Nimodipin

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 17. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Als Nimodipin wird ein Arzneistoff bezeichnet. Das Mittel gehört zu den Kalziumkanalblockern.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Nimodipin?

Nimodipin
Nimodipin ist ein Kalziumkanalblocker, er kommt vor allem im Alter zur Behandlung von hirnorganisch bedingten Leistungsstörungen mit Gedächtnis-, Antriebs- und Konzentrationsstörungen zum Einsatz.

Nimodipin ist ein Kalziumkanalblocker, der vor allem im Alter zur Behandlung von hirnorganisch bedingten Leistungsstörungen mit Gedächtnis-, Antriebs- und Konzentrationsstörungen zum Einsatz kommt. Nimodipin entstammt der Gruppe der 1,4-Dihydropyridine. Weil der Wirkstoff über eine gute Liquorgängigkeit verfügt, findet sein Einsatz bevorzugt in der Neurochirurgie sowie der Neurologie statt.

Die Blockade der Kalziumkanäle durch Nimodipin sorgt für einen entspannenden Effekt auf die Gefäßmuskeln. Dies trifft besonders auf das Gehirn zu.

Die zugelassene Formulierung des Anwendungsgebiets ist enger gefasst als der umgangssprachliche Begriff der Demenz. Die deutsche Gebrauchsinformation spricht von der Behandlung hirnorganisch bedingter Leistungsstörungen im Alter mit deutlichen Beschwerden wie Gedächtnis-, Antriebs- und Konzentrationsstörungen sowie Stimmungsschwankungen. Sie verlangt außerdem, vor Beginn der Behandlung zu klären, ob die Beschwerden nicht auf einer Grunderkrankung beruhen, die eigens behandelt werden muss. Eingeordnet wird Nimodipin dort zugleich als Kalziumkanalblocker, als Mittel gegen Leistungsabbau im Alter und als Zerebraltherapeutikum. Beschrieben wird es dort als Arzneimittel, das auf die Funktionsfähigkeit der Nervenzellen einwirkt und den Folgen von Gefäßverkrampfungen nach einer Gehirnblutung entgegenwirkt.

Pharmakologische Wirkung

Die Wirkung von Nimodipin beruht auf der Blockade von speziellen Kalziumkanälen innerhalb des zentralen Nervensystems (ZNS). Dabei wird der positive Effekt des Arzneistoffes in erster Linie an den Blutgefäßen des Gehirns entfaltet. So eignet sich das Mittel zur Therapie von vasospastischen Durchblutungsstörungen des Gehirns.

Die Blockade erfolgt an den spannungsabhängigen Kalziumkanälen des L-Typs. Dies hat das Bremsen des Kalziumeinstroms in die glatten Muskelzellen zur Folge. Dadurch verringert sich wiederum der Muskeltonus. Der reduzierte Muskeltonus sorgt auch für die Zielwirkung des Nimodipins, das Erweitern des Gefäßes.

Seine Wirkung entfaltet Nimodipin recht schnell. So kann der Arzneistoff die Blut-Hirn-Schranke wegen seiner hohen Fettlöslichkeit gut durchdringen. Die Aufnahme des Nimodipins erfolgt beinahe komplett im Dünndarm. Auch der Abbau des Mittels geht schnell voran. So sind 50 Prozent des Wirkstoffes nach 60 bis 120 Minuten bereits abgebaut.

Eine verzögerte Freisetzung des Wirkstoffs ist für die Filmtabletten nicht vorgesehen. Ein gleichmäßiger Wirkstoffspiegel wird stattdessen über kurze, gleich bleibende Einnahmeabstände erreicht: Die Filmtabletten werden über den Tag verteilt eingenommen, ohne den vorgesehenen Abstand zu unterschreiten.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Verabreicht wird Nimodipin zur Behandlung hirnorganisch bedingter Leistungsstörungen im Alter. In Form einer Infusion lässt sich das Mittel auch anwenden, um Durchblutungsstörungen, die im Anschluss an zerebrale Vasospasmen (Gefäßkrämpfe im Gehirn) auftreten, zu behandeln oder vorzubeugen. Mit diesem Verfahren lässt sich die Durchblutung des Gehirns sicherstellen.

Ausgelöst werden Gehirnverkrampfungen mitunter durch Hämoglobin-Abbauprodukte oder den Neurotransmitter Serotonin. Bei diesen altersbedingten Hirnleistungsstörungen stehen Gedächtnis-, Antriebs- und Konzentrationsstörungen sowie Stimmungsschwankungen im Vordergrund.

Die Anwendung von Nimodipin erfolgt oral in Form von Filmtabletten oder intravenös als Infusion. Wegen der starken Verstoffwechselung bei der ersten Leberpassage ist die orale Bioverfügbarkeit gering. Das Ausscheiden der Abbauprodukte findet zum größeren Teil über den Urin, daneben über die Galle statt.

Für das zweite Anwendungsgebiet lautet die zugelassene Formulierung „Vorbeugung und Behandlung ischämischer neurologischer Defizite infolge zerebraler Vasospasmen nach aneurysmatisch bedingter Subarachnoidalblutung“. Gemeint ist damit der Schaden, der entsteht, wenn sich Hirngefäße nach einer Blutung verkrampfen und die dahinterliegenden Bezirke des Gehirns nicht mehr ausreichend durchblutet werden. Die Filmtabletten werden in diesem Fall erst im Anschluss an eine Behandlung mit einer Infusionslösung eingenommen. Die Filmtabletten enthalten je nach Präparat Lactose; bei einer bekannten Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern ist die Einnahme deshalb vorher mit dem Arzt zu besprechen. Wie lange behandelt wird, entscheidet der Arzt; bei den Leistungsstörungen im Alter ist nach mehrmonatiger Anwendung zu überprüfen, ob die Behandlung weiterhin angezeigt ist. Die Gebrauchsinformation betont, dass Nimodipin nur bei gleichmäßiger Einnahme sicher und ausreichend wirkt. Eine vergessene Einnahme wird deshalb nicht durch eine doppelte Menge ausgeglichen, sondern die Behandlung mit der verordneten Menge fortgesetzt; eine einmalig ausgelassene Einnahme verschlechtert den Zustand in der Regel nicht. Auch ein vorzeitiges Beenden der Behandlung gehört ärztlich besprochen.


Verabreichung & Dosierung

Nimodipin ist ein Kalziumkanalblocker, der unter anderem zur Vorbeugung und Behandlung von vasospastischen Durchblutungsstörungen nach einer Subarachnoidalblutung eingesetzt wird. Die richtige Verabreichung und Dosierung sind entscheidend, um eine wirksame Behandlung sicherzustellen und Nebenwirkungen zu minimieren.

Für die Filmtabletten nach einer Subarachnoidalblutung beträgt die Dosierung bei Erwachsenen in der Regel 60 mg alle vier Stunden, was einer Tagesdosis von 360 mg entspricht; bei den Leistungsstörungen im Alter fällt die Tagesdosis deutlich niedriger aus. Bei der Subarachnoidalblutung beginnt die Behandlung mit einer intravenösen Dauerinfusion; erst im Anschluss daran wird auf Filmtabletten umgestellt. Verabreicht wird die Infusion als kontinuierliche Dauerinfusion über eine Infusionspumpe, nicht als Bolusinjektion.

Die intravenöse Verabreichung beginnt mit einer Infusionsrate von 1 mg/h (entspricht 5 ml/h der gebräuchlichen Lösung), bei Patienten mit niedrigem Körpergewicht oder eingeschränkter Leberfunktion kann eine Reduktion notwendig sein. Bei Leberfunktionsstörungen, insbesondere bei Leberzirrhose, ist Vorsicht geboten, da das Risiko für Nebenwirkungen wie Blutdruckabfall und verlängerte Wirkungsdauer erhöht ist.

Nimodipin sollte nicht mit Grapefruitsaft eingenommen werden, da dieser den Abbau hemmt und zu erhöhten Wirkstoffspiegeln im Blut führen kann. Wechselwirkungen mit anderen Blutdrucksenkern sind ebenfalls zu beachten, da eine additive blutdrucksenkende Wirkung auftreten kann.

Risiken & Nebenwirkungen

Durch die Darreichung von Nimodipin sind unerwünschte Nebeneffekte im Bereich des Möglichen. Diese treten jedoch nicht bei jedem Menschen auf, da es größere individuelle Unterschiede bei der Einnahme von Medikamenten gibt.

Zu den beobachteten Nebenwirkungen zählen Kopfschmerzen, Wärmegefühle, Hautrötungen, Müdigkeit, Schwindelgefühle, Herzrasen, Empfindungsstörungen sowie Ödeme (Wasseransammlungen) an den Beinen und Knöcheln.

In manchen Fällen kann es außerdem zu entzündeten Venen, Magen-Darm-Problemen, Übelkeit, einem abgesenkten Blutdruck sowie zu Störungen der Nierenfunktion kommen. Bei Patienten mit instabiler Angina pectoris oder innerhalb der ersten vier Wochen nach einem Herzinfarkt ist der Nutzen sorgfältig gegen das Risiko einer verminderten Durchblutung der Herzkranzgefäße abzuwägen. Unmittelbar nach der Verabreichung des Nimodipins zeigen sich mitunter Störungen der Leberfunktion, Schweißausbrüche und Unterbrechungen des Herzschlags (Extrasystolen).

Unter bestimmten Voraussetzungen darf Nimodipin nicht zum Einsatz kommen. Dazu gehört eine Überempfindlichkeit des Patienten gegen den Arzneistoff oder andere Kalziumkanalblocker, die mit Nimodipin verwandt sind. Bei erhöhtem Hirndruck und einem generalisierten Hirnödem ist dagegen eine engmaschige Überwachung erforderlich. Bei einer schweren Einschränkung der Leberfunktion, etwa einer Leberzirrhose, darf Nimodipin nicht zur Behandlung von Hirnleistungsstörungen angewendet werden. Von der Anwendung des Kalziumkanalblockers ist außerdem abzuraten, wenn sich der Patient im Vorfeld einer längeren Behandlung mit Antiepileptika wie Phenytoin, Phenobarbital oder Carbamazepin unterzogen hat; die gleichzeitige Einnahme der Tabletten mit diesen Mitteln ist sogar eine Gegenanzeige.

Während der Schwangerschaft darf Nimodipin nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko angewendet werden. In der Stillzeit sollten Mütter nicht stillen, weil der Wirkstoff in die Muttermilch übergeht. Auch von einer Anwendung des Mittels bei Kindern ist abzusehen. Als Grund dafür gilt die unzureichende Forschungslage über Nimodipin bei Kindern.

Durch den Einsatz von Nimodipin sind auch Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln möglich. Zum Beispiel wird die blutdrucksenkende Wirkung des Kalziumkanalblockers durch Mittel, die eine blutdrucksenkende Wirkung haben, verstärkt. Dazu zählen trizyklische Antidepressiva, Vasodilatatoren, Diuretika (Entwässerungsmittel) und Antihypertensiva.

Wird Nimodipin mit Diltiazem kombiniert, kann sich die blutdrucksenkende Wirkung beider Mittel verstärken. Die Einnahme von Betablockern wie Propranolol kann eine verstärkte Absenkung des Blutdrucks nach sich ziehen. Infolgedessen droht mitunter sogar eine Herzschwäche.

Nimodipin darf außerdem nicht gemeinsam mit Grapefruitsaft verabreicht werden. So behindert der Saft den Abbau des Wirkstoffes. Außerdem erhöht sich der blutdrucksenkende Effekt des Kalziumkanalblockers.

Die Gebrauchsinformation ordnet den Nebenwirkungen Häufigkeiten zu, und zwar getrennt nach den beiden Anwendungsgebieten. Bei der Behandlung von Leistungsstörungen im Alter gelten ein Blutdruckabfall und eine Weitstellung der Blutgefäße als häufig, treten also bei bis zu einem von zehn Behandelten auf. Gelegentlich, also bei bis zu einem von hundert Behandelten, kommen eine allergische Reaktion mit Hautausschlag, Kopfschmerzen, Schwindel, eine gesteigerte Bewegungsaktivität, rhythmische Muskelzuckungen, Herzklopfen, eine Beschleunigung des Herzschlags, Ohnmacht, Wassereinlagerungen im Gewebe sowie Verstopfung, Durchfall und Blähungen vor.

Nach einer Subarachnoidalblutung sind die Häufigkeiten anders verteilt. Gelegentlich beobachtet wurden dort eine Verminderung der Blutplättchen, eine allergische Reaktion mit Hautausschlag, Kopfschmerzen, eine Beschleunigung des Herzschlags, ein Blutdruckabfall, eine Weitstellung der Blutgefäße und Übelkeit. Selten, also bei bis zu einem von tausend Behandelten, traten eine Verlangsamung des Herzschlags, ein Darmverschluss und ein vorübergehender Anstieg der Leberwerte auf. Für einen zu niedrigen Sauerstoffgehalt im Gewebe lässt sich aus den vorliegenden Daten keine Häufigkeit abschätzen.

Bei einer Überdosierung verstärken sich vor allem die bekannten Nebenwirkungen: Der Blutdruck fällt stärker ab, der Herzschlag wird schneller oder langsamer, dazu kommen Magen-Darm-Beschwerden und Übelkeit. Die Behandlung wird dann sofort unterbrochen; als erste Maßnahme kommt eine Magenspülung mit Kohlezusatz in Betracht, bei starkem Blutdruckabfall werden Dopamin oder Noradrenalin in die Vene gegeben. Ein spezifisches Gegenmittel ist nicht bekannt. Die weiteren Maßnahmen richten sich nach dem Schweregrad der Vergiftung und dem Zustand des Patienten.

Über die bereits genannten Punkte hinaus verlangt die Gebrauchsinformation für die Behandlung von Leistungsstörungen im Alter eine sorgfältige Abwägung und regelmäßige Kontrollen bei sehr alten Patienten, die zugleich an mehreren Krankheiten leiden, bei einer schweren Einschränkung der Nierenfunktion und bei einer schweren Beeinträchtigung der Herz-Kreislauf-Funktionen. Sicherheit und Wirksamkeit bei Kindern und Jugendlichen unter achtzehn Jahren sind nicht erwiesen. Zu den Arzneimitteln, die den Abbau von Nimodipin hemmen und deshalb eine Blutdruckkontrolle erfordern, zählt die Gebrauchsinformation neben den Makrolid-Antibiotika, den HIV-Mitteln und den Pilzmitteln auch Nefazodon und Fluoxetin, die Antibiotika-Kombination Quinupristin und Dalfopristin, das Magenmittel Cimetidin sowie die Valproinsäure.

Kontraindikationen

Nimodipin darf in bestimmten Situationen nicht angewendet werden, da es zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen führen kann. Eine der wichtigsten Kontraindikationen ist eine Überempfindlichkeit gegen Nimodipin oder andere Dihydropyridin-Calciumkanalblocker, da dies allergische Reaktionen auslösen kann.

Bei niedrigem Blutdruck (Hypotonie) ist Vorsicht geboten, da Nimodipin den Blutdruck weiter senken kann. Bei einer schweren Beeinträchtigung der Herz-Kreislauf-Funktion, etwa einer Herzinsuffizienz, muss die Behandlungsnotwendigkeit sorgfältig abgewogen und der Patient regelmäßig kontrolliert werden.

Patienten mit einer akuten Phase eines Schlaganfalls (außer Subarachnoidalblutung) sollten Nimodipin nur nach sorgfältiger ärztlicher Abwägung erhalten, da es durch seine blutdrucksenkende Wirkung die Durchblutung in bestimmten Hirnarealen weiter reduzieren könnte. Bei schweren Leberfunktionsstörungen, insbesondere Leberzirrhose, ist die Anwendung zur Behandlung von Hirnleistungsstörungen sogar ausgeschlossen, da sich der Abbau des Medikaments verlangsamt, was das Risiko für Nebenwirkungen erhöht.

Bei gleichzeitiger Einnahme von Nimodipin mit starken CYP3A4-Inhibitoren wie Ketoconazol oder Clarithromycin muss der Blutdruck überwacht und die Nimodipin-Dosis gegebenenfalls verringert werden, da diese Mittel die Nimodipin-Konzentration im Blut ansteigen lassen. Kontraindiziert ist dagegen die gleichzeitige Einnahme der Tabletten mit Rifampicin sowie mit den Antiepileptika Phenobarbital, Phenytoin und Carbamazepin, weil diese Mittel die Wirksamkeit von Nimodipin deutlich verringern. Ebenso sollte eine Kombination mit Grapefruitsaft vermieden werden, da dieser den Abbau des Wirkstoffs hemmt und die Wirkung verstärkt.

Interaktionen mit anderen Medikamenten

Nimodipin wird hauptsächlich über das Cytochrom-P450-3A4-Enzymsystem (CYP3A4) in der Leber metabolisiert. Daher bestehen bedeutende Wechselwirkungen mit Medikamenten, die dieses Enzym hemmen oder induzieren.

CYP3A4-Inhibitoren, wie Ketoconazol, Itraconazol, Clarithromycin, Erythromycin, Ritonavir und Verapamil, können den Abbau von Nimodipin verlangsamen. Dies führt zu einer erhöhten Wirkstoffkonzentration im Blut, wodurch das Risiko für Nebenwirkungen wie übermäßigen Blutdruckabfall steigt. Auch Grapefruitsaft verstärkt die Wirkung von Nimodipin durch Hemmung des Abbaus und sollte daher vermieden werden.

Umgekehrt können CYP3A4-Induktoren wie Rifampicin, Carbamazepin, Phenytoin und Johanniskraut den Abbau von Nimodipin beschleunigen. Dies kann die Wirksamkeit des Medikaments erheblich reduzieren; für Rifampicin, Carbamazepin und Phenytoin ist die Kombination mit den Nimodipin-Tabletten deshalb als Gegenanzeige aufgeführt.

Nimodipin kann die blutdrucksenkende Wirkung anderer Antihypertensiva, wie Betablocker, ACE-Hemmer, Diuretika oder andere Kalziumkanalblocker, verstärken, was zu einem übermäßigen Blutdruckabfall führen kann.

Bei gleichzeitiger Einnahme mit Neuroleptika oder Antidepressiva, die ebenfalls blutdrucksenkend wirken, kann ein verstärkter orthostatischer Blutdruckabfall auftreten.

Alternative Behandlungsmethoden

Wenn Nimodipin nicht vertragen wird, stehen verschiedene alternative Medikamente und Therapieansätze zur Verfügung, abhängig vom Anwendungsgebiet.

Bei der Vorbeugung und Behandlung von zerebralen Vasospasmen nach einer Subarachnoidalblutung können andere Kalziumkanalblocker, wie Nicardipin oder Verapamil, erwogen werden. Diese haben eine ähnliche gefäßerweiternde Wirkung auf die Hirnarterien. Auch Fasudil, ein Rho-Kinase-Inhibitor, wird in einigen Ländern zur Behandlung von Vasospasmen eingesetzt.

Falls der Blutdruck kontrolliert werden muss, ohne einen Kalziumkanalblocker zu verwenden, sind andere blutdrucksenkende Medikamente eine Option. Dazu gehören ACE-Hemmer (z. B. Enalapril), Angiotensin-Rezeptor-Blocker (z. B. Losartan) oder Betablocker (z. B. Metoprolol). Diese senken den Blutdruck ohne direkte Wirkung auf die Hirngefäße.

Als nicht-medikamentöse Alternative kann eine intensive Kreislaufüberwachung und Volumentherapie durchgeführt werden, um eine ausreichende Hirndurchblutung sicherzustellen. In schweren Fällen kann eine endovaskuläre Ballondilatation oder intraarterielle Vasodilatator-Therapie mit Papaverin oder Milrinon erfolgen.

Die Wahl der Alternative hängt von der individuellen Situation des Patienten ab, wobei der behandelnde Arzt Nutzen und Risiken der jeweiligen Therapie sorgfältig abwägen muss.

Quellen

  • Berlit, P. (Hrsg.): Klinische Neurologie.
    ISBN: 9783662606742
  • Diener, H.-C., Fink, G. R. (Hrsg.): Therapie-Handbuch Neurologie.
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  • Marx, G., Muhl, E., Zacharowski, K., Zeuzem, S. (Hrsg.): Die Intensivmedizin.
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  • Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., Hofmann, F. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
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