Pipamperon
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 18. September 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Pipamperon ist ein Antipsychotikum aus der Gruppe der Butyrophenone. Es wirkt sedierend und gehört zu den niederpotenten Neuroleptika (Antipsychotika).
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Was ist Pipamperon?
Der Wirkstoff wird auch als Floropipamid bezeichnet; Dipiperon ist dagegen ein Handelsname, unter dem Pipamperon angeboten wird. Pipamperon ist ein Arzneistoff aus der Wirkstoffklasse der Antipsychotika. Genau wie Haloperidol oder Benperidol gehört Pipamperon zu den Butyrophenonen. Butyrophenone sind Arzneistoffe, die sich vom 1-Phenylbutan-1-on ableiten. Sie werden in psychiatrischen Einrichtungen bevorzugt zur Behandlung von Schizophrenien eingesetzt.
Pipamperon gehört zu den niederpotenten Neuroleptika. Im Vergleich zu den hochpotenten Arzneistoffen aus der Gruppe der Antipsychotika ist die Wirkung von Pipamperon eher mild. Die Verträglichkeit ist verhältnismäßig gut, sodass der Arzneistoff auch in der Kinder- und Jugendpsychiatrie genutzt wird.
Die Einordnung als niederpotent beschreibt dabei ein Verhältnis und keine geringere Zuverlässigkeit: Gemeint ist, dass die beruhigende Wirkung gegenüber der antipsychotischen überwiegt. Die Fachinformation führt Pipamperon ausdrücklich als schwach potentes Neuroleptikum. Am anderen Ende der Skala stehen hochpotente Wirkstoffe, die Wahn und Sinnestäuschungen bereits in einer Menge zurückdrängen, die verhältnismäßig wenig müde macht.
Mit dieser Einordnung geht ein eigenes Nebenwirkungsprofil einher. Bewegungsstörungen fallen bei Pipamperon geringer aus als bei hochpotenten Vertretern, und anticholinerge Beschwerden wie Mundtrockenheit bleiben weitgehend aus. Dafür stehen Schläfrigkeit und ein Abfall des Blutdrucks beim Aufstehen im Vordergrund. Genau darauf zielt die Verordnung ab, wenn der Arzneistoff bei Schlafstörungen und bei Erregungszuständen eingesetzt wird. Pipamperon ist verschreibungspflichtig.
Pharmakologische Wirkung
Verschiedene Botenstoffe dienen im Körper der Übertragung von Signalen. Die Botenstoffe des Gehirns und des Nervensystems werden als Neurotransmitter bezeichnet. Bei einem Ungleichgewicht der Neurotransmitter können psychische Erkrankungen entstehen. Besonders häufig sind die Neurotransmitter Dopamin und Serotonin beteiligt.
Pipamperon blockiert hauptsächlich die Wirkung des Dopamins. Es bindet sich an D2- und D4-Rezeptoren und verhindert so, dass das Dopamin an diesen Rezeptoren andocken kann. Pipamperon wirkt somit antidopaminerg. Auf der psychotropen Ebene wirkt Dopamin antriebssteigernd und motivierend. Zu hohe Dopaminspiegel stehen allerdings in Verdacht, Schizophrenien auslösen zu können.
Pipamperon blockiert allerdings nicht nur die Dopamin-, sondern auch die Serotoninrezeptoren. Dadurch wirkt es antipsychotisch, beruhigend und erregungsdämpfend. Die antipsychotische Potenz reicht nach der Fachinformation allerdings in der Regel nicht aus, um produktive Symptome wie Wahn und Sinnestäuschungen zu behandeln. Auch eine schlaffördernde Wirkung kann beobachtet werden.
Im Gegensatz zu anderen Neuroleptika ist Pipamperon kaum anticholinerg, das heißt, dass es die Wirkung des Neurotransmitters Acetylcholin nur in geringem Maße hemmt. Auch die Histamin1-Rezeptoren werden nicht beeinflusst.
Die Halbwertszeit von Pipamperon im Blut liegt bei weniger als einem Tag. Über N-Dealkylierung und Oxidation wird der Arzneistoff wieder abgebaut.
Die Datenlage zur Aufnahme und zum Abbau ist dabei lückenhaft. Bekannt ist, dass Pipamperon rasch aus dem Magen-Darm-Trakt aufgenommen wird und nur zu einem geringen Teil an Bluteiweiße bindet. Im Blut lassen sich keine Abbauprodukte nachweisen; ausgeschieden wird Pipamperon vorwiegend in Form seiner Abbauprodukte über die Nieren.
Medizinische Anwendung & Verwendung
Pipamperon wird zur Behandlung von innerer Unruhe, Schlafstörungen und psychomotorischen Erregungszuständen eingesetzt. Es soll regulierend auf den Neurotransmitterhaushalt wirken und den Schlaf fördern. Auch Erregungszustände und Aggressivität soll Pipamperon vermindern.
In erster Linie wird der Arzneistoff als leichtes Schlafmittel verordnet. Bei älteren Menschen und bei Menschen mit psychischen Erkrankungen dient Pipamperon jedoch auch als Beruhigungsmittel. Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren darf Pipamperon nur nach besonderer Abwägung von Nutzen und Risiko verordnet werden. In der Schweiz ist der Arzneistoff zudem zur Behandlung von chronischen Psychosen zugelassen.
Die Dosierung wird immer individuell vom Facharzt angepasst. Das Medikament wird zur besseren Verträglichkeit eingeschlichen. Die Einnahme kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen. Neben den Tabletten steht ein Saft zur Verfügung; er eignet sich für den unteren Dosierungsbereich besser, weil die Tabletten verhältnismäßig viel Wirkstoff enthalten. Die Tabletten enthalten außerdem Milchzucker und sind deshalb bei einer angeborenen Unverträglichkeit dieses Zuckers nicht geeignet.
Verabreichung & Dosierung
Bei der Verabreichung und Dosierung von Pipamperon, einem Neuroleptikum, sind mehrere Aspekte zu beachten. Das Medikament wird vor allem zur Behandlung von psychomotorischer Unruhe und Schlafstörungen eingesetzt. Die Dosierung richtet sich stark nach dem individuellen Krankheitsbild und der Verträglichkeit des Patienten.
Für Erwachsene beträgt die übliche Tagesdosis bei leichteren Fällen 40 bis 120 mg, aufgeteilt auf zwei bis drei Dosen. Bei schwereren Fällen kann die Dosis auf bis zu 360 mg täglich gesteigert werden. In der Regel beginnt die Behandlung mit einer niedrigen Dosis, die schrittweise erhöht wird, um die Verträglichkeit zu testen und Nebenwirkungen zu minimieren. Für Kinder und Jugendliche wird die Dosierung angepasst, in der Regel deutlich geringer.
Bei Schlafstörungen wird Pipamperon abends verabreicht, da es sedierende Eigenschaften hat und somit den Schlaf fördern kann. Zudem sollte das Medikament nicht abrupt abgesetzt werden, um Entzugserscheinungen oder eine Verschlimmerung der Symptome zu vermeiden. Langsame Reduktion der Dosis ist ratsam.
Nebenwirkungen wie Schläfrigkeit, Schwindel oder orthostatische Hypotonie können auftreten, insbesondere bei älteren Patienten. Daher ist Vorsicht geboten, besonders im Zusammenhang mit anderen sedierenden Medikamenten.
Risiken & Nebenwirkungen
Im Vergleich zu anderen Neuroleptika ist Pipamperon verhältnismäßig gut verträglich. Anticholinerge Nebenwirkungen bleiben zwar weitgehend aus, in höheren Dosierungen kann es allerdings zu extrapyramidal-motorischen Störungen kommen. Dabei zeigen sich die Bewegungsstörungen vornehmlich im Gesicht. Typisch sind Krämpfe des Schlunds und das sogenannte „Rabbit-Syndrom“. Das unwillkürliche Mümmeln der Patienten erinnert an das Mümmeln eines Hasen. Auch Sitzunruhe, Zuckungen, Grimassieren und unwillkürliche Bewegungen der Extremitäten können auftreten.
Als sehr häufige Nebenwirkungen führt die Fachinformation Schläfrigkeit und das sogenannte Zahnradphänomen auf, einen ruckartigen Widerstand, der sich beim passiven Bewegen eines Gelenks ertasten lässt. Häufig sind daneben Herzrasen, ein Blutdruckabfall beim Aufstehen, Gangstörungen, Kraftlosigkeit, Erbrechen, Nesselsucht, Muskelverkrampfungen und ein Ausbleiben der Regelblutung. Auch eine gedrückte Stimmung wird als häufig genannt; aus diesem Grund rät die Fachinformation davon ab, Pipamperon bei einer bestehenden Depression allein zu geben, und sieht für Fälle, in denen eine Depression mit einer Psychose zusammentrifft, die Kombination mit einem Antidepressivum vor.
Wie unter anderen Antipsychotika können nach längerer Behandlung oder nach dem Absetzen Spätdyskinesien auftreten, vor allem rhythmische unwillkürliche Bewegungen von Zunge, Gesicht, Mund und Kiefer. Sie können fortbestehen und bilden sich bei einem Teil der Betroffenen nicht mehr zurück. Wird die Behandlung wieder aufgenommen, die Dosis erhöht oder auf ein anderes Antipsychotikum umgestellt, können sie zunächst verdeckt werden. In sehr seltenen Fällen wurden schwere Hautreaktionen beschrieben, darunter das Stevens-Johnson-Syndrom und die toxische epidermale Nekrolyse.
Das maligne neuroleptische Syndrom ist eine seltene, aber spezifische Reaktion; wie häufig es unter Pipamperon auftritt, lässt sich anhand der verfügbaren Daten nicht abschätzen. Es äußert sich durch Akinese, extreme Muskelsteife, eine starke Überwärmung des Körpers mit ausgeprägtem Schwitzen, Kieferklemme, Mutismus, Verwirrtheit und Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma. Das maligne neuroleptische Syndrom kann tödlich enden und ist deshalb eine gefürchtete Komplikation der Neuroleptikatherapie.
Von den Magen-Darm-Beschwerden führt die Fachinformation allein das Erbrechen als häufig auf; Übelkeit und ein verminderter Appetit sind ebenfalls beschrieben, ihre Häufigkeit lässt sich anhand der verfügbaren Daten aber nicht abschätzen. Durch die Wirkung auf das Hormonsystem kann eine Hyperprolaktinämie entstehen. In der Folge kommt es zu Brustvergrößerungen und Menstruationsstörungen.
Auf kardiovaskulärer Ebene kann der Puls beschleunigt und der Blutdruck zu niedrig sein. Auch Herzrhythmusstörungen können auftreten. Da Pipamperon das QT-Intervall verlängern kann, sollte es nicht mit anderen Wirkstoffen kombiniert werden, die ebenfalls eine Verlängerung des QT-Intervalls bedingen. Dazu gehören beispielsweise bestimmte Antiarrhythmika, Makrolid-Antibiotika, Malariamittel und Antidepressiva. Bestimmte Diuretika erhöhen das Risiko auf anderem Weg, indem sie einen Kaliummangel hervorrufen können.
Zentral dämpfende Arzneimittel wie Schlafmittel, Antidepressiva, Opioide oder auch Alkohol können die sedierende Wirkung von Pipamperon verstärken. Wird Pipamperon in Kombination mit Antihypertonika verabreicht, kann der Blutdruck stark absinken.
Die Kombination von Pipamperon mit Dopaminagonisten wie Lisurid und Bromocriptin sowie mit Levodopa, der Vorstufe des Dopamins, ist ebenfalls nicht empfehlenswert, da deren Wirkung dadurch vermindert wird. Zudem sollte Pipamperon nicht mit Arzneimitteln verabreicht werden, die die Krampfschwelle des Gehirns herabsetzen. Es könnte sonst zu epileptischen Anfällen kommen.
Ältere Menschen reagieren empfindlicher auf Bewegungsstörungen. Die Behandlung wird bei ihnen mit kleineren Mengen begonnen und unter regelmäßiger Blutdruckkontrolle langsam gesteigert. Für ältere Menschen mit einer Demenz ergaben zwei große Anwendungsstudien unter klassischen Antipsychotika ein leicht erhöhtes Sterberisiko; zur Behandlung von Verhaltensstörungen im Rahmen einer Demenz ist Pipamperon nicht zugelassen. Bei erhöhtem Risiko für einen Schlaganfall wird der Arzneistoff nur mit Vorsicht angewendet, und Anzeichen wie eine plötzliche Erschlaffung, ein Taubheitsgefühl in Gesicht, Armen oder Beinen sowie Sprach- oder Sehstörungen gehören umgehend in ärztliche Hand. Unter Antipsychotika sind zudem venöse Thrombosen bis hin zur Lungenembolie berichtet worden.
In seltenen Fällen wurde über plötzliche und ungeklärte Todesfälle bei psychiatrischen Patienten berichtet, die antipsychotische Arzneimittel einschließlich Pipamperon erhalten hatten; ob dabei ein ursächlicher Zusammenhang besteht, ist ungeklärt. Auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch kann Pipamperon das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Teilnahme am Straßenverkehr, das Bedienen von Maschinen und Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt sind. Zusammen mit Alkohol fällt diese Beeinträchtigung stärker aus.
Kontraindikationen
Typische Kontraindikationen bei der Verwendung von Pipamperon betreffen vor allem bestimmte gesundheitliche Zustände, bei denen das Medikament Risiken birgt. Eine der Hauptkontraindikationen ist Überempfindlichkeit oder eine Allergie gegenüber Pipamperon oder anderen Inhaltsstoffen des Medikaments. Auch bei schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen, insbesondere bei Patienten mit Herzrhythmusstörungen oder verlängertem QT-Intervall, ist Vorsicht geboten, da Pipamperon das Risiko für Herzrhythmusstörungen erhöhen kann.
Leber- und Nierenerkrankungen erfordern ebenfalls besondere Vorsicht, da Pipamperon über diese Organe verstoffwechselt und ausgeschieden wird. Bei schwerer Leber- oder Niereninsuffizienz kann das Medikament unzureichend abgebaut werden, was zu toxischen Wirkungen führen könnte.
Pipamperon darf zudem nicht bei Patienten mit Parkinson-Krankheit oder anderen Erkrankungen der Basalganglien verwendet werden, da es die Symptome verschlimmern kann. Bei Krampfleiden ist ebenfalls Vorsicht geboten, da das Medikament die Krampfschwelle senken kann; eine bestehende Behandlung mit Antiepileptika ist gegebenenfalls anzupassen. Eine weitere Gegenanzeige ist die akute Vergiftung mit Alkohol, Schlafmitteln oder anderen zentral dämpfenden Substanzen, da Pipamperon deren Wirkungen verstärken kann.
Während Schwangerschaft und Stillzeit ist Pipamperon kontraindiziert, da weder ausreichende Untersuchungen noch Erfahrungen zur Sicherheit vorliegen.
Interaktionen mit anderen Medikamenten
Bei der Verwendung von Pipamperon bestehen mehrere potenzielle Interaktionen mit anderen Medikamenten. Da Pipamperon ein Neuroleptikum ist, das sedierende Eigenschaften hat, kann es die Wirkung von anderen zentral dämpfenden Substanzen wie Benzodiazepinen, Schlafmitteln, Opioiden oder Antihistaminika verstärken. Dies kann zu einer verstärkten Sedierung, Schläfrigkeit und in schweren Fällen zu Atemdepression führen.
Die gleichzeitige Einnahme von Pipamperon mit Alkohol sollte ebenfalls vermieden werden, da Alkohol die sedierende Wirkung von Pipamperon verstärken und das Reaktionsvermögen weiter beeinträchtigen kann.
Pipamperon kann die Wirkung von blutdrucksenkenden Medikamenten verstärken und dadurch das Risiko für eine Hypotonie erhöhen. Es sollte besonders bei Patienten, die bereits Medikamente zur Blutdrucksenkung einnehmen, vorsichtig dosiert werden.
Darüber hinaus kann Pipamperon in Kombination mit Medikamenten, die das QT-Intervall verlängern (wie bestimmte Antiarrhythmika, Antibiotika oder Antidepressiva), das Risiko von Herzrhythmusstörungen erhöhen. Daher sollte diese Kombination vermieden oder sorgfältig überwacht werden.
Zudem kann Pipamperon die Wirkung von Dopaminagonisten abschwächen, was besonders bei Patienten mit Parkinson-Krankheit problematisch sein kann, da diese Medikamente oft zur Behandlung der Erkrankung eingesetzt werden.
Alternative Behandlungsmethoden
Wenn Pipamperon aufgrund von Unverträglichkeit oder Nebenwirkungen nicht angewendet werden kann, stehen mehrere alternative Behandlungsmethoden und Wirkstoffe zur Verfügung, die ähnliche sedierende oder antipsychotische Wirkungen haben.
Eine häufige Alternative ist Melperon, ein weiteres schwach wirksames Neuroleptikum, das ebenfalls sedierende Eigenschaften besitzt und oft bei älteren Patienten oder bei leichteren Formen von Unruhezuständen und Schlafstörungen eingesetzt wird. Wie Pipamperon kann allerdings auch Melperon die QT-Zeit im EKG verlängern und dadurch schwere Herzrhythmusstörungen auslösen.
Quetiapin, ein atypisches Antipsychotikum, kann ebenfalls als Alternative zu Pipamperon eingesetzt werden, insbesondere wenn zusätzlich antipsychotische Effekte gewünscht sind. Es hat eine ausgeprägte sedierende Wirkung und wird auch häufig zur Behandlung von Schlafstörungen oder Unruhezuständen bei psychischen Erkrankungen verwendet.
Ein weiterer Wirkstoff, der als Alternative in Betracht gezogen werden kann, ist Promethazin, ein Antihistaminikum mit sedierenden Eigenschaften, das ebenfalls bei Unruhe und Schlafproblemen Anwendung findet. Es hat jedoch ein anderes Wirkprofil und eignet sich besonders, wenn eine beruhigende Wirkung im Vordergrund steht.
Wenn keine medikamentöse Behandlung infrage kommt, können auch nicht-medikamentöse Ansätze wie Verhaltenstherapie, Entspannungsverfahren oder Schlafhygiene eine unterstützende Rolle bei der Behandlung von Schlafstörungen oder Unruhezuständen spielen.
Überdosierung
Bei einer Überdosierung treten zunächst dieselben Erscheinungen verstärkt auf, die auch bei bestimmungsgemäßer Anwendung vorkommen: Bewegungsstörungen, Erregungszustände bis hin zu Krampfanfällen, ein zu niedriger Blutdruck, Herzrasen, Schläfrigkeit, Kraftlosigkeit, Erbrechen und Müdigkeit. Darüber hinaus sind schwere Verläufe beschrieben worden, unter anderem mit Herz-Kreislauf-Stillstand, Atemversagen, Koma, Hirnschwellung, Übersäuerung des Blutes und Darmlähmung. Auch Todesfälle sind vorgekommen.
Ein Gegenmittel gibt es nicht. Behandelt wird nach den vorliegenden Beschwerden, unter anderem mit einer Magenspülung und Aktivkohle sowie mit der Sicherung der Atemwege und bei Bedarf mit maschineller Beatmung. Weil die QT-Zeit verlängert sein kann, wird der Herzrhythmus fortlaufend überwacht. Ein Blutdruckabfall und ein Kreislaufstillstand werden mit Flüssigkeit und kreislaufstützenden Mitteln aufgefangen, schwere Bewegungsstörungen mit Biperiden oder einem verwandten Wirkstoff.
Quellen
- Benkert, O., Hippius, H. (Hrsg.): Kompendium der psychiatrischen Pharmakotherapie.
ISBN: 9783662676844
- Laux, G., Dietmaier, O.: Praktische Psychopharmakotherapie.
ISBN: 9783437213229
- Falkai, P., Laux, G., Deister, A., Möller, H.-J. (Hrsg.): Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie.
ISBN: 9783132432659
- Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., Hofmann, F. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
ISBN: 9783437426223
- Berger, M. (Hrsg.): Psychische Erkrankungen.
ISBN: 9783437224850
