Perphenazin

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 18. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Bei dem Wirkstoff Perphenazin handelt es sich um ein hochpotentes Neuroleptikum. Es dient zur Behandlung von Wahnvorstellungen, Halluzinationen und Psychosen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Perphenazin?

Perphenazin
Perphenazins Bioverfügbarkeit liegt bei 40 Prozent, während die Plasmahalbwertszeit zwischen 8 und 12 Stunden beträgt. Die Verstoffwechselung des Neuroleptikums findet über die Leber statt.
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Perphenazin ist Bestandteil der Arzneistoffgruppe der Phenothiazine. Entwickelt wurde der Wirkstoff in den 1950er Jahren.

Auf den Markt gelangte er 1957 und wurde in Deutschland unter dem Handelsnamen Decentan® als Monopräparat vertrieben.

In der heutigen Zeit kommt Perphenazin seltener zur Anwendung, da mittlerweile modernere Neuroleptika zur Verfügung stehen.

Chemisch ist Perphenazin ein Phenothiazin mit einer Piperazinyl-Seitenkette. An den Stickstoff des mittleren Rings ist eine Kette angehängt, die über einen Piperazinring in einer alkoholischen Gruppe endet; zusätzlich trägt einer der äußeren Ringe ein Chloratom. Diese Seitenkette unterscheidet Perphenazin von den älteren Vertretern wie Chlorpromazin, die eine offenkettige Seitenkette besitzen und stärker müde machen.

Die Bezeichnung „hochpotent“ beschreibt dabei ein Verhältnis und keine bloße Stärke: Gemeint ist, dass die antipsychotische Wirkung gegenüber der dämpfenden überwiegt. Ein hochpotenter Wirkstoff drängt Wahn und Sinnestäuschungen bereits in einer Menge zurück, die verhältnismäßig wenig sediert, verursacht dafür aber eher Bewegungsstörungen. Die Fachinformation führt die neurologischen Nebenwirkungen auf dieselbe Blockade der Dopamin-Rezeptoren zurück, der auch die erwünschte Wirkung zu verdanken ist. Perphenazin ist verschreibungspflichtig.

Pharmakologische Wirkung

Seine Wirkung entfaltet Perphenazin in erster Linie bei Psychosen. Diese werden in den meisten Fällen durch Störungen im Stoffwechsel des Gehirns hervorgerufen. Es wird angenommen, dass diese Störungen für eine stärkere Erregbarkeit in verschiedenen Hirnbereichen verantwortlich sind. Durch diese aktiven Zentren werden zum Beispiel Unruhe, Ängste und Wahnvorstellungen hervorgerufen. Dabei nimmt der Neurotransmitter Dopamin eine bedeutende Rolle ein.

Perphenazin wird den Neuroleptika zugerechnet, die sich dämpfend auf das Nervensystem des Menschen auswirken. Er zählt zu den Phenothiazinen, die den Wirkeffekt klassischer Neuroleptika aufweisen. So nimmt der Arzneistoff Einfluss auf das Zusammenspiel der unterschiedlichen Nervenzellen sowie deren Verschaltungen. Dabei agiert Perphenazin als Gegenspieler zu Dopamin, dessen Bindungsstellen von ihm blockiert werden.

Perphenazin wirkt nicht nur stark, sondern auch schnell. Seine dopaminhemmende Wirkung sorgt für das Dämpfen von Symptomen, die durch eine Psychose entstehen, sowie von Nervosität und Unruhe. Tierversuche ergaben stärkere Effekte von Perphenazin als von Chlorpromazin. Die neuroleptische Wirkungsweise lässt sich mit Haloperidol vergleichen.

Die erwünschte und die unerwünschte Wirkung haben damit dieselbe Wurzel. Dieselbe Blockade der Dopamin-Rezeptoren, die Wahn und Sinnestäuschungen zurückdrängt und den Brechreiz dämpft, erklärt auch die Bewegungsstörungen und den Anstieg des Hormons Prolaktin im Blut. Daraus erklären sich Beschwerden wie Milchfluss, Spannungsgefühle in der Brust und Störungen der Regelblutung, die zu den bekannten unerwünschten Wirkungen des Arzneistoffs zählen und bei einem Teil der Behandelten auftreten.

Gelangt Perphenazin in höherer Dosis zum Einsatz, werden außerdem die Botenstoffe Adrenalin und Histamin gehemmt, die das vegetative Nervensystem beeinflussen. Auf diese Weise verstärkt sich die dämpfende Wirkung des Arzneistoffs; zugleich kann der Blutdruck abfallen.

Darüber hinaus wirkt sich das Neuroleptikum auf den Botenstoff Acetylcholin aus. Dieser Neurotransmitter ist für das Bewegen der Muskeln von Bedeutung; Perphenazin blockiert seine Wirkung an den Rezeptoren. Diese anticholinerge Wirkung ist auch der Grund dafür, dass bei Grünem Star, Harnverhalten und Prostatavergrößerung vorsichtig zu dosieren ist.

Durch den Einfluss auf das Acetylcholin werden zudem die Aktivität des Darms sowie der Speichelfluss gehemmt; daraus erklären sich Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit und Verstopfung. Seine Wirksamkeit gegen Übelkeit und Erbrechen beruht dagegen auf der Blockade von Dopamin-Rezeptoren im Brechzentrum.

Perphenazins Bioverfügbarkeit liegt bei 40 Prozent, während die Plasmahalbwertszeit zwischen 8 und 12 Stunden beträgt. Die Verstoffwechselung des Neuroleptikums findet über die Leber statt.

Wie die übrigen Phenothiazine ist Perphenazin ausgesprochen fettlöslich und bindet stark an Bluteiweiße. Ein großer Teil der geschluckten Menge wird bereits bei der ersten Leberpassage umgebaut, weshalb die erreichten Blutspiegel bei gleicher Dosierung von Mensch zu Mensch und von Tag zu Tag erheblich schwanken. Unverändert über die Nieren ausgeschieden wird nur ein sehr geringer Anteil; im Urin finden sich vor allem Abbauprodukte. Der Wirkstoff passiert den Mutterkuchen, erreicht beim ungeborenen Kind und im Fruchtwasser jedoch nur sehr geringe Konzentrationen.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Soweit dieser Abschnitt Einsatzgebiete außerhalb von Psychosen und psychotisch bedingten Erregungszuständen beschreibt, handelt es sich nicht um die in Deutschland zugelassenen Anwendungsgebiete: Die Fachinformation nennt dort ausschließlich endogene Psychosen – etwa akute und chronische Schizophrenien – sowie psychomotorische Erregungszustände psychotischer Genese.

Haupteinsatzgebiet von Perphenazin ist die Behandlung von psychotischen Störungen wie akuten Psychosen. Dabei wirkt sich das Neuroleptikum lindernd auf starke Stimmungsschwankungen aus, die im Rahmen von Manien, Halluzinationen und Wahnvorstellungen auftreten. Diese kommen zumeist durch einen psychotischen Schub zustande.

Des Weiteren dient Perphenazin dazu, die psychomotorische Erregung während eines akuten Schizophrenieschubs zu dämpfen. So gehört die Schizophrenie zu den häufigsten Psychoseformen. Da das Neuroleptikum zudem über beruhigende Eigenschaften verfügt, lässt es sich auch gegen Nervosität verabreichen.

Ebenfalls zu den Einsatzgebieten von Perphenazin gehören Übelkeit und Erbrechen, bei denen es als Alternativmittel dargereicht wird. Das bedeutet, dass andere Mittel zu diesem Zweck im Vorfeld nicht wirksam waren.

Die Gabe des Wirkstoffs erfolgt durch die Einnahme von Tabletten. Die deutsche Fachinformation zu Perphenazin beschreibt allein diese Darreichungsform; Tropfen und eine Injektionslösung in einer Ampulle sind dort nicht aufgeführt. Die empfohlene Perphenazin-Dosis liegt bei 4 bis 8 Milligramm, die bis zu drei Mal pro Tag dargereicht werden. Dabei eignet sich das Mittel auch zur Langzeittherapie, was jedoch die Gefahr von Spätdyskinesien erhöht.

Für den Einsatz bei Kindern und Jugendlichen liegen keine ausreichenden Daten vor; die Fachinformation spricht dafür ausdrücklich keine Empfehlung aus. Bei älteren Menschen genügen dagegen in der Regel kleinere Mengen, um dieselbe Wirkung zu erzielen. Die Tabletten werden nach den Mahlzeiten mit etwas Flüssigkeit geschluckt.

Auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch kann Perphenazin das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Teilnahme am Straßenverkehr und das Bedienen von Maschinen beeinträchtigt sind. Dasselbe gilt für Arbeiten ohne sicheren Halt. Im Zusammenwirken mit Alkohol fällt diese Beeinträchtigung stärker aus.


Risiken & Nebenwirkungen

Durch die Anwendung von Perphenazin ist das Auftreten von unerwünschten Nebenwirkungen möglich. Zu den häufigsten Nebeneffekten gehören Schläfrigkeit, Schlafstörungen, Benommenheit, Müdigkeit, Schwindelgefühle, Unruhe, Dyskinesien (unwillkürliche Kopfbewegungen), das ruckartige Vorstrecken der Zunge, Bewegungsstörungen, Steifheit der Muskeln, unwillkürliche Bewegungen im Gesicht, Zittern und Bewegungsarmut.

Weitere mögliche Nebenwirkungen sind orthostatische Regulationsstörungen des Kreislaufs, Herzrhythmusstörungen, verstärkter Herzschlag, niedriger Blutdruck, eine Erhöhung des Prolaktinspiegels im Blut, Spannungen der Brüste, Zyklusstörungen und Milchfluss, Asthma bronchiale, Impotenz sowie Orgasmusstörungen.

In sehr seltenen Fällen setzt während der Perphenazin-Therapie ein bösartiges neuroleptisches Syndrom ein, das lebensbedrohliche Ausmaße annehmen kann. Es macht sich durch Muskelstarre, Herzrasen, einen Kreislaufkollaps, Fieber, zu hohen Blutdruck und Bewusstseinstrübungen bemerkbar. Sogar ein Fall ins Koma ist möglich. Zu Beginn der Behandlung zeigen sich mitunter Muskelverkrampfungen an Armen, Hals, Mund und Gesicht, was sich wiederum auf die Mimik auswirkt.

Liegt eine Überempfindlichkeit des Patienten gegen Perphenazin oder andere Phenothiazine vor, darf der Arzneistoff nicht zur Anwendung kommen. Gleiches gilt nach akuten Vergiftungen mit Alkohol, Schlafmitteln oder Schmerzmedikamenten.

Bei schweren Lebererkrankungen und bei schweren Depressionen darf Perphenazin nicht angewendet werden. Eine sorgfältige Abwägung der Behandlung durch den Arzt ist darüber hinaus erforderlich, wenn der Patient unter leichteren Störungen der Leberfunktion, Herzvorschädigungen, Erkrankungen von Blut und Knochenmark, Brustkrebs, einem Tumor in der Hirnanhangsdrüse, orthostatischen Kreislaufregulationsstörungen, Asthma, dauerhaften Atembeschwerden, depressiver Verstimmung oder Verengungen im Magen-Darm-Trakt leidet. Gleiches gilt beim Vorliegen von Krampfleiden wie Epilepsie. Besteht eine Überfunktion der Schilddrüse, muss der Arzt eine sorgfältige Überwachung des Patienten vornehmen.

Neben der Überempfindlichkeit, den akuten Vergiftungen, den schweren Lebererkrankungen und den schweren Depressionen nennt die Fachinformation zwei weitere Gegenanzeigen: komatöse Zustände und eine bereits bestehende schwere Schädigung der Blutzellen oder des Knochenmarks. Bei erloschenem Bewusstsein würde Perphenazin die Dämpfung des Nervensystems weiter verstärken; bei einer schweren Blutbildschädigung wiegt die Gefahr einer weiteren Verschlechterung zu schwer. Leichtere Störungen des blutbildenden Systems schließen die Behandlung dagegen nicht aus, verlangen aber besondere Vorsicht.

Zur Behandlung gehören Kontrollen von Herzleistung, Blutbild und Leberfunktion, besonders bei einer Behandlung über längere Zeit. Vor dem Beginn wird das Blutbild bestimmt; bei krankhaften Werten unterbleibt die Behandlung. In den ersten Monaten wird es engmaschig kontrolliert, danach in größeren Abständen. Fieber, Halsschmerzen, eitrige Mandelentzündungen, Entzündungen an Zahnfleisch und Mundschleimhaut sowie grippeähnliche Beschwerden sind in dieser Zeit ein Grund, umgehend den Arzt aufzusuchen, weil sie auf einen Abfall der weißen Blutkörperchen hindeuten können. Bei Neigung zu Krampfanfällen werden zusätzlich EEG-Kontrollen empfohlen.

Die Bewegungsstörungen zu Behandlungsbeginn bilden sich in der Regel zurück, sobald die Dosis verringert oder ein Gegenmittel gegeben wird. Anders verhält es sich mit den Spätdyskinesien, die erst nach längerer Behandlung auftreten: Sie können bestehen bleiben. Ältere Patienten und unter ihnen besonders ältere Frauen scheinen dafür anfällig zu sein, und das Risiko wächst mit der Dauer der Behandlung und der Höhe der Dosis. Die laufende Behandlung selbst kann eine beginnende Spätdyskinesie zunächst verdecken, sodass sie erst nach dem Absetzen sichtbar wird. Zu Beginn treten bei manchen Patienten außerdem Einschlafstörungen auf, die sich vermeiden lassen, wenn die letzte Tagesdosis nicht zu spät eingenommen wird.

Ältere Menschen reagieren insgesamt empfindlicher: Die anticholinergen Begleiterscheinungen sind kräftiger, Bewegungsstörungen treten schon bei kleinen Mengen auf, die dämpfende Wirkung ist ausgeprägter und der Blutdruck fällt leichter ab. Für ältere Menschen mit einer Demenz ergaben zwei große Anwendungsstudien unter klassischen Antipsychotika ein leicht erhöhtes Sterberisiko; zur Behandlung von Verhaltensstörungen im Rahmen einer Demenz ist Perphenazin nicht zugelassen. Bei erhöhtem Risiko für einen Schlaganfall wird der Wirkstoff nur mit Vorsicht angewendet. Unter Antipsychotika sind zudem venöse Thrombosen und Lungenembolien berichtet worden.

Eine Besonderheit ergibt sich aus der starken brechreizhemmenden Wirkung des Arzneistoffs: Sie kann die Erkennung anderer Erkrankungen erschweren, die mit Erbrechen einhergehen. Weil das Präparat außerdem Milchzucker enthält, ist es für Menschen mit einer angeborenen Zuckerunverträglichkeit dieser Art nicht geeignet.

Wird eine Darreichung von Perphenazin während der Schwangerschaft in Betracht gezogen, ist es wichtig, dass der Arzt Nutzen und Gefahren der Behandlung abwägt. So zeigten sich bei Tierversuchen bei der Anwendung des Wirkstoffes Schädigungen des Kindes, sodass eine Einnahme des Mittels nur in Ausnahmefällen erfolgen sollte. Weil Perphenazin zudem in hohen Konzentrationen in die Muttermilch übergeht, muss das Stillen während der Therapie in der Regel unterbleiben.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Perphenazin verträgt sich nicht mit jedem anderen Arzneimittel, und einige Kombinationen sind ausdrücklich zu meiden.

Wird gleichzeitig ein anderes auf das Nervensystem wirkendes Mittel eingenommen, etwa ein Schlafmittel, ein Schmerzmittel, ein Narkosemittel oder ein Antihistaminikum, verstärken sich die Wirkungen wechselseitig. Auf Alkohol wird während der Behandlung verzichtet. Steht eine Operation an, achtet der Arzt bei hoher Neuroleptika-Dosierung besonders auf einen Blutdruckabfall und verringert gegebenenfalls die Menge des Narkosemittels.

Anticholinerg wirkende Antidepressiva verstärken Mundtrockenheit, trägen Darm und Blasenentleerungsstörungen und begünstigen Verwirrtheitszustände; umgekehrt steigen die Blutspiegel trizyklischer Antidepressiva unter Phenothiazinen stark an. Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer wie Fluoxetin oder Paroxetin heben den Perphenazin-Spiegel, sodass die Dosis unter Umständen verringert werden muss. Mit Lithium steigen die Spiegel beider Stoffe, Bewegungsstörungen werden wahrscheinlicher, und sehr selten wurden unter dieser Kombination schwere Nervenschäden beschrieben. Mit Clozapin wird Perphenazin nicht kombiniert, weil das Risiko einer Blutbildstörung steigen kann.

Blutdrucksenkende Mittel verlieren teils an Wirkung, während Schwindel und Schwarzwerden vor den Augen beim Aufstehen zunehmen. Bei einem Blutdruckabfall darf kein Adrenalin gegeben werden, weil der Druck dadurch weiter sinkt; diese Umkehr der Adrenalinwirkung ist eine bekannte Eigenheit der Phenothiazine. Schwere Schockzustände werden stattdessen mit Noradrenalin behandelt.

Antiepileptika wie Carbamazepin und Barbiturate beschleunigen den Abbau von Perphenazin. Umgekehrt gerät der Abbau von Phenytoin aus dem Tritt, sodass dessen Spiegel giftige Höhen erreichen kann. Mit Propranolol steigen die Spiegel beider Arzneimittel. Die Wirkung von Dopaminagonisten wie Bromocriptin und Amantadin wird abgeschwächt, ebenso die von Levodopa, der Vorstufe des Dopamins; die Wirkung von Dopamin-Gegenspielern wie Metoclopramid wird dagegen verstärkt. Bei zuckerkranken Menschen, die Insulin benötigen, kann die Stoffwechsellage unter höheren Dosen instabil werden. Arzneimittel, die ihrerseits die QT-Zeit verlängern oder einen Kaliummangel hervorrufen, werden gemieden. Die Wirkung gerinnungshemmender Mittel wird verstärkt, und ein Schwangerschaftstest kann unter der Behandlung ein falsch positives Ergebnis liefern.

Überdosierung

Perphenazin besitzt eine große therapeutische Breite, sodass Vergiftungserscheinungen in der Regel erst bei extrem hohen Mengen auftreten. Sie reichen von Schläfrigkeit bis zum Koma, seltener kommt es zu Erregung, deliranter Verwirrtheit, Krampfanfällen sowie zu einer zu hohen oder zu niedrigen Körpertemperatur. Am Kreislauf zeigen sich Blutdruckabfall, Herzrasen, Veränderungen im Elektrokardiogramm und Rhythmusstörungen bis hin zum Herz-Kreislauf-Versagen. Hinzu treten schwere Bewegungsstörungen mit Verkrampfungen von Zunge und Schlund, anticholinerge Erscheinungen wie verschwommenes Sehen, Darmträgheit und Harnverhalt sowie Atemstörungen.

Behandelt wird nach den vorliegenden Beschwerden. Kreislaufmittel vom Adrenalin-Typ sind dabei ungeeignet, und atemanregende Mittel sind ausgeschlossen, weil Perphenazin die Krampfschwelle senkt. Der Versuch, Erbrechen auszulösen, scheitert oft an der brechreizhemmenden Wirkung des Arzneistoffs.

Quellen

  • Benkert, O., Hippius, H. (Hrsg.): Kompendium der psychiatrischen Pharmakotherapie.
    ISBN: 9783662676844
  • Laux, G., Dietmaier, O.: Praktische Psychopharmakotherapie.
    ISBN: 9783437213229
  • Falkai, P., Laux, G., Deister, A., Möller, H.-J. (Hrsg.): Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie.
    ISBN: 9783132432659
  • Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., Hofmann, F. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
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  • Falkai, P., Laux, G., Deister, A., Möller, H.-J. (Hrsg.): Duale Reihe Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie.
    ISBN: 9783132432673

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