Eletriptan
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 11. September 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Bei Eletriptan handelt es sich um einen medizinischen Wirkstoff aus der Gruppe der Triptane (5-HT1-Agonisten). Er wird zur Behandlung akuter Migräneanfälle eingesetzt; gegen Kopfschmerzen anderer Ursache ist er nicht vorgesehen. Seine Wirksamkeit erlangt Eletriptan dadurch, dass er bestimmte Serotoninrezeptoren im Gehirn aktiviert.
Was ist Eletriptan?
Der Wirkstoff Eletriptan ist in zahlreichen Migränemedikamenten enthalten. Der Arzneistoff gehört zur Gruppe der Triptane. Als solcher wird er zur Behandlung der Kopfschmerzphase von Migräneanfällen mit und ohne Aura eingesetzt.
Pharmakologisch gesehen ist Eletriptan ein Agonist bestimmter Serotonin-Rezeptoren. Serotonin ist ein wichtiger Botenstoff des Gehirns, der u. a. für eine Verengung der Blutgefäße verantwortlich ist.
Eletriptan wirkt an den Serotoninrezeptoren vom Subtyp 5-HT1B/1D und wurde erstmals im Jahr 1992 patentiert. Relpax® und ähnliche Medikamente mit diesem Wirkstoff gelten in der Europäischen Union in der Regel als rezeptpflichtig. Sie können deshalb nicht ohne ärztliche Verordnung erworben werden. Das Medikament wird als Filmtabletten vertrieben, die jeweils entweder 20 mg oder 40 mg Eletriptan enthalten.
Pharmakologische Wirkung
Als Agonist der Serotoninrezeptoren vom Subtyp 5-HT1B/1D wirkt Eletriptan vorrangig an den Serotonin-Rezeptoren des Gehirns. Das Arzneimittel entfaltet zudem eine Affinität zu Rezeptoren des Subtyps 5-HT1F, was nach der Auffassung einiger Teile der wissenschaftlichen Literatur zu seiner Wirksamkeit beiträgt. 5-HT1F-Rezeptoren finden sich auf zerebralen Blutgefäßen sowie auf Neuronen.
Eletriptan aktiviert diese Rezeptoren in der Wand der Hirnhautgefäße. Das führt dazu, dass sich die während eines Migräneanfalls erweiterten Blutgefäße wieder verengen, und sorgt so für eine zügige Linderung des Kopfschmerzes.
Darüber hinaus hemmt Eletriptan an den Endigungen des Trigeminusnervs die Ausschüttung schmerzauslösender Entzündungsmediatoren wie Substanz P und Calcitonin Gene-Related Peptide. Hierdurch lässt der migränetypische Kopfschmerz der Betroffenen erheblich nach.
Medizinische Anwendung & Verwendung
Eletriptan findet sich in einer Gruppe von Medikamenten, die Serotoninrezeptoragonisten genannt werden. Arzneien, die den Wirkstoff enthalten, wirken u. a. an den Serotoninrezeptoren im Gehirn.
Sie kommen zum Einsatz, um Migränekopfschmerzen zu behandeln. Sie eignen sich dabei für Kopfschmerzen mit oder ohne Aura. Als Aura werden Sehstörungen, Taubheitsgefühle und Sprachstörungen zusammengefasst, die vor Beginn eines Migräneanfalls auftreten können.
Verabreichung & Dosierung
Bei der Verabreichung und Dosierung von Eletriptan, einem Medikament zur Behandlung akuter Migräneanfälle, sind mehrere wichtige Punkte zu beachten:
Dosierung: Die empfohlene Anfangsdosis von Eletriptan beträgt 40 mg. Spricht ein Migräneanfall auf die erste Dosis nicht an, ist für denselben Anfall keine zweite Dosis vorgesehen. Kehren die Kopfschmerzen nach anfänglichem Ansprechen zurück, kann dagegen eine zweite Dosis derselben Stärke eingenommen werden; zwischen beiden Dosen ist ein Mindestabstand einzuhalten. Die maximale Tagesdosis sollte 80 mg nicht überschreiten.
Zeitpunkt der Einnahme: Eletriptan sollte so früh wie möglich nach Beginn der Migräneattacke eingenommen werden, um die bestmögliche Wirkung zu erzielen. Es ist jedoch nicht als prophylaktisches Mittel zur Verhinderung von Migräne gedacht und sollte nur bei akuten Anfällen verwendet werden.
Einnahmehinweise: Die Tabletten sollten mit Wasser eingenommen werden und können unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Bei Schluckbeschwerden können sie zerkleinert und mit Wasser gemischt eingenommen werden.
Kontraindikationen: Eletriptan ist kontraindiziert bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, schwerer Leberinsuffizienz oder schwerer Nierenfunktionsstörung, mittelschwerem bis schwerem oder unbehandeltem Bluthochdruck und bestimmten Herzerkrankungen wie koronaren Herzkrankheiten oder Vasospasmen. Es sollte auch nicht bei Patienten verwendet werden, die kürzlich Ergotamin oder andere Triptane eingenommen haben, da dies zu einem erhöhten Risiko für Vasospasmen führen kann.
Wechselwirkungen: Mit ausgeprägten CYP3A4-Hemmern wie Ketoconazol und Erythromycin darf Eletriptan nicht zusammen angewendet werden, da diese den Abbau von Eletriptan verlangsamen und zu erhöhten Plasmaspiegeln führen. Dies erhöht das Risiko von Nebenwirkungen.
Nebenwirkungen: Häufige Nebenwirkungen von Eletriptan sind Schwindel, Müdigkeit, Übelkeit und trockener Mund. Schwerwiegendere Nebenwirkungen wie Brustschmerzen, Herzklopfen oder allergische Reaktionen sollten sofort einem Arzt gemeldet werden.
Besondere Vorsicht: Patienten mit Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, einschließlich Bluthochdruck, Hypercholesterinämie, Rauchen, Adipositas und Diabetes, sollten vor der Einnahme von Eletriptan ärztlichen Rat einholen.
Regelmäßige Überprüfung und ärztliche Beratung sind notwendig, um die sichere und effektive Verwendung von Eletriptan zu gewährleisten.
Risiken & Nebenwirkungen
Eletriptan kann zu Nebenwirkungen führen. Bei bestehenden Unverträglichkeiten darf es keinesfalls eingenommen werden.
Häufige Nebenwirkungen (treffen auf 1 bis 10 von 100 Behandelten zu) sind: Frösteln, allgemeine Schwäche, Beschwerden im Brustbereich, generelle Magenverstimmung (Verdauungsstörungen), Übelkeit, allgemeine Steifheitsgefühle der Muskeln (Verspannungen), Schwitzen, Hautrötungen, Rückenschmerzen und Muskelschwäche.
Gelegentlich können auch Atemnot, Gähnen, Schwellungen des Gesichts oder der Hände und Füße, verstärkter Tastsinn, Sehstörungen, Augenschmerzen, trockene oder wässrige Augen, häufige Blasenentleerungen sowie erhöhtes Harnvolumen oder Probleme beim Wasserlassen auftreten.
Seltene Nebenwirkungen sind hingegen Asthma, Nesselsucht, Schwellungen der Zunge, Schockzustände, Schwellungen der Lymphknoten, Stimmungsschwankungen, Stimmveränderungen, starke oder verlängerte Regelblutungen bei Frauen sowie ein verlangsamter Herzschlag.
Eine Einnahme ist untersagt, wenn schwere Funktionseinschränkungen von Niere oder Leber vorliegen, der Blutdruck mittelschwer bis schwer oder unbehandelt erhöht ist, in der Vergangenheit Herzprobleme auftraten (z. B. Angina pectoris, Herzinfarkt oder Herzrhythmusstörungen), bei eingeschränkter Durchblutung, wenn kurz vor der gewünschten Einnahme Arzneien wie Ergotamin eingenommen wurden oder es in der Vergangenheit zu einem Schlaganfall kam.
Eletriptan kann mit anderen Arzneimitteln zu erheblichen Wechselwirkungen führen. Eine Einnahme sollte gänzlich unterbleiben, wenn 24 Stunden zuvor ergotaminhaltige oder ergotaminähnliche Medikamente eingenommen wurden. Wechselwirkungen bestehen auch mit Arzneimitteln zur Behandlung von HIV-Infektionen und AIDS (z. B. Indinavir, Ritonavir oder Nelfinavir), Präparaten zur Behandlung von Pilzinfektionen (z. B. Ketoconazol oder Itraconazol), Arzneien zur Behandlung bakterieller Infektionen (z. B. Clarithromycin, Josamycin oder Erythromycin).
Die über mehrere Wochen anhaltende Einnahme von Arzneien, die Eletriptan enthalten, kann zu einem lang anhaltenden Kopfschmerz führen. Dieses Krankheitsbild heißt Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch. Es entsteht nicht durch eine einzelne zu hohe Einnahme, sondern dadurch, dass Akutmedikamente an zu vielen Tagen im Monat angewendet werden, und es bessert sich erst, wenn die auslösenden Mittel abgesetzt werden. Betroffen sind alle Akutmedikamente gegen Migräne, nicht nur die Triptane.
Kontraindikationen
Eletriptan ist ein Medikament zur Behandlung akuter Migräneanfälle, das jedoch nicht für alle Patienten geeignet ist. Es gibt mehrere typische Kontraindikationen, bei denen die Verwendung von Eletriptan vermieden werden sollte:
Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Eletriptan ist kontraindiziert bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit, Prinzmetal-Angina, früheren Myokardinfarkten oder anderen signifikanten kardiovaskulären Erkrankungen. Dazu zählen ausdrücklich auch Herzinsuffizienz und bedeutsame Herzrhythmusstörungen, periphere Gefäßerkrankungen sowie ein Schlaganfall oder eine transitorische ischämische Attacke in der Vorgeschichte. Das Medikament kann koronare Vasospasmen auslösen, die zu schweren kardiovaskulären Ereignissen führen können.
Bluthochdruck: Bei mittelschwerem oder schwerem Bluthochdruck darf Eletriptan auch dann nicht eingenommen werden, wenn dieser behandelt wird; bei leichtem Bluthochdruck gilt die Gegenanzeige, solange er unbehandelt bleibt. Der Grund ist, dass das Medikament den Blutdruck weiter erhöhen kann, was zu gefährlichen Komplikationen führen könnte.
Schwere Leber- und Nierenerkrankungen: Bei Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz ist die Anwendung von Eletriptan kontraindiziert, da die Leberfunktion für den Metabolismus des Medikaments wesentlich ist. Eine eingeschränkte Leberfunktion kann zu einer erhöhten Konzentration des Medikaments im Blut und somit zu einem erhöhten Risiko für Nebenwirkungen führen. Auch eine schwere Nierenfunktionsstörung ist eine Gegenanzeige.
Gleichzeitige Anwendung mit Ergotamin-Derivaten oder anderen Triptanen: Die gleichzeitige Einnahme von Eletriptan und Ergotamin oder anderen Triptanen ist kontraindiziert, da dies zu einem erhöhten Risiko für Vasospasmen führen kann, was die Wahrscheinlichkeit von schweren kardiovaskulären Nebenwirkungen erhöht.
Überempfindlichkeit: Eine bekannte Überempfindlichkeit oder allergische Reaktion auf Eletriptan oder einen seiner Inhaltsstoffe ist ebenfalls eine Kontraindikation. Solche Reaktionen können zu schweren allergischen Reaktionen wie Anaphylaxie führen.
Schwangerschaft und Stillzeit: Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollte Eletriptan nur nach sorgfältiger Abwägung der Risiken und Vorteile durch einen Arzt angewendet werden, da nicht ausreichend Daten zur Sicherheit in diesen Lebensphasen vorliegen.
Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen: Patienten mit mehreren Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen, wie Diabetes, Hypercholesterinämie, Rauchen, Adipositas und familiäre Vorbelastung, sollten Eletriptan nur unter strenger ärztlicher Überwachung verwenden.
Diese Kontraindikationen unterstreichen die Notwendigkeit einer gründlichen medizinischen Bewertung und Beratung vor der Anwendung von Eletriptan zur Sicherstellung der Patientensicherheit.
Interaktionen mit anderen Medikamenten
Bei der Verwendung von Eletriptan gibt es mehrere wichtige Interaktionen mit anderen Medikamenten, die beachtet werden müssen:
CYP3A4-Inhibitoren: Eletriptan wird hauptsächlich durch das Cytochrom P450 3A4 (CYP3A4) Enzymsystem metabolisiert. Medikamente, die CYP3A4 hemmen, wie Ketoconazol, Itraconazol, Erythromycin, Clarithromycin, Josamycin und die Proteasehemmer Ritonavir, Indinavir und Nelfinavir, können die Plasmakonzentrationen von Eletriptan erheblich erhöhen. Dies kann das Risiko von Nebenwirkungen, einschließlich kardiovaskulärer Ereignisse, verstärken. Mit diesen ausgeprägten CYP3A4-Hemmern darf Eletriptan deshalb nicht zusammen angewendet werden.
Ergotamin und Ergot-Derivate: Die gleichzeitige Anwendung von Eletriptan mit Ergotamin oder Ergot-Derivaten ist kontraindiziert, da dies das Risiko von Vasospasmen erhöhen kann. Zwischen der Einnahme von Eletriptan und Ergotamin sollte ein Mindestabstand von 24 Stunden eingehalten werden, um das Risiko schwerer vasospastischer Reaktionen zu minimieren.
Andere Triptane: Die gleichzeitige Anwendung von Eletriptan mit anderen Triptanen, wie Sumatriptan, Rizatriptan oder Zolmitriptan, sollte vermieden werden. Diese Kombination kann ebenfalls das Risiko für Vasospasmen und andere kardiovaskuläre Nebenwirkungen erhöhen. Ein Zeitabstand von mindestens 24 Stunden zwischen der Einnahme dieser Medikamente ist erforderlich.
Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs) und Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRIs): Die gleichzeitige Einnahme von Eletriptan mit SSRIs oder SNRIs kann das Risiko eines Serotonin-Syndroms erhöhen, eine potenziell lebensbedrohliche Erkrankung, die durch eine übermäßige Stimulation des zentralen Nervensystems durch Serotonin verursacht wird. Symptome des Serotonin-Syndroms können Verwirrtheit, Hyperthermie, Hyperreflexie und Tremor umfassen.
Monoaminoxidase-Hemmer (MAOIs): Eletriptan wird hauptsächlich durch CYP3A4 abgebaut und ist – anders als etwa Sumatriptan, Rizatriptan oder Zolmitriptan – kein Substrat der Monoaminoxidase. Wechselwirkungen zwischen Eletriptan und MAO-Hemmern sind deshalb nicht zu erwarten.
Diese Interaktionen verdeutlichen die Notwendigkeit einer sorgfältigen Medikamentenanamnese und Überwachung durch den Arzt, um die sichere Anwendung von Eletriptan zu gewährleisten und unerwünschte Wirkungen zu vermeiden.
Besondere Patientengruppen
Bei älteren Patienten sind Sicherheit und Wirksamkeit von Eletriptan nicht systematisch untersucht worden, weil in den klinischen Studien nur wenige von ihnen vertreten waren; die Anwendung wird in dieser Altersgruppe deshalb nicht empfohlen. Gemessen wurde bei ihnen eine leicht verringerte Clearance, die mit einer verlängerten Halbwertszeit einhergeht. Bei Jugendlichen ist die Wirksamkeit nicht erwiesen, sodass für sie keine Dosierungsempfehlung gegeben werden kann, obwohl sich der Wirkstoff bei ihnen ähnlich verhält wie bei gesunden Erwachsenen. Bei Kindern bleibt die Clearance gegenüber Jugendlichen unverändert, doch ist der Verteilungsraum im Körper kleiner, sodass dieselbe Menge zu höheren Blutspiegeln führt als bei Erwachsenen.
Bei einer leichten bis mäßigen Leberfunktionsstörung steigen die im Blut erreichte Wirkstoffmenge und die Halbwertszeit an; dieser Unterschied gilt als klinisch nicht bedeutsam. Bei eingeschränkter Nierenfunktion ließen sich dagegen keine bedeutsamen Unterschiede im Verhalten des Wirkstoffs nachweisen. Der bekannte leichte und vorübergehende Blutdruckanstieg unter Eletriptan fiel bei Nierenkranken und bei älteren Patienten allerdings deutlich stärker aus. Das Geschlecht hat auf die Blutspiegel keinen klinisch bedeutsamen Einfluss.
Eletriptan tritt in die Muttermilch über. In einer Studie an acht Frauen war die insgesamt in die Milch übergetretene Menge sehr gering; dennoch wird der Wirkstoff bei stillenden Müttern nur mit Vorsicht angewendet. Die Belastung des Säuglings lässt sich verringern, wenn das Stillen nach der Einnahme unterbrochen wird. Für die Schwangerschaft liegen keine klinischen Daten vor; tierexperimentelle Studien ergaben keinen Hinweis auf schädliche Auswirkungen auf Schwangerschaft, Entwicklung des Ungeborenen, Geburtsvorgang oder die Entwicklung nach der Geburt. Eingesetzt wird Eletriptan in der Schwangerschaft nur bei eindeutigem Bedarf.
Aufnahme, Verteilung und Ausscheidung
Aus dem Magen-Darm-Trakt wird der Wirkstoff rasch und gut aufgenommen; etwa die Hälfte der geschluckten Menge steht dem Körper zur Verfügung, und die höchsten Blutspiegel werden nach etwa anderthalb Stunden erreicht. Über die gesamte in der Anwendung übliche Spanne verhält sich Eletriptan gleichmäßig: Eine größere Menge führt zu entsprechend höheren Blutspiegeln. Eine stark fetthaltige Mahlzeit erhöht die im Blut gemessenen Werte.
Alternative Behandlungsmethoden
Wenn Eletriptan nicht vertragen wird, stehen verschiedene alternative Behandlungsmethoden und Wirkstoffe zur Verfügung, um Migräneanfälle zu behandeln.
Andere Triptane: Es gibt mehrere andere Triptane, die als Alternativen verwendet werden können, darunter Sumatriptan, Rizatriptan, Zolmitriptan und Naratriptan. Diese Medikamente wirken ähnlich wie Eletriptan, indem sie die Serotoninrezeptoren im Gehirn aktivieren und dadurch die Blutgefäße verengen sowie die Freisetzung von entzündungsfördernden Substanzen hemmen.
Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAIDs): Medikamente wie Ibuprofen, Naproxen und Diclofenac können bei der Behandlung von Migräneschmerzen wirksam sein. Sie helfen, Entzündungen zu reduzieren und Schmerzen zu lindern.
Ergotamine: Ergotamin und Dihydroergotamin sind ältere Migränemedikamente, die auch zur Verengung der Blutgefäße im Gehirn beitragen. Sie werden jedoch aufgrund ihres Nebenwirkungsprofils und der Verfügbarkeit von Triptanen weniger häufig verwendet.
Antiemetika: Medikamente wie Metoclopramid oder Domperidon können helfen, Übelkeit und Erbrechen zu kontrollieren, die oft mit Migräne einhergehen. Sie werden häufig in Kombination mit Schmerzmitteln eingesetzt.
CGRP-Antagonisten: Monoklonale Antikörper wie Erenumab, Fremanezumab und Galcanezumab richten sich gegen das Calcitonin Gene-Related Peptide (CGRP) oder gegen dessen Rezeptor. Sie dienen der Vorbeugung von Migräneanfällen und nicht der Behandlung des einzelnen Anfalls; für die Akutbehandlung stehen mit den Gepanten kleinmolekulare CGRP-Rezeptorantagonisten zur Verfügung.
Betablocker: Propranolol und Metoprolol sind Betablocker, die zur Migräneprophylaxe verwendet werden. Sie können helfen, die Häufigkeit und Schwere von Migräneanfällen zu reduzieren.
Antikonvulsiva: Medikamente wie Topiramat und Valproinsäure werden ebenfalls zur Vorbeugung von Migräne eingesetzt. Sie wirken, indem sie die neuronale Aktivität stabilisieren und die Übererregbarkeit des Gehirns verringern. Valproinsäure ist in Deutschland zur Migräneprophylaxe allerdings nicht zugelassen und darf bei Mädchen und Frauen im gebärfähigen Alter wegen des Risikos schwerer Fehlbildungen und Entwicklungsstörungen nur unter den Auflagen eines Schwangerschaftsverhütungsprogramms angewendet werden.
Trizyklische Antidepressiva: Amitriptylin kann bei der Vorbeugung von Migräne hilfreich sein, insbesondere bei Patienten, die auch an Depressionen oder chronischen Schmerzen leiden.
Diese alternativen Behandlungsoptionen bieten verschiedene Mechanismen und Ansätze zur Migränebehandlung und sollten in Absprache mit einem Arzt ausgewählt werden, um die bestmögliche und sicherste Therapie zu gewährleisten.
Quellen
- Göbel, H.: Die Kopfschmerzen.
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- Gaul, C., Diener, H.-C. (Hrsg.): Kopfschmerzen.
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- Diener, H.-C., Steinmetz, H., Kastrup, O. (Hrsg.): Referenz Neurologie.
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- Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., Hofmann, F. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
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- Geisslinger, G., Gudermann, T., Hinz, B., et al.: Mutschler Arzneimittelwirkungen.
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