind.

Der Acetyliererstatus

Eine Besonderheit des Hydralazins betrifft seinen Abbau. Der Wirkstoff wird in der Leber unter anderem durch Anhängen einer Acetylgruppe umgebaut, und die Geschwindigkeit dieses Schrittes ist erblich festgelegt. Der Mensch gehört entweder zu den schnellen oder zu den langsamen Acetylierern. Bei langsamen Acetylierern fallen die Blutspiegel des Wirkstoffs höher aus; sie benötigen entsprechend weniger Wirkstoff, um denselben Blutdruckeffekt zu erzielen. Aus demselben Grund schwanken die gemessenen Blutspiegel zwischen verschiedenen Personen erheblich – ein Umstand, der die Steuerung der Behandlung erschwert.

Im Blut ist Hydralazin zu etwa 87 Prozent an die Eiweiße des Blutplasmas gebunden. Nach dem Schlucken wird der Wirkstoff rasch aufgenommen, der höchste Blutspiegel stellt sich innerhalb der ersten beiden Stunden ein. Ausgeschieden wird Hydralazin hauptsächlich in Form seiner Abbauprodukte über den Urin.

Das arzneimittelinduzierte Lupus-Syndrom

Die bekannteste und am genauesten beschriebene Gefahr einer längeren Hydralazin-Behandlung ist ein Krankheitsbild, das dem systemischen Lupus erythematodes gleicht. Bei einem Teil der Behandelten kann Hydralazin ein solches Bild hervorrufen, einschließlich einer Entzündung der Nierenkörperchen (Glomerulonephritis). Tritt es auf, wird der Wirkstoff abgesetzt, sofern nicht die Abwägung von Nutzen und Risiko die Fortführung der Blutdruckbehandlung zwingend verlangt. Die Beschwerden bilden sich nach dem Absetzen in der Regel zurück, doch wurden Restbefunde noch viele Jahre später festgestellt; mitunter ist eine langdauernde Behandlung mit Kortikosteroiden nötig.

Wegen dieser Gefahr gehören Laboruntersuchungen zur Hydralazin-Behandlung dazu. Vor Beginn und danach in regelmäßigen Abständen werden ein vollständiges Blutbild und der Titer der antinukleären Antikörper bestimmt, und zwar auch bei beschwerdefreien Patienten. Zusätzlich sind diese Untersuchungen angezeigt, sobald Gelenkschmerzen, Fieber, Brustschmerzen, anhaltendes Krankheitsgefühl oder andere ungeklärte Beschwerden auftreten. Ein positiver Antikörpertiter zwingt nicht zum sofortigen Abbruch, verlangt aber eine sorgfältige Abwägung gegen den Nutzen der Blutdrucksenkung.

Weitere Risiken

Unerwünschte Wirkungen des Hydralazins bilden sich meist zurück, sobald die verabreichte Menge verringert wird; in manchen Fällen lässt sich ein Absetzen jedoch nicht vermeiden. Zu den häufiger beobachteten Beschwerden zählen Kopfschmerzen, Appetitmangel, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Herzklopfen, beschleunigter Herzschlag und Angina-pectoris-Beschwerden. Seltener treten Verstopfung bis hin zum Darmstillstand, ein niedriger Blutdruck oder – umgekehrt – ein überraschender Blutdruckanstieg, Wassereinlagerungen, Atemnot, Schwindel, Muskelzittern, Muskelkrämpfe, seelische Veränderungen mit Depressionen, Verwirrtheit oder Angstzuständen sowie Schwierigkeiten beim Wasserlassen auf. Beschrieben sind ferner eine Schwellung von Lymphknoten und Milz, allergische Erscheinungen mit Hautausschlag, Nesselsucht, Juckreiz, Fieber, Schüttelfrost, Gelenkschmerzen und einer Vermehrung bestimmter weißer Blutkörperchen sowie – selten – eine Leberentzündung. Dazu kommen eine verstopfte Nase, Gesichtsröte, vermehrter Tränenfluss und eine Bindehautentzündung.

Blutbildveränderungen: Berichtet wurden ein Abfall des roten Blutfarbstoffs und der roten Blutkörperchen, eine Verminderung der weißen Blutkörperchen bis hin zur Agranulozytose sowie Purpura. Treten solche Veränderungen auf, wird die Behandlung beendet. Auch dies ist ein Grund für die regelmäßigen Blutbildkontrollen.

Nervenbeschwerden an Armen und Beinen: Sensibilitätsstörungen wie Kribbeln und Taubheitsgefühle können Ausdruck einer Nervenschädigung sein. Als Ursache wird eine Gegenwirkung des Hydralazins zum Vitamin B6 (Pyridoxin) angenommen; treten entsprechende Beschwerden auf, wird deshalb Pyridoxin zusätzlich gegeben.

Anregung des Herzens: Die durch Hydralazin ausgelöste Mehrarbeit des Herzens kann Angina-pectoris-Anfälle und Veränderungen im EKG hervorrufen, die auf eine Mangeldurchblutung des Herzmuskels hinweisen. Der Wirkstoff wurde auch mit dem Auftreten von Herzinfarkten in Verbindung gebracht. Bei Verdacht auf eine Erkrankung der Herzkranzgefäße ist deshalb besondere Vorsicht geboten.

Kreislauf im Stehen: Ein Blutdruckabfall beim Aufstehen kann vorkommen, ist aber seltener als bei älteren, an den Nervenknoten angreifenden Blutdrucksenkern.

Weitere Gefäßwirkungen: Bei einer Erkrankung der Mitralklappe kann Hydralazin den Druck in der Lungenarterie erhöhen. Bei durchgemachten Durchblutungsstörungen des Gehirns ist Zurückhaltung angezeigt, ebenso bei fortgeschrittener Nierenschädigung.

Kontraindikationen

Neben den Gegenanzeigen der deutschen Kombinationspräparate nennt die amerikanische Produktinformation des Monopräparats drei Umstände, unter denen Hydralazin nicht angewendet werden darf: eine Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, eine Erkrankung der Herzkranzgefäße und eine rheumatische Erkrankung der Mitralklappe. Die beiden letzten Punkte ergeben sich aus den beschriebenen Kreislaufwirkungen – aus der Mehrbelastung des Herzens auf der einen und aus dem Druckanstieg in der Lungenstrombahn auf der anderen Seite.

Der nahe verwandte Wirkstoff Dihydralazin, der in Europa häufiger eingesetzt wird, führt darüber hinaus die isolierte Rechtsherzschwäche infolge eines Lungenhochdrucks sowie die arzneimittelbedingte Form des Lupus erythematodes als Gegenanzeige.

Renin, Salz und Wasser

Hydralazin erweitert die Blutgefäße unmittelbar, ohne am sympathischen Nervensystem anzugreifen. Der Körper beantwortet den Blutdruckabfall mit einer Gegenregulation, die aus zwei Teilen besteht. Der erste ist der über die Nerven vermittelte Reflex, der Herzfrequenz und Herzauswurf steigen lässt – ihm wird durch die Gabe von Betablockern begegnet.

Der zweite Teil verläuft über die Hormone. Hydralazin steigert die Renin-Aktivität im Blutplasma, was auf eine vermehrte Ausschüttung von Renin aus den Zellen der Nieren als Antwort auf den Reflex zurückgeführt wird. Aus dem Renin entsteht Angiotensin II, dieses wiederum regt die Ausschüttung von Aldosteron an, und Aldosteron führt zu einer vermehrten Rückgewinnung von Natrium in der Niere. Am Ende dieser Kette steht eine Salz- und Wasserrückhaltung, die den blutdrucksenkenden Effekt teilweise wieder aufhebt. Genau dies ist der Grund, aus dem Hydralazin mit einem entwässernden Mittel kombiniert wird. Die Nieren- und Hirndurchblutung bleibt dabei erhalten oder nimmt sogar zu – ein Vorzug gegenüber manchen anderen Blutdrucksenkern.

Der Angriffspunkt in der Gefäßmuskelzelle

Wie Hydralazin die Gefäßmuskulatur entspannt, ist bis heute nicht vollständig geklärt. Beschrieben ist, dass der Wirkstoff in den Kalziumhaushalt der Zelle eingreift: Er stört diejenigen Kalziumbewegungen innerhalb der glatten Gefäßmuskelzelle, die den angespannten Zustand des Muskels einleiten und aufrechterhalten. Ohne dieses Kalziumsignal erschlafft die Muskelzelle, und das Gefäß weitet sich.

Bemerkenswert ist dabei, dass Hydralazin die kleinen Schlagadern stärker weitet als die Venen. Dieser Unterschied hält den Blutdruckabfall beim Aufstehen gering und begünstigt zugleich den Anstieg des Herzauswurfs. Bevorzugt sinkt der untere (diastolische) Blutdruckwert, und der Widerstand in der Körperperipherie nimmt ab.

Anwendung bei Herzschwäche

Neben der Blutdrucksenkung hat Hydralazin einen festen Platz bei der Herzschwäche mit verminderter Pumpleistung, und zwar in fester Kombination mit einem Nitrat, dem Isosorbiddinitrat. Die Kombination weitet sowohl Arterien als auch Venen; sie senkt dadurch die Füllung des Herzens vor dem Schlag und den Widerstand, gegen den es auswerfen muss. Der linke Ventrikel wird kleiner, der Druck in der Lungenstrombahn sinkt, das Schlagvolumen steigt und die Auswurfleistung bessert sich. Hinzu kommen eine antioxidative Wirkung und eine günstige Beeinflussung der Innenauskleidung der Gefäße mit besserer Verfügbarkeit von Stickstoffmonoxid.

Leitlinien empfehlen diese Kombination für zwei Gruppen: für Patienten, die ACE-Hemmer oder Sartane nicht vertragen oder bei denen diese ausgeschlossen sind, sowie für Patienten afroamerikanischer Herkunft, die trotz sonst bestmöglicher Behandlung Beschwerden behalten. In diesen genau umrissenen Gruppen verbessert die Kombination Beschwerden, Belastbarkeit und Lebensqualität und senkt Krankheitslast und Sterblichkeit. Trotz dieser Belege wird sie in der Praxis selten verordnet.

Wechselwirkungen

MAO-Hemmer: Bei gleichzeitiger Behandlung ist Vorsicht geboten.

Andere stark wirksame Blutdrucksenker: Werden kräftige, gespritzte Blutdrucksenker wie Diazoxid zusammen mit Hydralazin angewendet, ist der Patient über mehrere Stunden ununterbrochen auf einen überschießenden Blutdruckabfall hin zu beobachten.

Betablocker und entwässernde Mittel: Sie sind keine Gegenspieler, sondern die üblichen Partner des Hydralazins. Der Betablocker fängt die Reflextachykardie ab, das entwässernde Mittel die Salz- und Wasserrückhaltung. Erst im Verbund lässt sich die blutdrucksenkende Wirkung voll nutzen.

Quellen

  • Marx, N., Erdmann, E. (Hrsg.): Klinische Kardiologie.
    ISBN: 9783662629314
  • Weil, J., Stierle, U. (Hrsg.): Klinikleitfaden Kardiologie.
    ISBN: 9783437221620
  • Geisslinger, G., Gudermann, T., Hinz, B., et al.: Mutschler Arzneimittelwirkungen.
    ISBN: 9783804746541
  • Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., Hofmann, F. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
    ISBN: 9783437426223
  • Herold, G.: Innere Medizin 2026.
    ISBN: 9783982116655

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