Capecitabin
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 11. September 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Als Capecitabin wird ein Krebsmedikament bezeichnet. Es gehört der Gruppe der Zytostatika an.
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Was ist Capecitabin?
Bei Capecitabin handelt es sich um ein Zytostatikum, das zur Behandlung von Krebserkrankungen dient. Der Wirkstoff stellt ein Prodrug (Vorstufe) von 5-Fluoruracil (5-FU) dar. Innerhalb des Tumors kommt es zu seiner Umwandlung in eine aktive Substanz.
Capecitabin wird oral verabreicht und eignet sich zur Therapie von metastasiertem oder fortgeschrittenem Brustkrebs, metastasiertem Dickdarmkrebs sowie zur Palliativbehandlung von Magenkrebs.
In den USA und der Schweiz ist Capecitabin seit 1998 zugelassen. Im Jahr 2001 folgte auch die Zulassung des Medikaments in Deutschland. Das Zytostatikum wird unter dem Handelsnamen Xeloda® vertrieben. Seit 2013 ist der Arzneistoff zudem in Form von Generika erhältlich.
Chemisch gehört Capecitabin zu den Fluoropyrimidincarbamaten. Die Substanz ist selbst nicht zellschädigend; ihre Wirkung entfaltet sie erst, nachdem sie im Körper über mehrere enzymatische Schritte in 5-Fluoruracil überführt worden ist. Im internationalen ATC-System, das Arzneistoffe nach Organsystem und Wirkprinzip ordnet, trägt Capecitabin den Code L01BC06 und steht damit bei den Antimetaboliten. Der Umweg über eine Vorstufe ist der wesentliche Unterschied zu 5-Fluoruracil selbst, das über eine Vene gegeben wird: Capecitabin lässt sich als Tablette schlucken, und die stufenweise Aktivierung führt nach den Angaben der Fachinformation zu höheren Konzentrationen von 5-Fluoruracil im Tumorgewebe.
Pharmakologische Wirkung
Das Enzym Thymidinphosphorylase sorgt für den letzten Schritt der Umwandlung von Capecitabin in 5-Fluoruracil. Dieses kommt in starker Konzentration innerhalb des Tumorgewebes vor. Indem die direkte Ausrichtung des Wirkungseffektes auf die Tumorzellen erfolgt, lässt sich Capecitabin von den Krebspatienten besser vertragen. Dadurch treten wiederum weniger behandlungsbedürftige Nebenwirkungen auf.
Die Umwandlung verläuft in drei Stufen. Zunächst spaltet eine Carboxylesterase der Leber Capecitabin zu 5'-Desoxy-5-fluorcytidin. Daraus entsteht durch die Cytidin-Deaminase, die vor allem in der Leber und im Tumorgewebe vorkommt, 5'-Desoxy-5-fluoruridin. Erst im letzten Schritt bildet die Thymidinphosphorylase daraus 5-Fluoruracil. Die Enzyme dieser Kette finden sich auch in gesundem Gewebe, dort allerdings gewöhnlich in geringerer Konzentration; im Gewebe eines kolorektalen Tumors war die Aktivität der Thymidinphosphorylase nach den in der Fachinformation wiedergegebenen Untersuchungen viermal so groß wie im angrenzenden gesunden Gewebe.
Das entstandene 5-Fluoruracil greift an zwei Stellen in den Stoffwechsel der Zelle ein. Es blockiert die Methylierung von Desoxyuridylsäure zu Thymidylsäure und stört damit den Aufbau der Erbsubstanz DNA; zugleich wird es in die Ribonukleinsäure eingebaut, was deren Bildung und die Herstellung von Proteinen hemmt. Weil Zellteilung und Zellwachstum auf beide Nukleinsäuren angewiesen sind, trifft der entstehende Mangel jene Zellen am stärksten, die sich rasch teilen und 5-Fluoruracil rasch verstoffwechseln.
Capecitabin entfaltet die Wirkung, die Teilung der entarteten Krebszellen zu hemmen. Durch die Teilungsunfähigkeit der Zellen wird das Wachstum des Tumors im Optimalfall zum Stillstand gebracht. Im Magen-Darm-Trakt erfolgt eine rasche Aufnahme des Wirkstoffs. Dieser erzielt nach etwa 90 Minuten seine maximale Plasmakonzentration. Die Plasmahalbwertszeit von Capecitabin beträgt ca. 40 Minuten.
In der Leber hydrolisiert sich Capecitabin zu 5-Desoxy-5-fluoruridin. Im weiteren Verlauf erfolgt schließlich die Umwandlung in 5-Fluoruracil. Capecitabin und seine Abbauprodukte werden später zu etwa 95 Prozent über die Nieren aus dem Körper ausgeschieden. Die restliche Ausscheidung findet über den Stuhl statt; sie fällt gering aus.
Abgebaut wird 5-Fluoruracil durch das Enzym Dihydropyrimidin-Dehydrogenase, kurz DPD, zu einer deutlich weniger giftigen Verbindung. Dieser Schritt bestimmt die Geschwindigkeit des gesamten Abbaus. Ist die Aktivität des Enzyms vermindert, kann die Giftigkeit von Capecitabin nach den Angaben der Fachinformation zunehmen; der Wirkstoff wirkt dann stärker, als es der eingenommenen Menge entspricht.
Medizinische Anwendung & Verwendung
An erster Stelle der zugelassenen Anwendungsgebiete steht die adjuvante Behandlung nach der Operation eines Kolonkarzinoms im Stadium III, auch Dukes-Stadium C genannt. Adjuvant bedeutet, dass die Behandlung sich an die vollständige Entfernung des Tumors anschließt und gegen einzelne verbliebene Krebszellen gerichtet ist, die mit den verfügbaren Untersuchungsverfahren nicht nachweisbar sind. Grundlage dieser Zulassung ist eine große, auf mehrere Behandlungszentren verteilte Vergleichsstudie: Capecitabin als alleiniger Wirkstoff wurde darin gegen die herkömmliche Gabe von 5-Fluoruracil und Folinsäure über die Vene geprüft und war dieser hinsichtlich des krankheitsfreien Überlebens mindestens gleichwertig.
Verabreicht wird Capecitabin als Einzelwirkstoff gegen Dickdarmkrebs. Dabei lässt sich allerdings auch eine Kombinationstherapie mit anderen Zytostatika durchführen. Die Capecitabin-Behandlung gilt auch dann als sinnvoll, wenn es durch den Darmkrebs bereits zur Bildung von Metastasen (Tochtergeschwülsten) gekommen ist.
Ein weiteres Einsatzgebiet von Capecitabin stellt die Erstbehandlung von fortgeschrittenem Magenkrebs dar. Im Rahmen der Behandlung findet eine Kombination mit Wirkstoffen statt, die Platin enthalten, wie zum Beispiel Cisplatin.
Ebenfalls zu den Indikationen des Zytostatikums gehört lokal fortgeschrittener Brustkrebs oder ein metastasierendes Mammakarzinom, wobei Capecitabin meist mit dem Taxan Docetaxel kombiniert wird. Eine solche Behandlung findet jedoch nur dann statt, wenn im Vorfeld andere chemotherapeutische Maßnahmen erfolglos blieben. Als Einzelwirkstoff kann Capecitabin zum Einsatz gelangen, wenn eine Taxan-Therapie wirkungslos verlief oder eine Behandlung mit Anthracyclin ungeeignet erscheint.
Die Einnahme von Capecitabin findet in Form von Filmtabletten statt. Diese nimmt der Patient am Morgen und am Abend spätestens eine halbe Stunde nach einer Mahlzeit ein. Je nachdem, wie hoch der Arzt die Dosis ansetzt, kann das Schlucken von 3 bis 7 Tabletten notwendig sein. Treten ausgeprägte Nebenwirkungen auf, ist eine Reduzierung der Dosis oder eine Unterbrechung der Behandlung erforderlich.
Verabreichung & Dosierung
Capecitabin wird ausschließlich von Ärztinnen und Ärzten verordnet, die Erfahrung in der Anwendung von Arzneimitteln gegen Krebs haben. Die Dosis richtet sich nach der Körperoberfläche und damit nach Größe und Gewicht der behandelten Person; die Fachinformation enthält dafür eigene Berechnungstabellen. Im ersten Behandlungszyklus wird die Verträglichkeit besonders sorgfältig überwacht.
Die Behandlung verläuft in Zyklen aus einer Einnahmephase und einer anschließenden Pause. Treten Nebenwirkungen auf, wird die Gabe unterbrochen und erst nach dem Abklingen der Beschwerden fortgesetzt, gegebenenfalls mit verringerter Dosis. Für das Hand-Fuß-Syndrom ab mittlerer Ausprägung sieht die Fachinformation eine solche Unterbrechung ausdrücklich vor; bei Durchfällen nennt sie je nach Schweregrad eine Anpassung der Dosis. Beide Beschwerden zählt sie zusammen mit Bauchschmerzen, Übelkeit und der Mundschleimhautentzündung zu den dosisbegrenzenden Nebenwirkungen. Schreitet die Krankheit fort oder sind die Nebenwirkungen nicht mehr zu ertragen, wird die Behandlung beendet.
Die Filmtabletten werden unzerkaut geschluckt; zerdrückt oder zerschnitten werden sie nicht. Gelangen zerdrückte oder zerschnittene Tabletten mit der behandelten Person oder mit Pflegenden in Berührung, können Nebenwirkungen auftreten. Da die Tabletten Milchzucker (Lactose) enthalten, sind sie für Menschen mit der seltenen angeborenen Galactose-Unverträglichkeit, mit einem vollständigen Mangel des Enzyms Lactase oder mit einer Glucose-Galactose-Malabsorption nicht geeignet.
Bei eingeschränkter Leberfunktion wird die Behandlung besonders sorgfältig überwacht, unabhängig davon, ob sich Tochtergeschwülste in der Leber befinden. Steigen der Gallenfarbstoff Bilirubin oder die Leberenzyme im Blut über die in der Fachinformation genannten Grenzwerte, wird die Gabe unterbrochen und erst wieder aufgenommen, wenn die Werte gefallen sind. Bei mäßig eingeschränkter Nierenfunktion treten schwere Nebenwirkungen häufiger auf als in der Allgemeinbevölkerung; eine schwere Nierenfunktionsstörung ist dagegen eine Gegenanzeige.
Risiken & Nebenwirkungen
Trotzdem sind auch durch dieses Zytostatikum verschiedene unerwünschte Nebeneffekte möglich. Dazu zählen Bauchschmerzen, Durchfall, eine Verringerung der Lymphozyten, Entzündungen der Haut, eine Erhöhung des Gallenfarbstoffs Bilirubin und Abgeschlagenheit. Nicht selten zeigt sich ein Hand-Fuß-Syndrom, das sich durch Beschwerden wie Missempfindungen, Kribbeln, Taubheitsgefühle und starke Schmerzen an Händen und Füßen bemerkbar macht. Mitunter bilden sich an ihnen auch Blasen oder Geschwüre. Als hilfreiches Gegenmittel gelten kalte Hand- und Fußbäder sowie das Auftragen von Cremes, die Uridin enthalten. Die Fachinformation nennt daneben Hinweise auf eine vorbeugende Wirksamkeit von Dexpanthenol; von Vitamin B6 (Pyridoxin) rät sie bei der Kombination mit Cisplatin dagegen ab, da dieses die Wirksamkeit von Cisplatin mindern kann. Bei einem ausgeprägten Hand-Fuß-Syndrom wird die Capecitabin-Gabe zudem unterbrochen, bis sich die Beschwerden zurückbilden.
Als weitere mögliche Nebenwirkungen kommen Verdauungsbeschwerden, Blähungen, Mundtrockenheit, Juckreiz, trockene Haut, Kopf- und Gliederschmerzen, Schwächegefühle, Geschmacksstörungen, Schwindelgefühle sowie die Bildung von Ödemen (Wassereinlagerungen) infrage.
Ebenso können Atembeschwerden, Depressionen, eine Überzuckerung, Fieber, Rückenschmerzen, Nasenbluten oder Gewichtsverlust auftreten. Im schlimmsten Fall ist sogar ein Herzinfarkt möglich. Zeigen sich im Rahmen der Capecitabin-Therapie schwere Hautreaktionen, ist sie umgehend, in Absprache mit dem Arzt, zu beenden.
Eine eigene Rolle spielt die Austrocknung des Körpers. Gewichtsverlust, Schwächegefühl, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall können rasch zu einem Flüssigkeitsmangel führen, und dieser kann nach den Angaben der Fachinformation ein akutes Nierenversagen nach sich ziehen, das lebensbedrohlich verlaufen kann. Besonders gefährdet sind Menschen mit einer bereits bestehenden Nierenfunktionsstörung und solche, die gleichzeitig Arzneimittel erhalten, die die Nieren belasten. Die Behandlung wird deshalb bei einer Austrocknung ab mittlerem Schweregrad sofort unterbrochen und erst fortgesetzt, wenn der Flüssigkeitshaushalt wieder ausgeglichen und die Ursache beseitigt oder unter Kontrolle ist.
Die schweren Hautreaktionen, bei denen die Behandlung dauerhaft beendet wird, sind in der Fachinformation namentlich benannt: das Stevens-Johnson-Syndrom und die toxische epidermale Nekrolyse. Auch die Augen können betroffen sein; genannt werden Entzündungen der Hornhaut und andere Hornhautschäden, weshalb besonders bei vorbestehenden Augenerkrankungen auf entsprechende Beschwerden geachtet wird. Am Herzen sind unter den fluorierten Pyrimidinen als Gruppe Rhythmusstörungen einschließlich Kammerflimmern, Angina pectoris, Herzinfarkt, Herzschwäche und Erkrankungen des Herzmuskels beobachtet worden; bei Erkrankungen der Herzkranzgefäße in der Vorgeschichte treten sie häufiger auf. Schwankungen des Kalziumspiegels im Blut nach oben wie nach unten sind ebenfalls berichtet worden.
Leidet der Patient unter einer Überempfindlichkeit gegen Capecitabin oder 5-FU, darf keine Behandlung mit dem Krebsmittel erfolgen. Dies ist auch dann der Fall, wenn ein vollständiger Mangel an dem Enzym Dihydropyrimidin-Dehydrogenase (DPD) vorliegt, das 5-Fluoruracil im Körper abbaut. Vor Beginn der Behandlung wird deshalb empfohlen, auf einen solchen Mangel zu untersuchen; liegt er nur teilweise vor, kommt eine verringerte Anfangsdosis in Betracht. Als weitere Gegenanzeigen gelten ausgeprägte Nieren- und Leberfunktionsstörungen sowie eine verringerte Anzahl an Blutzellen wie Thrombozyten und Leukozyten. Bei schweren Herzerkrankungen wie einer Herzmuskelschwäche oder Herzrhythmusstörungen, bei Diabetes mellitus oder Erkrankungen des Nervensystems muss der Arzt Risiko und Nutzen sorgfältig gegeneinander abwägen.
Keinesfalls zur Anwendung gelangen darf Capecitabin während der Schwangerschaft und Stillzeit. So drohen dem Kind dadurch schwere Schädigungen. Grundsätzlich ist der Wirkstoff zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht geeignet.
Zu beachten sind zudem Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln. Zum Beispiel muss eine gleichzeitige Therapie von Capecitabin und Herpesmitteln vom Brivudin-Typ unterbleiben. Diese Kombination ist eine ausdrückliche Gegenanzeige: Brivudin blockiert genau das Enzym, das 5-Fluoruracil abbaut, sodass sich der Wirkstoff im Körper anreichert; Todesfälle infolge dieser Wechselwirkung sind berichtet worden. Nach dem Ende einer Brivudin-Behandlung müssen deshalb mindestens vier Wochen vergehen, bevor eine Therapie mit Capecitabin beginnen darf. In der umgekehrten Richtung ist der Abstand erheblich kürzer: Eine Behandlung mit Brivudin kann nach den Angaben der Fachinformation 24 Stunden nach der letzten Capecitabin-Dosis begonnen werden. Wird Brivudin versehentlich während einer laufenden Capecitabin-Behandlung gegeben, sieht die Fachinformation die sofortige Aufnahme in ein Krankenhaus vor, dazu Maßnahmen gegen Infektionen und gegen einen Flüssigkeitsmangel. Zu beachten ist ferner eine gleichzeitige Behandlung mit Phenytoin, einem Medikament gegen Epilepsie. So droht durch dessen Anwendung möglicherweise eine Phenytoinvergiftung.
Werden gleichzeitig blutgerinnungshemmende Mittel wie Phenprocoumon oder Warfarin eingenommen, hat dies eine Veränderung der Bluteigenschaften zur Folge. Dadurch sind wiederum Komplikationen wie Nasenbluten, Blut im Urin oder im Stuhl sowie das Erbrechen von Blut denkbar. Die Gerinnungswerte werden deshalb während der gesamten Behandlung engmaschig kontrolliert und die Dosis des Gerinnungshemmers entsprechend angepasst. Solche Blutungen können noch Monate nach dem Beginn der Capecitabin-Therapie einsetzen.
Alternative Behandlungsmethoden
Die nächste Entsprechung zu Capecitabin ist der Wirkstoff, in den es im Körper umgewandelt wird: 5-Fluorouracil. Dieses wird über eine Vene gegeben, in der Zulassungsstudie zum Kolonkarzinom zusammen mit Folinsäure. Genau dieser Vergleich liegt der Zulassung von Capecitabin für die Behandlung nach der Operation eines Kolonkarzinoms zugrunde, und die Tablettenbehandlung schnitt dabei hinsichtlich des krankheitsfreien Überlebens mindestens gleichwertig ab. Wo eine Behandlung in Tablettenform nicht infrage kommt, bleibt der Weg über die Vene.
Bei den Krankheiten, für die Capecitabin zugelassen ist, steht der Wirkstoff selten allein. Beim fortgeschrittenen Magenkarzinom wird er mit einem platinhaltigen Wirkstoff kombiniert, beim lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Mammakarzinom mit dem Taxan Docetaxel. Beim Darmkrebs sind Kombinationen mit Oxaliplatin und mit Bevacizumab untersucht worden; die Aufnahme von Capecitabin und seinen Abbauprodukten veränderte sich dadurch nicht in klinisch bedeutsamem Ausmaß. Welche Zusammenstellung im Einzelfall gewählt wird, hängt von Art und Ausbreitung der Krankheit, von Vorbehandlungen und von Begleiterkrankungen ab.
Kommt Capecitabin wegen einer Gegenanzeige nicht infrage, richtet sich die Auswahl nach deren Grund. Bei einem vollständigen Mangel an Dihydropyrimidin-Dehydrogenase hilft ein Wechsel auf 5-Fluorouracil nicht weiter: Das Enzym baut die Fluoropyrimidine als Gruppe ab, und die Fachinformation nennt Capecitabin, 5-Fluorouracil und Tegafur in diesem Zusammenhang nebeneinander. In einer solchen Lage kommen Wirkstoffe mit einem anderen Angriffspunkt in Betracht. Liegt der Grund dagegen in einer schweren Nierenfunktionsstörung, fällt die Wahl auf einen Wirkstoff, der unter dieser Bedingung angewendet werden darf. Die Entscheidung liegt bei der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt und richtet sich nach den erhobenen Befunden.
Quellen
- Schmoll, H.-J. (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie.
ISBN: 9783662607473
- Engelhardt, M., Mertelsmann, R., Duyster, J. (Hrsg.): Das Blaue Buch – Chemotherapie-Manual Hämatologie und Onkologie.
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- Eucker, J., Scholz, C. W. (Hrsg.): Facharztwissen Hämatologie Onkologie.
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- Berger, D. P., Engelhardt, M., Duyster, J.: Das Rote Buch – Hämatologie und Internistische Onkologie.
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- Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., Hofmann, F. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
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