Amitriptylinoxid

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 7. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Amitriptylinoxid, ein zur Gruppe der Trizyklischen Antidepressiva zählendes Arzneimittel, wurde zur Behandlung von Depressionen, Angstzuständen und chronischen Schlafstörungen eingesetzt. Es war als Wirkstoff Amitriptylinoxid 2-Wasser unter den Bezeichnungen Equilibrin® und Amioxid-neuraxpharm® im Handel. In Deutschland sind beide Präparate inzwischen außer Handel; Amitriptylinoxid ist dort nicht mehr erhältlich.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Amitriptylinoxid?

Amitriptylinoxid
Amitriptylinoxid, ein zur Gruppe der Trizyklischen Antidepressiva zählendes Arzneimittel, wurde zur Behandlung von Depressionen, Angstzuständen und chronischen Schlafstörungen eingesetzt.

Bei Amitriptylinoxid handelt es sich um ein stimmungsaufhellendes Arzneimittel der Trizyklischen Antidepressiva. Es beruhigte und löste Ängste und wurde insbesondere gegen Angststörungen, Depressionen und chronische Schlafstörungen verordnet.

Außerdem wirkt Amitriptylinoxid gegen bestimmte chronische Schmerzen, wie zum Beispiel neuropathische Schmerzen. Zugelassen war Amitriptylinoxid in Deutschland allerdings allein zur Behandlung depressiver Erkrankungen; die Anwendung bei Angst-, Schlaf- und Schmerzstörungen stützte sich auf die Erfahrungen mit der Muttersubstanz Amitriptylin. Der Wirkstoff war in den Medikamenten Equilibrin® und Amioxid-neuraxpharm® enthalten. Diese waren bei beiden Marken als Tabletten zu jeweils 30 mg, 60 mg, 90 mg und 120 mg im Handel. Wirkstärke und Dosis bestimmte der behandelnde Arzt. Wegen seiner zahlreichen möglichen Nebenwirkungen war Amitriptylinoxid besonders sorgfältig zu verordnen und der Patient regelmäßig auf unerwünschte Wirkungen zu untersuchen.

Chemisch ist Amitriptylinoxid das N-Oxid des Amitriptylins: dieselbe Grundstruktur, ergänzt um ein zusätzliches Sauerstoffatom am Stickstoff der Seitenkette. Diese kleine Änderung macht den Stoff wasserlöslicher und verändert sein Verhalten auf dem Weg zum Wirkort, ohne den Wirkmechanismus am Wirkort selbst zu ersetzen.

Arzneistoffe, die erst im Körper in die eigentlich wirksame Form übergehen, werden als Vorstufen bezeichnet. Bei Amitriptylinoxid lag genau dieser Fall vor, und daraus folgt eine Regel für den Umgang mit den Angaben zu beiden Substanzen: Was über die Umwandlung, die Wirkung an den Nervenzellen und die daraus entstehenden Nebenwirkungen gesagt wird, gilt für beide. Was dagegen über Zulassung, Wirkstärken, Anwendungsgebiete und Verfügbarkeit gesagt wird, gilt jeweils nur für die eine Substanz und lässt sich nicht auf die andere übertragen. Der auffälligste Unterschied liegt genau dort: Die Muttersubstanz ist in Deutschland weiterhin als Fertigarzneimittel erhältlich, die Vorstufe nicht mehr.

Pharmakologische Wirkung

Amitriptylinoxid wird im Körper zu Amitriptylin umgewandelt; dieser Stoff ist sein Hauptabbauprodukt. Ein großer Teil der Wirkung und der Nebenwirkungen geht deshalb auf Amitriptylin zurück. Die Wirkweise von Amitriptylinoxid basiert auf einer Hemmung der Wiederaufnahme der Neurotransmitter Noradrenalin und Serotonin in das präsynaptische Neuron. Dies blockiert deren Aufnahme in die Gehirnzellen. Dadurch steigt die Konzentration der beiden Botenstoffe an den Kontaktstellen zwischen den Nervenzellen. Noradrenalin und Serotonin sind in der Folge wieder in ausreichender Menge zur Signalübertragung vorhanden. Lange Zeit ging man davon aus, dass damit die Ursache der Depression behoben sei, die man auf einen Mangel an Noradrenalin und Serotonin und die daraus folgende unzureichende Signalübertragung zurückführte. Nach heutigem Kenntnisstand erklärt dieser Botenstoffmangel die Erkrankung jedoch nicht vollständig: Die Konzentration der Botenstoffe steigt binnen Stunden, die stimmungsaufhellende Wirkung setzt aber erst nach Wochen ein.

Der Einsatz von Amitriptylinoxid hebt die Stimmung und verringert Ängste. Die Patienten schlafen wieder besser. Ein Rückgang von Selbstmordgedanken beziehungsweise einer Selbstmordgefahr ist zu erwarten. Dennoch ist dringend zu beachten: Amitriptylinoxid benötigt etwas Zeit, um nach Einnahmebeginn seine gewünschte Wirkung zu entfalten. Gerade selbstmordgefährdete oder sich anderweitig selbst schädigende Patienten sind daher auch nach Beginn einer Therapie mit Amitriptylinoxid weiterhin besonders aufmerksam zu überwachen.

Es kann sogar vorübergehend zu Beginn der Behandlung zu einer Verstärkung der Depression und suizidalen Absichten kommen! Auch ist die Dosis gegebenenfalls anzupassen. Grundsätzlich ist auch zu bedenken, dass Amitriptylinoxid potenziell letal wirken kann, sodass suizidgefährdeten Patienten stets nur die kleinstmögliche Menge von Amitriptylinoxid zur Verfügung gestellt werden darf.

Amitriptylinoxid wurde bei Behandlungsbeginn und -ende ein- und ausschleichend verabreicht.

Die Umwandlung zum Amitriptylin verläuft rasch; schon bald nach der Einnahme fanden sich im Blut deshalb überwiegend die Muttersubstanz und deren eigene Abbauprodukte. Damit decken sich die Wirkprofile der beiden Stoffe weitgehend. Ein Unterschied bestand allein in der Zeitspanne unmittelbar nach der Einnahme, in der noch das unveränderte Amitriptylinoxid vorlag; auf diese Phase bezogen sich die Erwartungen, die mit der Entwicklung der Vorstufe verbunden waren.

Der weitere Weg durch den Körper entsprach dem der Muttersubstanz: Umbau in der Leber, Ausscheidung der wasserlöslichen Abbauprodukte über die Nieren. Eine eingeschränkte Funktion dieser beiden Organe verlängerte die Verweildauer im Körper und konnte zu einer Anreicherung führen – darin liegt der Grund für die weiter unten genannten Gegenanzeigen, und nicht in einer besonderen Giftigkeit für Leber oder Nieren.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Amitriptylinoxid ist in Deutschland nicht mehr im Handel; dieser Abschnitt beschreibt die Anwendung aus der Zeit, in der der Wirkstoff verfügbar war. Die Verordnung von Amitriptylinoxid ist bei psychischen Beeinträchtigungen angezeigt, bei denen depressive Stimmungen oder Angstzustände im Fokus stehen. Insbesondere mit Angst und Aufregung verbundene Depressionen sind typische Anlässe für eine Therapie mit Amitriptylinoxid.

Das Medikament übt einen beruhigenden Einfluss aus und mildert Nervosität, sodass Patienten mit chronischen Schlafstörungen wieder besser schlafen. Der günstigste Tageszeitpunkt zur Einnahme von Amitriptylinoxid ist daher gegen Abend. Amitriptylinoxid darf nicht abrupt angesetzt oder abgesetzt werden, sondern ist bei Therapiebeginn und -ende ein- beziehungsweise auszuschleichen.

Zu Behandlungsbeginn ist der Patient engmaschig zu kontrollieren. Insbesondere Personen mit Suizidgedanken und Selbstverletzungstendenzen sind genau zu beobachten. Amitriptylinoxid braucht eine Weile, bis es seine gewünschte Wirkung erbringt und kann sogar vorübergehend zu Behandlungsbeginn bestehende Depressionen oder Suizidabsichten verstärken.

Daher sollten hiervon betroffene Personen Amitriptylinoxid nur in geringstmöglicher Menge erhalten, da das Mittel in genügend hoher Menge tödlich wirken kann. Dem Patienten ist zu raten, bei aufkommenden Suizidgedanken sofort ärztlichen Kontakt zu suchen und sich notfalls in ein Krankenhaus zu begeben.

Zu unterscheiden ist dabei zwischen dem, wofür Amitriptylinoxid zugelassen war, und dem, wofür es tatsächlich verordnet wurde. Die Zulassung erstreckte sich auf depressive Erkrankungen. Dass daneben Angstzustände, chronische Schlafstörungen und Nervenschmerzen als Anlass genannt wurden, ging auf die Erfahrungen mit der Muttersubstanz zurück, in die der Wirkstoff im Körper überging – eine Ableitung, die pharmakologisch nahelag, die Zulassung aber nicht erweiterte.

Der Beginn einer solchen Behandlung war die kritische Phase. Antrieb und Aufmerksamkeit besserten sich in der Regel früher als die Grundstimmung; für die Zeitspanne dazwischen galt die besondere Beobachtungspflicht, weil ein Patient wieder handlungsfähig sein konnte, bevor die bedrückte Stimmung nachgelassen hatte. Aus demselben Grund war das Ausschleichen am Ende der Behandlung nicht nur eine Frage der Verträglichkeit, sondern auch eine des Rückfallrisikos.


Verabreichung & Dosierung

Auch dieser Abschnitt beschreibt die Anwendung aus der Zeit, in der Amitriptylinoxid noch im Handel war. Amitriptylinoxid ist ein trizyklisches Antidepressivum, das zur Behandlung von Depressionen eingesetzt wird. Die Verabreichung erfolgt in der Regel in Tablettenform und sollte individuell an den Patienten angepasst werden. Die Einnahme erfolgt meist einmal täglich am Abend, da das Medikament eine beruhigende Wirkung hat und die Schläfrigkeit fördern kann. In einigen Fällen kann es auch in geteilten Dosen über den Tag verteilt verabreicht werden.

Die Behandlung beginnt mit einer niedrigen Tagesdosis, die sich nach der Indikation und der individuellen Verträglichkeit richtet. Eine schrittweise Erhöhung auf bis zu 150 mg pro Tag kann notwendig sein, sollte jedoch unter ärztlicher Aufsicht erfolgen. Bei älteren Patienten oder Personen mit Vorerkrankungen ist eine niedrigere Dosierung ratsam, da sie empfindlicher auf das Medikament reagieren können.

Das Medikament sollte langsam eingeschlichen werden, um Nebenwirkungen wie Schwindel, Mundtrockenheit oder Blutdruckabfall zu minimieren. Ebenso ist ein langsames Ausschleichen erforderlich, um Absetzsymptome wie Unruhe, Schlaflosigkeit oder Übelkeit zu vermeiden. Die gleichzeitige Einnahme mit Alkohol oder anderen sedierenden Substanzen sollte vermieden werden, da dies die beruhigende Wirkung verstärken kann.

Risiken & Nebenwirkungen

Während einer Therapie mit Amitriptylinoxid können vielfältige Nebenwirkungen auftreten. Häufig kommt es zu:

Noch häufiger, nämlich sehr häufig, treten außerdem auf:

Weitere äußerst vielfältige Nebenwirkungen können auftreten, wenn auch seltener, sodass sich regelmäßige Arztbesuche empfehlen.

Kontraindiziert ist Amitriptylinoxid bei Personen mit einer Prostatavergrößerung mit Blasenentleerungsstörung, erschlafftem Darm, Glaukom, Herzmuskelschwäche, Herzrhythmusstörungen, Leberfunktionsstörungen sowie älteren Patienten mit hirnorganischem Psychosyndrom.

Ebenfalls ausgenommen von einer Amitriptylinoxid-Therapie sind Schwangere und Stillende. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sollen nicht mit Amitriptylinoxid behandelt werden.

Hinter den beiden Häufigkeitslisten steht eine überschaubare Ordnung, dieselbe wie bei der Muttersubstanz, deren Wirkung der Körper aus dem Amitriptylinoxid freisetzte: Mundtrockenheit, Verstopfung, Störungen beim Wasserlassen, Akkommodationsstörungen und weit gestellte Pupillen gehen auf die Wirkung am Acetylcholin zurück; Müdigkeit, Benommenheit und Gewichtszunahme auf die Wirkung am Histamin; der Blutdruckabfall beim Aufstehen und die damit verbundene Sturzgefahr auf die Wirkung an den Blutgefäßen. Die meisten Einträge beider Häufigkeitslisten lassen sich einer dieser drei Linien zuordnen.

Kontraindikationen

Die Anwendung von Amitriptylinoxid ist in bestimmten Situationen kontraindiziert, da das Medikament schwerwiegende Nebenwirkungen oder gesundheitliche Risiken verursachen kann. Eine der wichtigsten Kontraindikationen ist eine Überempfindlichkeit gegen Amitriptylinoxid oder andere trizyklische Antidepressiva, da dies zu allergischen Reaktionen führen kann.

Patienten mit akutem Herzinfarkt oder schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten das Medikament nicht einnehmen, da es die Herzfrequenz und den Blutdruck beeinflussen kann. Besonders bei Personen mit Herzrhythmusstörungen, verlängertem QT-Intervall oder dekompensierter Herzinsuffizienz besteht ein erhöhtes Risiko für gefährliche Arrhythmien.

Amitriptylinoxid darf nicht zusammen mit MAO-Hemmern (Monoaminooxidase-Hemmern) eingenommen werden, da dies zu einer potenziell lebensbedrohlichen Wechselwirkung führen kann, dem sogenannten Serotonin-Syndrom. Ein Abstand von mindestens 14 Tagen zwischen der Einnahme von MAO-Hemmern und Amitriptylinoxid ist erforderlich.

Weitere Kontraindikationen sind schwere Leber- oder Nierenfunktionsstörungen, da das Medikament über diese Organe verstoffwechselt wird. Auch bei Engwinkelglaukom oder Harnverhalt sollte Amitriptylinoxid nicht angewendet werden, da es die Symptome verschlechtern kann.

Vorsicht ist geboten bei epileptischen Anfällen, da das Medikament die Krampfschwelle senken kann. Ebenso ist eine Anwendung bei schweren Depressionen mit Suizidgedanken kritisch zu bewerten, da trizyklische Antidepressiva in den ersten Wochen der Behandlung das Suizidrisiko erhöhen können.

Interaktionen mit anderen Medikamenten

Amitriptylinoxid kann mit einer Vielzahl von Medikamenten interagieren, was die Wirkung verstärken, abschwächen oder zu unerwünschten Nebenwirkungen führen kann. Eine der gefährlichsten Wechselwirkungen besteht mit MAO-Hemmern (Monoaminooxidase-Hemmern), wie Tranylcypromin oder Phenelzin. Die gleichzeitige Einnahme kann zu einem Serotonin-Syndrom führen, das sich durch Unruhe, Fieber, Krämpfe und Kreislaufversagen äußern kann. Daher ist ein Abstand von mindestens 14 Tagen zwischen der Einnahme von MAO-Hemmern und Amitriptylinoxid erforderlich.

Auch andere Antidepressiva wie SSRIs (z. B. Fluoxetin, Paroxetin) können den Serotoninspiegel im Gehirn erhöhen und das Risiko für serotonerge Nebenwirkungen steigern. Gleichzeitig kann Amitriptylinoxid den Abbau von bestimmten Medikamenten in der Leber hemmen, was deren Konzentration im Blut erhöht und toxische Effekte begünstigt.

Bei gleichzeitiger Einnahme von sedierenden Medikamenten, darunter Benzodiazepine, Antihistaminika und Alkohol, kann sich die dämpfende Wirkung auf das zentrale Nervensystem verstärken, was zu verstärkter Müdigkeit, Verwirrtheit oder Atemdepression führen kann.

Zusätzlich kann Amitriptylinoxid die Wirkung bestimmter blutdrucksenkender Medikamente abschwächen. Besonders bei Clonidin, Guanethidin, Betanidin, Reserpin und Methyldopa ist Vorsicht geboten, weil deren blutdrucksenkende Wirkung abgeschwächt werden kann und der Blutdruck dadurch wieder ansteigt.

Bei gleichzeitiger Einnahme mit Anticholinergika (z. B. bestimmte Parkinson-Medikamente oder Spasmolytika) kann es zu verstärkten Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit, Harnverhalt oder Glaukomverschlechterung kommen. Daher sollte die Medikamentenkombination sorgfältig geprüft werden.

Weil die Wirkung überwiegend von dem Stoff getragen wurde, in den sich Amitriptylinoxid im Körper umwandelte, entsprachen seine Wechselwirkungen im Wesentlichen denen der Muttersubstanz. Drei Linien waren dabei maßgeblich: der Abbau in der Leber, die Summierung dämpfender und anticholinerger Wirkungen mit denen anderer Arzneimittel und der Eingriff in den Haushalt der Botenstoffe, aus dem sowohl die Gefahr des Serotonin-Syndroms als auch die oben beschriebene Abschwächung bestimmter Blutdrucksenker folgt.

Alternative Behandlungsmethoden

Für die Beschwerden, gegen die Amitriptylinoxid eingesetzt wurde, stehen verschiedene andere Wirkstoffe und Therapieansätze zur Verfügung. Eine Möglichkeit sind andere Antidepressiva, die je nach Symptomatik individuell ausgewählt werden. Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs) wie Sertralin, Escitalopram oder Fluoxetin sind oft besser verträglich und haben ein günstigeres Nebenwirkungsprofil. Sie werden vor allem bei Depressionen und Angststörungen eingesetzt.

Eine Möglichkeit, die in einer solchen Aufzählung leicht übersehen wird, ist die nächste Verwandte selbst: Amitriptylin, der Stoff, in den Amitriptylinoxid im Körper überging, ist in Deutschland weiterhin als Fertigarzneimittel erhältlich. Wer mit Amitriptylinoxid behandelt wurde, erhielt ohnehin dessen Wirkung; der Übergang bedeutet also keinen Wechsel des Wirkprinzips, sondern den Verzicht auf die Vorstufe. Zu beachten bleibt, dass die beiden Stoffe in verschiedenen Wirkstärken angeboten wurden und sich eine Dosierung deshalb nicht einfach von der einen auf die andere übertragen lässt.

Für Patienten mit chronischen Schmerzen oder neuropathischen Beschwerden können Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRIs) wie Duloxetin oder Venlafaxin eine Alternative sein. Diese haben ebenfalls eine stimmungsaufhellende Wirkung und helfen besonders bei Schmerzen, die durch Nervenschädigungen verursacht werden.

Wenn eine medikamentöse Therapie nicht gewünscht oder nicht vertragen wird, können nicht-medikamentöse Behandlungsmethoden in Betracht gezogen werden. Dazu gehören kognitive Verhaltenstherapie (CBT) zur Behandlung von Depressionen und Angststörungen sowie Physiotherapie und Akupunktur bei chronischen Schmerzen.

Weitere Alternativen sind pflanzliche Präparate wie Johanniskraut, das eine antidepressive Wirkung haben kann, allerdings mit vielen Medikamenten interagiert. Bei Schlafstörungen oder leichten Ängsten können auch Baldrian, Passionsblume oder Melatonin helfen. Die Wahl der geeigneten Alternative sollte individuell mit einem Arzt besprochen werden, um die beste Therapieoption zu finden.

Quellen

  • Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., Hofmann, F. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
    ISBN: 9783437426223
  • Geisslinger, G., Gudermann, T., Hinz, B., et al.: Mutschler Arzneimittelwirkungen.
    ISBN: 9783804746541
  • Laux, G., Dietmaier, O.: Praktische Psychopharmakotherapie.
    ISBN: 9783437213229
  • Berger, M. (Hrsg.): Psychische Erkrankungen.
    ISBN: 9783437224850
  • Falkai, P., Laux, G., Kapfhammer, H.-P., Möller, H.-J. (Hrsg.): Psychiatrie, Psychosomatik, Psychotherapie.
    ISBN: 9783662741702

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