Nimodipin

Medizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 13. November 2021
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Als Nimodipin wird ein Arzneistoff bezeichnet. Das Mittel gehört zu den Kalziumkanalblockern.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Nimodipin?

Nimodipin ist ein Kalziumkanalblocker, er kommt vor allem im Alter zur Behandlung von hirnorganisch bedingten Leistungsstörungen wie Demenz zum Einsatz.

Nimodipin ist ein Kalziumkanalblocker, der vor allem im Alter zur Behandlung von hirnorganisch bedingten Leistungsstörungen wie Demenz zum Einsatz kommt. Nimodipin entstammt der Gruppe der 1,4-Dihydropiridine. Weil der Wirkstoff über eine gute Liquorgängigkeit verfügt, findet sein Einsatz bevorzugt in der Neurochirurgie sowie der Neurologie statt.

Die Blockade der Kalziumkanäle durch Nimodipin sorgt für einen entspannenden Effekt auf die Gefäßmuskeln. Dies trifft besonders auf das Gehirn zu.

Pharmakologische Wirkung

Die Wirkung von Nimodipin beruht auf der Blockade von speziellen Kalziumkanälen innerhalb des zentralen Nervensystems (ZNS). Dabei wird der positive Effekt des Arzneistoffes in erster Linie an den Blutgefäßen des Gehirns entfaltet. So eignet sich das Mittel zur Therapie von vasospastischen Durchblutungsstörungen des Gehirns.

Die Blockade erfolgt an den spannungsabhängigen Kalziumkanälen des L-Typs. Dies hat das Bremsen des Kalziumeinstroms in die glatten Muskelzellen zur Folge. Dadurch verringert sich wiederum der Muskeltonus. Der reduzierte Muskeltonus sorgt auch für die Zielwirkung des Nimodipins, das Erweitern des Gefäßes.

Seine Wirkung entfaltet Nimodipin recht schnell. So kann der Arzneistoff die Blut-Hirn-Schranke wegen seiner hohen Fettlöslichkeit gut durchdringen. Die Aufnahme des Nimodipins erfolgt beinahe komplett im Dünndarm. Auch der Abbau des Mittels geht schnell voran. So werden 50 Prozent des Wirkstoffes nach 60 bis 120 Minuten wieder aus dem Körper ausgeschieden.

Nicht selten gelangt Nimodipin deswegen in Form eines Retardstoffes zur Anwendung. Retardmittel verfügen über die Eigenschaft, den Wirkstoff allmählich über einen längeren Zeitabstand in den Organismus abzugeben. Auf diese Weise lässt sich eine kontinuierliche Abgabe des Nimodipins erreichen, sodass im Blut stets genug von dem Arzneimittel vorhanden ist.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Verabreicht wird Nimodipin zur Behandlung von Demenzerkrankungen. In Form einer Infusion lässt sich das Mittel auch anwenden, um Durchblutungsstörungen, die im Anschluss an zerebrale Vasospasmen (Gefäßkrämpfe im Gehirn) auftreten, zu behandeln oder vorzubeugen. Mit diesem Verfahren lässt sich die Durchblutung des Gehirns sicherstellen.

Ausgelöst werden Gehirnverkrampfungen mitunter durch Hämoglobin-Abbauprodukte oder den Neurotransmitter Serotonin. Darüber hinaus eignet sich Nimodipin bei altersbedingten Hirnleistungsstörungen.

Die Einnahme von Nimodipin erfolgt oral in Form von Lacktabletten oder Infusionen. Die orale Bioverfügbarkeit beträgt ungefähr 16 Prozent. Das Ausscheiden des Arzneistoffes findet größtenteils über den Urin statt.


Risiken & Nebenwirkungen

Durch die Darreichung von Nimodipin sind unerwünschte Nebeneffekte im Bereich des Möglichen. Diese treten jedoch nicht bei jedem Menschen auf, da es größere individuelle Unterschiede bei der Einnahme von Medikamenten gibt.

In den meisten Fällen leiden die betroffenen Personen unter Kopfschmerzen, Wärmegefühlen, Hautrötungen, Müdigkeit, Schwindelgefühlen, Herzrasen, Angina-pectoris-Anfällen, Empfindungsstörungen, Ödemen (Wasseransammlungen) an den Beinen und Knöcheln sowie Schwellungen der Unterschenkel.

In manchen Fällen kann es außerdem zu entzündeten Venen, Magen-Darm-Problemen, Übelkeit, einem abgesenkten Blutdruck, Störungen der Nierenfunktion sowie zu einem Herzinfarkt kommen. Unmittelbar nach der Verabreichung des Nimodipins zeigen sich mitunter Störungen der Leberfunktion, Schweißausbrüche und Unterbrechungen des Herzschlags (Extrasystolen).

Unter bestimmten Voraussetzungen darf Nimodipin nicht zum Einsatz kommen. Dazu gehört eine Überempfindlichkeit des Patienten gegen den Arzneistoff oder andere Kalziumkanalblocker, die mit Nimodipin verwandt sind. Ebenfalls nicht sinnvoll ist die Einnahme des Mittels bei erhöhtem Hirndruck, einem generalisiertem Hirnödem sowie Einschränkungen der Leberfunktion. Abgeraten wird die Anwendung des Kalziumkanalblockers außerdem, wenn sich der Patient im Vorfeld einer längeren Behandlung mit Antiepileptika wie Phenytoin, Phenobarbital oder Carbamazepin unterzogen hat.

Nicht verabreicht werden darf Nimodipin zudem während der Schwangerschaft und in der Stillzeit. Sonst kann der Wirkstoff in die Muttermilch übergehen. Auch von einer Anwendung des Mittels bei Kindern ist abzusehen. Als Grund dafür gilt die unzureichende Forschungslage über Nimodipin bei Kindern.

Durch den Einsatz von Nimodipin sind auch Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln möglich. Zum Beispiel wird die blutdrucksenkende Wirkung des Kalziumkanalblockers durch Mittel, die eine blutdrucksenkende Wirkung haben, verstärkt. Dazu zählen trizyklische Antidepressiva, Vasodilatatoren, Diuretika (Entwässerungsmittel) und Antihypertensiva.

Kommt es zu einer Kombination von Nimodipin und Diltiazem, führt dies nicht selten zu unangenehmen Nebenwirkungen. Die Einnahme von Betablockern wie Propranolol kann eine verstärkte Absenkung des Blutdrucks nach sich ziehen. Infolgedessen droht mitunter sogar eine Herzschwäche.

Nimodipin darf außerdem nicht gemeinsam mit Grapefruitsaft verabreicht werden. So behindert der Saft den Abbau des Wirkstoffes. Außerdem erhöht sich der blutdrucksenkende Effekt des Kalziumkanalblockers.

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