Desipramin

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 11. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Bei Desipramin handelt es sich um ein trizyklisches Antidepressivum. Es kommt im Rahmen der Therapie von Depressionen zum Einsatz. Aktuell ist das Medikament jedoch in zahlreichen Ländern nicht mehr erhältlich und kann dort nicht mehr verordnet werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Desipramin?

Desipramin
Der Arzneistoff Desipramin kommt zur Therapie von depressiven Erkrankungen zum Einsatz.

Desipramin ist ein Arzneimittel, das in der Regel oral und in Form von Tabletten verabreicht wird. Dabei wird der Wirkstoff aus dem Darm rasch aufgenommen; die Bioverfügbarkeit fällt durch den First-Pass-Effekt jedoch geringer aus. Die anschließende Metabolisierung von Desipramin erfolgt in erster Linie hepatisch. Dabei beträgt die Plasmahalbwertszeit im Durchschnitt etwa 22 Stunden. Im Anschluss daran wird der Wirkstoff von den Nieren ausgeschieden bzw. renal eliminiert.

Der Arzneistoff Desipramin kommt zur Therapie von depressiven Erkrankungen zum Einsatz. Zunächst steigert das Medikament den Antrieb des Patienten und wirkt später stimmungsaufhellend. Der Wirkstoff kam im Jahr 1965 unter der Bezeichnung Pertofran® in Deutschland auf den Markt. In der heutigen Zeit sind Fertigarzneimittel mit Desipramin-Gehalt in Deutschland und zahlreichen weiteren Ländern jedoch außer Vertrieb. In den Vereinigten Staaten sind desipraminhaltige Präparate dagegen weiterhin verschreibungsfähig. Die einst führenden Markennamen Norpramin und Pertofrane führt die US-amerikanische Arzneimitteldatenbank allerdings als außer Vertrieb; verschreibungsfähig sind dort Nachahmerpräparate mehrerer Hersteller.

Chemisch ist Desipramin das im Körper entstehende und selbst wirksame Abbauprodukt von Imipramin. Von der Ausgangssubstanz unterscheidet es sich durch das Fehlen einer Methylgruppe am Stickstoff der Seitenkette; aus dem tertiären Amin Imipramin wird dadurch das sekundäre Amin Desipramin. Genau an dieser Unterscheidung setzt die pharmakologische Einordnung des Stoffes an; zu den tertiären Aminen derselben Gruppe zählt neben Imipramin auch Amitriptylin.

Pharmakologische Wirkung

Das Arzneimittel Desipramin zählt zu den sogenannten tri- und tetrazyklischen Antidepressiva. In dieser Gruppe wird es den trizyklischen Antidepressiva zugeordnet. Es hemmt im Gehirn in erster Linie die Wiederaufnahme des Botenstoffs Noradrenalin. Dadurch erhöht es den Antrieb des Patienten und verbessert die Stimmung. Aus diesem Grund ist eine relativ erfolgreiche Therapie von Depressionen mittels Desipramin möglich.

Im Zentralnervensystem reduziert Desipramin die Wiederaufnahme von Monoaminen in die präsynaptische Nervenzelle. Dadurch wird im synaptischen Spalt vor allem die Konzentration von Noradrenalin gesteigert. In der Folge zeigt das Medikament seine antidepressive und stimmungsaufhellende Wirkung. Anders als die Muttersubstanz Imipramin, ein tertiäres Amin, hemmt Desipramin als sekundäres Amin vor allem die Wiederaufnahme von Noradrenalin; tertiäre Amine wirken stärker auf die Wiederaufnahme von Serotonin.

Zur gleichen Zeit nehmen Trizyklika jedoch auch Einfluss auf das cholinerge, das histaminerge und das adrenerge System. Daraus ergibt sich eine Vielzahl an Nebenwirkungen.

Prinzipiell handelt es sich bei Desipramin um den aktiven Metaboliten des Stoffs Imipramin. Seine Wirkung entfaltet sich im zentralen Nervensystem, wo es die Wiederaufnahme bestimmter Neurotransmitter beeinträchtigt. Dadurch erhöht sich deren Konzentration, was wiederum depressive Symptome verringert.

Desipramin weist zudem eine sedierende Wirkung auf, die jedoch lediglich schwach ausgeprägt ist. Darüber hinaus ist Desipramin in der Lage, die Wahrnehmung von Schmerzen zu reduzieren. Grundsätzlich ist die Resorption von Desipramin aus dem Darm relativ gut. Bedingt durch seinen hohen First-Pass-Effekt ist die Bioverfügbarkeit jedoch herabgesetzt und kann enorm schwanken. Die Plasmahalbwertszeit des Wirkstoffs liegt zwischen 15 und 25 Stunden.

Desipramin passiert die Blut-Hirn-Schranke sowie die Plazentaschranke. Auch geht der Wirkstoff in die Muttermilch über. Im Anschluss an die Biotransformation wird es über Nieren und Leber ausgeschieden.

Über den Wirkungsweg ist weniger bekannt, als es zunächst scheint: Der genaue Wirkmechanismus der trizyklischen Antidepressiva ist unbekannt. Als führende Erklärung nennt sie die Annahme, dass vielen depressiven Erkrankungen ein verhältnismäßiger Mangel an Botenstoffen wie Noradrenalin und Serotonin zugrunde liegt und dass die Hemmung der Wiederaufnahme aus dem synaptischen Spalt deren Menge wieder in den üblichen Bereich bringt. Ausdrücklich festgehalten ist außerdem, was Desipramin nicht ist: weder ein Hemmstoff der Monoaminoxidase noch in erster Linie ein anregendes Mittel für das Zentralnervensystem.

Für den zeitlichen Verlauf der Wirkung hat diese Einordnung praktische Folgen. Erste Wirkungen können sich gelegentlich schon nach wenigen Tagen zeigen, die volle Wirkung stellt sich nach der Produktinformation jedoch gewöhnlich erst nach mehreren Wochen ein. In manchen Untersuchungen setzte die Wirkung von Desipramin dabei rascher ein als die von Imipramin.

Wie stark der Wirkstoff im Einzelfall wirkt, hängt stark von der Geschwindigkeit seines Abbaus ab, und diese ist von Mensch zu Mensch sehr verschieden. Maßgeblich ist dafür überwiegend die Erbanlage. Zwischen Behandelten, die dieselbe Menge einnehmen, können sich die Blutspiegel um ein Vielfaches unterscheiden. Verantwortlich ist vor allem das Leberenzym Cytochrom P450 2D6: Ein Teil der Bevölkerung bildet es in verminderter Form aus und erreicht dadurch höhere Blutspiegel als erwartet. Ein optimaler Bereich therapeutischer Blutspiegel ist für Desipramin nicht festgelegt worden.

Auch andere Stoffe greifen in diesen Abbau ein. Barbiturate, Alkohol und Tabakrauch lassen das Leberenzymsystem vermehrt arbeiten und senken dadurch den Blutspiegel. Cimetidin wirkt umgekehrt und kann den Spiegel klinisch bedeutsam anheben; wird es abgesetzt, fällt der Spiegel wieder, was die Wirkung des Antidepressivums verlieren lassen kann. Psychostimulanzien und Phenothiazine heben den Spiegel ebenfalls an, weil sie dieselben Abbauwege beanspruchen. Bei älteren Menschen verschiebt sich zudem das Verhältnis zwischen Desipramin und seinem Abbauprodukt 2-Hydroxydesipramin, was die Produktinformation auf die im Alter nachlassende Ausscheidung über die Nieren zurückführt.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Die Hauptindikation des Medikaments Desipramin stellen depressive Erkrankungen dar. Dabei wird der Wirkstoff in der Regel in Tablettenform verabreicht, wobei sich der Patient an die Dosierung und zeitliche Vorgaben durch den behandelnden Arzt zu halten hat. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen während der Therapie stellen sicher, dass die Dosis dem Zustand des Patienten fortlaufend angepasst wird.

Das Antidepressivum Desipramin darf nicht bei Überempfindlichkeitsreaktionen auf den Wirkstoff verschrieben werden. Besteht bei einem Patienten eine akute Intoxikation mit Alkohol, Psychopharmaka oder Sedativa, ist ebenfalls von einer Gabe von Desipramin abzusehen. Ebenso stellen Störungen bei der Entleerung der Blase, Störungen der Herzreizleitung, ein Engwinkelglaukom, Ileus und Pylorusstenose eine Kontraindikation dar.

Außerdem darf Desipramin nicht gleichzeitig mit MAO-Hemmern eingenommen werden; zwischen beiden Behandlungen ist ein ausreichender zeitlicher Abstand einzuhalten. Für Schwangerschaft und Stillzeit ist die Sicherheit von Desipramin nicht belegt; der Wirkstoff kommt dort nur infrage, wenn der erwartete Nutzen die möglichen Gefahren für Mutter und Kind überwiegt. In derartigen Fällen sind mögliche Alternativen zu dem Medikament in Betracht zu ziehen.

Bei der Behandlung mit Desipramin ist zu beachten, dass Wechselwirkungen mit bestimmten anderen Stoffen bestehen. So kann sich zum Beispiel die Wirkung von Desipramin und Alkohol gegenseitig verstärken. Auch andere Medikamente, etwa Schmerzmittel, Antipsychotika, Barbiturate und Antihistaminika, erzeugen mitunter einen solchen Effekt. Die US-amerikanische Produktinformation führt das für zwei Gruppen näher aus: Bei den Benzodiazepinen, etwa Chlordiazepoxid oder Diazepam, summiert sich die beruhigende Wirkung mit der von Desipramin; bei den hochwirksamen Beruhigungsmitteln addiert sich neben der beruhigenden auch die anticholinerge Wirkung.

Desipramin weist zudem Wechselwirkungen mit mehreren Arzneistoffgruppen auf. Serotonin-Wiederaufnahmehemmer hemmen das abbauende Leberenzym Cytochrom P450 2D6 und lassen den Desipraminspiegel im Blut ansteigen. Bei Anticholinergika und Sympathomimetika ist dagegen eine enge ärztliche Überwachung nötig, weil sich deren Wirkungen mit denen von Desipramin addieren.

Das Verbot der gleichzeitigen Anwendung mit Hemmstoffen der Monoaminoxidase reicht weiter, als die Bezeichnung zunächst vermuten lässt. Die US-amerikanische Produktinformation nennt neben den als Antidepressiva eingesetzten Vertretern ausdrücklich auch Stoffe, die dieses Enzym nebenbei hemmen, ohne als Antidepressivum gedacht zu sein: das Antibiotikum Linezolid und das in die Vene gegebene Methylenblau. Grund für das Verbot ist die Gefahr eines Serotoninsyndroms. Eine Behandlung mit Desipramin darf deshalb auch dann nicht begonnen werden, wenn einer dieser Stoffe bereits gegeben wird.

Zwei weitere Gegenanzeigen nennt dieselbe Produktinformation. Desipramin ist in der Phase der Erholung unmittelbar nach einem Herzinfarkt verboten. Und es darf nicht angewendet werden, wenn zuvor eine Überempfindlichkeit gegen den Stoff aufgetreten ist; dabei ist eine Kreuzempfindlichkeit gegenüber anderen Dibenzazepinen möglich, also gegenüber chemisch nahestehenden Wirkstoffen derselben Grundstruktur.

Daneben führt die Produktinformation Zustände auf, die keine Gegenanzeige darstellen, aber äußerste Zurückhaltung verlangen. Dazu zählen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, weil Leitungsstörungen, Rhythmusstörungen, Herzrasen, Schlaganfälle und ein akuter Herzinfarkt auftreten können, ferner eine familiäre Häufung von plötzlichem Herztod oder von Störungen des Herzrhythmus und der Erregungsleitung. Hinzu kommen eine frühere Harnverhaltung oder ein grüner Star wegen der anticholinergen Eigenschaften des Stoffes sowie Erkrankungen der Schilddrüse und die gleichzeitige Einnahme von Schilddrüsenhormonen, weil dabei Rhythmusstörungen und andere Schäden am Herz-Kreislauf-System drohen. Bei einem früheren Anfallsleiden ist besondere Vorsicht geboten, denn Desipramin senkt die Schwelle, ab der ein Krampfanfall ausgelöst wird; bei einzelnen Betroffenen gingen Krampfanfälle Herzrhythmusstörungen und Todesfällen voraus.

Vor einem geplanten Eingriff wird die Behandlung nach der Produktinformation so früh wie möglich beendet, weil während der Operation Blutdruckanstiege beobachtet worden sind. Außerdem hebt Desipramin die blutdrucksenkende Wirkung von Guanethidin und ähnlich wirkenden Stoffen auf. Für Kinder ist der Wirkstoff in den Vereinigten Staaten nicht zugelassen. Bei Erkrankten, die Alkohol im Übermaß verwenden, ist zu bedenken, dass die gegenseitige Verstärkung beider Stoffe die Gefahr erhöht, die einem Selbsttötungsversuch und einer Überdosierung ohnehin innewohnt. Die Liste der Stoffe, die das abbauende Leberenzym Cytochrom P450 2D6 hemmen, reicht über die Serotonin-Wiederaufnahmehemmer hinaus. Die US-amerikanische Produktinformation nennt dazu Chinidin und Cimetidin, die selbst nicht über dieses Enzym abgebaut werden, sowie zahlreiche Stoffe, die es beanspruchen: weitere Antidepressiva, die Phenothiazine und die Antiarrhythmika Propafenon und Flecainid. Wer unter einer eingestellten Behandlung mit Desipramin zusätzlich einen solchen Hemmstoff erhält, kann unvermittelt Vergiftungserscheinungen entwickeln; wird der Hemmstoff später wieder abgesetzt, kehrt sich der Effekt um. Beim Wechsel von Fluoxetin auf ein trizyklisches Antidepressivum ist eine längere Wartezeit nötig, weil dieser Stoff und sein wirksames Abbauprodukt den Körper nur langsam verlassen.


Risiken & Nebenwirkungen

Das Antidepressivum Desipramin kann eine Vielzahl von Nebenwirkungen auslösen, weshalb die Therapie vom behandelnden Arzt kontrolliert werden muss. Zu den häufigsten Nebenwirkungen der Einnahme zählen Mundtrockenheit, Schwindel, Benommenheit, Sehstörungen, Schwitzen, Zittern, Herzrasen und Blutdrucksenkungen. Zudem können sich die Leberwerte erhöhen sowie Gewichtszunahme, Verstopfung und Kreislaufregulationsstörungen auftreten.

Gelegentlich kommen Beschwerden beim Wasserlassen und Schlafstörungen vor. Patienten klagen über innere Unruhe, sexuelle Probleme, Hautausschläge und Durstgefühl. Zu den seltenen Nebenwirkungen von Desipramin zählen Kreislaufkollaps, Verwirrtheitszustände, Harnverhalt, Darmverschluss und Veränderungen des Blutbilds. Funktionsstörungen der Leber, allergische Reaktionen in Form von Gefäßentzündungen und Hautentzündungen können ebenso wie Herzrhythmusstörungen auftreten.

Bei der Therapie mit Desipramin kommen vereinzelt Krampfanfälle, Lungenentzündungen, Nervenerkrankungen und Bewegungsstörungen vor. Darüber hinaus sind akute Anfälle von grünem Star, ein Löffler-Syndrom und ein Delirium möglich.

Grundsätzlich kommt es während der Einnahme von Desipramin mitunter zu Kopfschmerzen und Schläfrigkeit. Teilweise erhöht sich die Selbstmordgefährdung, während nach dem Absetzen des Desipramins Entzugserscheinungen auftreten können. Die erhöhte Selbstmordgefährdung trägt in den Vereinigten Staaten einen eigenen, gerahmten Warnhinweis am Kopf der Produktinformation. Er beruht auf zusammengefassten Auswertungen kurzer, placebokontrollierter Studien mit Antidepressiva: Bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis zum Alter von vierundzwanzig Jahren stieg unter Antidepressiva das Risiko für Selbstmordgedanken und selbstschädigendes Verhalten. Bei Erwachsenen jenseits dieses Alters zeigte sich kein solcher Anstieg, und bei älteren Menschen ging das Risiko unter Antidepressiva sogar zurück. Depressionen und bestimmte andere seelische Erkrankungen sind zugleich selbst der stärkste bekannte Vorhersagewert für einen Selbstmord. Der Warnhinweis verlangt deshalb keine Ablehnung der Behandlung, sondern eine engmaschige Beobachtung in ihren ersten Monaten und bei einer Änderung der verordneten Menge, in beide Richtungen.

Auf welche Zeichen dabei geachtet wird, führt die Produktinformation eigens auf: Angst, Erregtheit, Panikattacken, Schlaflosigkeit, Reizbarkeit, Feindseligkeit, Angriffslust, Unbeherrschtheit, eine quälende Bewegungsunruhe sowie das Umschlagen in eine gehobene oder überdrehte Stimmungslage. Ob diese Zeichen ursächlich mit der Zunahme von Selbstmordgedanken zusammenhängen, ist nicht geklärt; die Sorge besteht, dass sie ihr vorausgehen können. Verschlechtert sich die Stimmung anhaltend oder treten solche Zeichen plötzlich und heftig auf, sieht die Produktinformation eine Änderung des Behandlungsplans bis hin zum Absetzen vor. Aus demselben Grund wird je Verschreibung nur die kleinste Tablettenmenge verordnet, die mit einer guten Betreuung der Erkrankten vereinbar ist, um die Gefahr einer Überdosierung zu verringern.

Eine weitere Vorsichtsmaßnahme betrifft die Abgrenzung der Erkrankung selbst. Eine schwere depressive Episode kann die erste Erscheinungsform einer bipolaren Störung sein. Wird sie mit einem Antidepressivum allein behandelt, gilt ein Umschlagen in eine manische oder gemischte Phase als wahrscheinlicher, weshalb vor Behandlungsbeginn eine sorgfältige Erhebung der seelischen Vorgeschichte einschließlich der Familiengeschichte vorgesehen ist. Bei Erkrankten mit einer manisch-depressiven Erkrankung kann Desipramin nach dem Abklingen der depressiven Phase eine hypomane Verfassung auslösen, bei einer Schizophrenie eine bestehende Psychose verstärken.

Das Serotoninsyndrom ist die gefährlichste der beschriebenen Arzneimittelwechselwirkungen. Es kann unter Desipramin allein auftreten, vor allem aber zusammen mit weiteren Stoffen, die auf das Serotoninsystem wirken; die Produktinformation nennt Triptane, andere trizyklische Antidepressiva, Fentanyl, Lithium, Tramadol, Tryptophan, Buspiron und Johanniskraut. Zu seinen Zeichen gehören Veränderungen des Bewusstseins bis hin zu Erregtheit, Trugwahrnehmungen, Delir und Bewusstlosigkeit, dazu Herzrasen, schwankender Blutdruck, Schwindel, Schwitzen, Hitzegefühl und Fieber, ferner Zittern, Muskelsteifigkeit, Muskelzucken, gesteigerte Reflexe, Unsicherheit der Bewegungen, Krampfanfälle sowie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

Zwei Hinweise gelten schließlich den Laborwerten. Unter Desipramin sind sowohl ein Anstieg als auch ein Abfall des Blutzuckers berichtet worden. Und treten während der Behandlung Fieber und Halsschmerzen auf, sieht die Produktinformation eine Bestimmung der weißen Blutkörperchen einschließlich ihrer Untergruppen vor; zeigt sich dabei ein krankhafter Rückgang der neutrophilen Granulozyten, wird die Behandlung beendet.

Alle auftretenden Nebenwirkungen müssen umgehend dem behandelnden Arzt mitgeteilt werden.

Quellen

  • Benkert, O., Hippius, H. (Hrsg.): Kompendium der psychiatrischen Pharmakotherapie.
    ISBN: 9783662676844
  • Laux, G., Dietmaier, O.: Praktische Psychopharmakotherapie.
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  • Falkai, P., Laux, G., Kapfhammer, H.-P., Möller, H.-J. (Hrsg.): Psychiatrie, Psychosomatik, Psychotherapie.
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  • Falkai, P., Laux, G., Deister, A., Möller, H.-J. (Hrsg.): Duale Reihe Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie.
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  • Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., Hofmann, F. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
    ISBN: 9783437426223

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