Flucytosin

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 11. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Als Flucytosin wird ein Pyrimidin-Antimykotikum bezeichnet. Der Arzneistoff dient zur Therapie von Pilzerkrankungen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Flucytosin?

Flucytosin
Flucytosin eignet sich zur Therapie von Pilzerkrankungen bei Erwachsenen, Kindern und Babys. Dabei werden Pilzgattungen wie Kryptokokken und Candida sowie Pilze, die eine Chromoblastomykose verursachen, bekämpft.
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In der Medizin ist Flucytosin auch als 5-Fluorcytosin, 5-FC oder Flucytosinum bekannt. Gemeint ist damit eine heterocyclische organische Verbindung, die über ein Pyrimidingrundgerüst verfügt. Der Wirkstoff gilt als Derivat der Nukleinbase Cytosin. Als systemisches Antimykotikum kommt Flucytosin bei unterschiedlichen Pilzerkrankungen (Mykosen) unter dem Handelsnamen Ancotil® zum Einsatz.

Flucytosin gilt als sogenanntes Prodrug. Darunter wird ein wenig aktiver Arzneistoff verstanden, der sich im Rahmen der Metabolisierung (Verstoffwechselung) zu einem aktiven Wirkstoff entwickelt.

Pharmakologische Wirkung

Flucytosin weist eine chemische Verwandtschaft der heterocyclischen organischen Verbindung Pyrimidin auf. Das Pyrimidin bildet die Grundlage für Bausteine aus dem Erbgut (DNS) sowie der transportierenden Substanz (RNS), die Anteil an der Herstellung von Eiweißen (Proteinen) hat.

Die Aufnahme von Flucytosin in Pilze erfolgt durch ein spezielles Enzym. Im weiteren Verlauf kommt es zur Umwandlung des Wirkstoffes in 5-Fluoruracil, das in die Zell-RNS eingebaut wird. An dieser Stelle kann der Stoff seine Wirkung als „falscher Baustein“ entfalten und sorgt dafür, dass die Herstellung von Eiweiß in den Pilzen fehlerhaft abläuft. Des Weiteren ist das Antimykotikum für das Hemmen der Erbgut-Herstellung verantwortlich.

Eine wachstumshemmende und abtötende Wirkung erzielt Flucytosin bei Hefepilzinfektionen wie der Kryptokokkose sowie bei der Chromomykose. Bei Aspergillus-Pilzen ist der Wirkeffekt auf das Hemmen des Pilzwachstums beschränkt.

Prinzipiell kann Flucytosin nur in den Zellen von Pilzen wirken. Bei Menschen und Säugetieren fehlt hingegen ein Enzym, das den Wirkstoff in die Körperzellen weiterleitet. Die Halbwertszeit von Flucytosin beträgt drei bis fünf Stunden. Das Ausscheiden des Antipilzmittels aus dem Körper geschieht zu 90 Prozent über die Nieren.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Flucytosin eignet sich zur Therapie von Pilzerkrankungen bei Erwachsenen, Kindern und Babys. Dabei werden Pilzgattungen wie Kryptokokken und Candida sowie Pilze, die eine Chromoblastomykose verursachen, bekämpft.

Häufigste Anwendungsgebiete des Antimykotikums sind Systemcandidosen, bei denen der gesamte Körper, die Harnwege und das Blut von Pilzen befallen werden, wobei es zu streuenden Infektionen kommt. Die Hefepilze dringen von außen in den Organismus der betroffenen Person ein. Besondere Gefahr besteht für Risikopatienten, deren Abwehrsystem geschwächt ist. Im schlimmsten Fall nimmt die Pilzinfektion sogar einen tödlichen Ausgang.

Weitere Indikationen von Flucytosin stellen eine Gehirnhautentzündung, die durch Kryptokokken entsteht (Kryptokokken-Meningitis), sowie eine Aspergillose dar. Allein gegeben wird Flucytosin in der Regel nicht; bei Systemcandidosen und bei Kryptokokkosen verabreichen die Ärzte das Antipilzmittel gemeinsam mit dem Mittel Amphotericin B. Auf diese Weise lässt sich eine Resistenz der Krankheitserreger gegen den Wirkstoff vermeiden. Leidet der Patient unter einer Kryptokokken-Meningitis und reagiert unverträglich auf Amphotericin B, kann alternativ eine Kombination mit Fluconazol stattfinden.

Verabreicht wird Flucytosin entweder als Infusionslösung oder oral. Die empfohlene Menge des Wirkstoffs richtet sich nach dem Körpergewicht und wird auf vier Einzelgaben über den Tag verteilt. Die Verträglichkeit des Antimykotikums wird als gut eingestuft.

Anwendungsgebiet und Zulassungsrahmen

Die amerikanische Produktinformation zu Flucytosin-Kapseln fasst das Anwendungsgebiet eng: Der Wirkstoff ist dort allein zur Behandlung schwerer Infektionen durch empfindliche Stämme von Candida und Kryptokokken vorgesehen. Genannt werden für Candida die Blutvergiftung, die Entzündung der Herzinnenhaut und Infektionen der Harnwege; die Erfahrungen bei Lungeninfektionen sind begrenzt. Für Kryptokokken sind die Gehirnhautentzündung und die Lungeninfektion als wirksam behandelbar aufgeführt.

Die Fachinformation verlangt in derselben Rubrik ausdrücklich die Kombination mit Amphotericin B bei der Systemcandidose und bei der Kryptokokkose, und sie nennt dafür einen einzigen Grund: das Auftreten von Widerstandsfähigkeit gegen Flucytosin. Die Kombination ist damit keine bloße Gepflogenheit, sondern Bestandteil des Zulassungstextes.

Vorangestellt ist der Fachinformation ein hervorgehobener Warnhinweis. Er verlangt äußerste Vorsicht bei eingeschränkter Nierenfunktion und eine engmaschige Überwachung des Blutbilds sowie der Nieren- und Leberwerte bei jedem Behandelten.

Wirkmechanismus im Einzelnen

Der Weg des Wirkstoffs in die Pilzzelle führt über ein Transportsystem, das die Pilzzelle für den natürlichen Baustein Cytosin unterhält. Innerhalb der Zelle wandelt ein weiteres Pilzenzym, die Cytosindesaminase, Flucytosin rasch in 5-Fluoruracil um.

Aus diesem entstehen mehrere wirksame Abbaustoffe, und sie greifen an zwei verschiedenen Stellen an. Der eine Weg führt über den falschen Einbau in die RNS des Pilzes, sodass die Herstellung der Eiweiße fehlerhaft abläuft. Der andere Weg führt über die Hemmung eines Enzyms, das für die Bereitstellung eines DNS-Bausteins zuständig ist; dadurch kommt die Herstellung des Erbguts ins Stocken.

Der entscheidende Umwandlungsschritt hängt damit an einem Enzym der Pilzzelle. Beim Menschen entsteht gleichwohl ein kleiner Anteil 5-Fluoruracil, und zwar nach der Fachinformation wahrscheinlich durch Bakterien im Darm. Genau dieser Anteil erklärt sowohl die Gefahr bei einem Mangel des abbauenden Enzyms als auch die Wechselwirkungen mit Arzneimitteln, die diesen Abbau blockieren.

Verteilung und Ausscheidung im Körper

Flucytosin wird nach dem Schlucken rasch und nahezu vollständig aufgenommen; ein nennenswerter Umbau in der Leber findet dabei nicht statt. Im Blut ist der Wirkstoff nur zu einem sehr geringen Teil an Eiweiße gebunden, sodass er weitgehend frei verfügbar bleibt.

Besonders bedeutsam für die Anwendung ist, dass Flucytosin die Blut-Hirn-Schranke leicht überwindet und in der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit Konzentrationen erreicht, die für die Behandlung ausreichen. Daraus erklärt sich der Stellenwert des Wirkstoffs bei der durch Kryptokokken verursachten Gehirnhautentzündung.

Die Ausscheidung erfolgt über die Nierenkörperchen, ohne dass der Wirkstoff in den Nierenkanälchen nennenswert zurückgeholt wird. Bei eingeschränkter Nierenfunktion verlängert sich die Verweildauer im Körper erheblich; bei Menschen ohne eigene Nierenleistung liegt sie um ein Vielfaches über dem Wert bei gesunden Nieren. Die Ausscheidungsgeschwindigkeit hängt dabei geradlinig von der Nierenleistung ab, was eine Anpassung der verabreichten Menge und eine Kontrolle des Wirkstoffspiegels im Blut möglich macht.


Risiken & Nebenwirkungen

Durch die Einnahme von Flucytosin ist das Auftreten von Nebenwirkungen möglich, die jedoch nicht automatisch bei jedem Patienten vorkommen. Am häufigsten zeigen sich Veränderungen des Blutbilds wie ein Mangel an weißen Blutkörperchen, Blutplättchen und Granulozyten, eine Blutarmut (Anämie), Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, ein zeitweiliger Anstieg der Leberwerte sowie Funktionsstörungen der Leber.

Zudem sind Kopfschmerzen, Schwindelanfälle, Schwächegefühle, Mundtrockenheit, Müdigkeit, Benommenheit, Atemprobleme, Schmerzen in der Brust, Bauchschmerzen, Nesselsucht, Hautausschlag, Juckreiz, Fieber, Konzentrationsprobleme oder Verwirrtheit denkbar.

In seltenen Fällen treten ein Lyell-Syndrom, Bewegungsstörungen, Krämpfe, Psychosen, Gehörverlust und Halluzinationen auf. Sogar ein lebensgefährliches Absterben der Leberzellen ist im Bereich des Möglichen.

Eine Verabreichung von Flucytosin darf nicht stattfinden, wenn der Patient unter einer Überempfindlichkeit gegen das Antimykotikum leidet. Gleiches gilt, wenn der Erkrankte sich zur gleichen Zeit einer Therapie mit bestimmten virenhemmenden Mitteln unterzieht, die den Abbau des aus Flucytosin entstehenden 5-Fluoruracils hemmen, sodass sich dieses im Körper anreichert und Vergiftungen drohen. Zu diesen Medikamenten zählen Sorivudin und Brivudin. Bei den ebenfalls virenhemmenden Wirkstoffen Ganciclovir und Valganciclovir liegt der Grund für die Zurückhaltung dagegen nicht in der Verstoffwechselung: Diese Wirkstoffe schädigen wie Flucytosin selbst die Blutbildung, sodass sich dieser Effekt bei gleichzeitiger Gabe verstärkt und eine gemeinsame Anwendung nur nach ärztlicher Abwägung von Nutzen und Risiko erfolgt.

Eine gründliche Abwägung von Risiko und Nutzen durch den Arzt muss bei Patienten erfolgen, die mit Immunsuppressiva oder Zytostatika behandelt werden, unter Störungen der Leber- oder Nierenfunktion leiden oder bei denen ein Mangel des Enzyms Dihydropyrimidindehydrogenase besteht. Aufgrund des Enzymmangels lässt sich das Flucytosin nicht richtig abbauen. Ein vollständiger Mangel dieses Enzyms schließt eine Behandlung mit Flucytosin dagegen aus.

Durch den teilweisen Abbau von Flucytosin in 5-Fluoruracil sind Veränderungen des menschlichen Erbguts möglich, in deren Folge Missbildungen entstehen können. Aus diesem Grund müssen gebärfähige Frauen während der Behandlung eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden. Schutzmaßnahmen gelten auch für Männer, die mit dem Antimykotikum behandelt werden. In der Schwangerschaft darf Flucytosin keinesfalls zum Einsatz gelangen, da es die Plazenta durchdringen und das ungeborene Kind schädigen oder sogar töten kann. Auch von einer Darreichung während der Stillzeit wird abgeraten.

Durch die gleichzeitige Darreichung von Flucytosin und bestimmten anderen Arzneimitteln ergeben sich mitunter Wechselwirkungen. Dies gilt besonders für Stoffe, die sich negativ auf die Filtrationseigenschaften der Niere auswirken können. In diesem Fall muss der Arzt die Nierenfunktionen gut überwachen.

Eine Abschwächung des Wirkungseffekts des Antipilzmittels wird dem Zytostatikum Cytarabin zugeschrieben. Grundsätzlich kann es durch eine gleichzeitige Gabe von Flucytosin und Zytostatika zu einem Mangel an Blutplättchen (Thrombozyten) und weißen Blutkörperchen (Leukozyten) kommen.

Überwachung während der Behandlung

Vor Beginn der Behandlung werden die Salze des Blutes bestimmt, weil ein Kaliummangel auftreten kann, dazu das Blutbild und die Nierenwerte. Während der Behandlung werden die Zahl der weißen Blutkörperchen und der Blutplättchen sowie die Leberwerte in kurzen Abständen kontrolliert.

Weil eine eingeschränkte Nierenfunktion zu einer fortschreitenden Anreicherung des Wirkstoffs führt, werden bei diesen Patienten zusätzlich die Wirkstoffspiegel im Blut gemessen. Anhand dieser Messung lässt sich beurteilen, ob die Ausscheidung ausreicht, und die verabreichte Menge entsprechend anpassen.

Die Fachinformation weist darauf hin, dass die Schädigung des Knochenmarks bleibend sein und bei Menschen mit unterdrückter Abwehr zum Tode führen kann. Besonders gefährdet sind Behandelte mit einer Erkrankung des Blutes, unter einer Strahlentherapie oder unter knochenmarkschädigenden Arzneimitteln sowie solche, die eine derartige Behandlung früher erhalten haben.

Die Wechselwirkung mit Brivudin und Sorivudin

Wie gefährlich diese Wechselwirkung ist, zeigt die deutsche Fachinformation des Brivudin-Präparats von der anderen Seite her. Sie führt eine Behandlung mit Flucytosin ausdrücklich als Gegenanzeige für Brivudin auf und begründet das damit, dass Flucytosin ein Vorläuferstoff des 5-Fluoruracils ist.

Der Mechanismus ist dort ebenfalls beschrieben: Der Hauptabbaustoff des Brivudins, das Bromvinyluracil, hemmt die Dihydropyrimidindehydrogenase unwiderruflich. Das ist genau jenes Enzym, das 5-Fluoruracil abbaut. Fällt es aus, reichert sich der Stoff im Körper an.

Die Fachinformation bezeichnet diese Wechselwirkung als möglicherweise tödlich und hält fest, dass Todesfälle berichtet worden sind. Zwischen dem Ende einer Brivudin-Behandlung und dem Beginn einer Behandlung mit Flucytosin ist deshalb ein Sicherheitsabstand einzuhalten, den die Fachinformation ausdrücklich vorgibt. Ist Brivudin versehentlich gegeben worden, werden alle beteiligten Arzneimittel abgesetzt und Maßnahmen gegen die Vergiftung eingeleitet.

Überdosierung

Absichtliche Überdosierungen sind nicht beschrieben. Zu erwarten sind verstärkte Beschwerden der bekannten Art, vor allem Durchfall, Übelkeit und Erbrechen, ein Mangel an weißen Blutkörperchen und an Blutplättchen sowie eine Entzündung der Leber.

Als Maßnahmen nennt die Fachinformation eine rasche Magenspülung oder die Auslösung von Erbrechen sowie eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, notfalls über die Vene, weil der Wirkstoff unverändert über die Nieren ausgeschieden wird. Das Blutbild sowie Leber- und Nierenwerte werden häufig überprüft. Da eine Blutwäsche die Spiegel bei Menschen ohne eigene Nierenleistung rasch senkt, kommt sie bei einer Überdosierung in Betracht.

Stellung im heutigen Behandlungsablauf

Flucytosin ist kein Mittel für die einfache Pilzerkrankung der Haut oder der Schleimhäute, sondern für schwere, den ganzen Körper betreffende Infektionen. Bei der Systemcandidose und bei der Kryptokokkose wird es nach der Fachinformation nicht allein gegeben, weil die Erreger sonst rasch unempfindlich werden.

Der wichtigste Partner ist Amphotericin B. Beide Wirkstoffe greifen an verschiedenen Stellen an: Amphotericin B an der Zellmembran des Pilzes, Flucytosin im Inneren der Zelle an der Herstellung von Erbgut und Eiweißen. Verträgt ein Patient mit einer durch Kryptokokken verursachten Gehirnhautentzündung Amphotericin B nicht, kommt stattdessen die Kombination mit Fluconazol in Betracht.

Die gute Gängigkeit in die Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit und die Möglichkeit, den Wirkstoffspiegel im Blut zu messen, machen Flucytosin gerade für die Behandlung der Kryptokokken-Meningitis zu einem schwer ersetzbaren Baustein. Dem stehen die Schädigung der Blutbildung und die enge Bindung an die Nierenleistung gegenüber, die eine sorgfältige Überwachung erfordern.

Anwendung bei Kindern und in der Schwangerschaft

Für Kinder ist die Behandlung nicht systematisch untersucht worden. Berichtet ist die Anwendung bei einer kleinen Zahl von Neugeborenen mit einer den ganzen Körper betreffenden Candida-Infektion, teils zusammen mit Amphotericin B. Unerwartete Beschwerden traten dabei nicht auf; beobachtet wurden ein Kaliummangel mit Übersäuerung des Blutes, eine Blutarmut und ein vorübergehender Mangel an Blutplättchen. Die Wirkstoffspiegel im Blut schwankten von Kind zu Kind erheblich, ohne dass sich das mit dem Reifealter erklären ließ; eine Messung der Spiegel während der Behandlung ist deshalb angezeigt.

In Tierversuchen erwies sich Flucytosin bei Ratten als fruchtschädigend; bei höheren Mengen traten Spaltbildungen im Gesicht und eine Unterentwicklung des Unterkiefers auf. Bei Kaninchen zeigte sich keine solche Wirkung, bei Mäusen nur in geringem und statistisch nicht bedeutsamem Umfang. Untersuchungen an trächtigen Ratten belegen, dass der Wirkstoff die Plazenta überwindet. Aussagekräftige Untersuchungen an schwangeren Frauen fehlen.

Ob Flucytosin in die Muttermilch übergeht, ist nicht bekannt. Wegen der möglichen schweren Beschwerden beim gestillten Kind ist zu entscheiden, ob auf das Stillen oder auf das Arzneimittel verzichtet wird.

Widerstandsfähigkeit der Erreger

Der Grund für die vorgeschriebene Kombination mit Amphotericin B ist die Widerstandsfähigkeit, die Pilze gegen Flucytosin entwickeln können. Sie ist nach der Fachinformation der ausdrückliche Anlass dafür, den Wirkstoff bei der Systemcandidose und bei der Kryptokokkose nicht allein zu geben.

Die Widerstandsfähigkeit hat mit dem Wirkmechanismus zu tun: Fällt eines der beteiligten Pilzenzyme aus, gelangt der Wirkstoff entweder nicht mehr in die Zelle oder wird dort nicht mehr in seine wirksame Form umgewandelt. Ein zweiter Wirkstoff, der an anderer Stelle angreift, verhindert, dass sich solche unempfindlichen Pilzstämme unter der Behandlung durchsetzen. Vor Beginn einer Behandlung wird deshalb geprüft, ob der nachgewiesene Erreger überhaupt empfindlich ist.

Quellen

  • Brodt, H.-R. (Hrsg.): Infektionstherapie.
    ISBN: 9783132423435
  • Jung, N., Rieg, S., Lehmann, C. (Hrsg.): Klinikleitfaden Infektiologie.
    ISBN: 9783437223228
  • Suerbaum, S., Burchard, G. D., Kaufmann, S. H. E., Schulz, T. F. (Hrsg.): Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie.
    ISBN: 9783662613849
  • Geisslinger, G., Gudermann, T., Hinz, B., et al.: Mutschler Arzneimittelwirkungen.
    ISBN: 9783804746541
  • Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., Hofmann, F. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
    ISBN: 9783437426223

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